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10.01.2011 06:00

Electronic Arts im Clinch mit Freistaat Bayern

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Der US-Videospielehersteller Electronic Arts hat scharfe Kritik am Freistaat Bayern geübt.
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von Thomas Schmidtutz, Euro am Sonntag

Die jüngste Entscheidung des Bayerischen Sozialministeriums, trotz Altersfreigabe (USK 18) für das Science-Fiction-Spiel Dead Space 2, ein Appellationsverfahren einzuberufen, sei ein Griff in die „juristische Mottenkiste“, sagte EA-Sprecher Martin Lorber gegenüber Euro am Sonntag. Man sei sich bewusst, dass Dead Space 2 (DS2) ein Spiel für Erwachsene sei, das nicht in Kinderhände gehöre. Eine Nichtkennzeichnung nach vorangegangener Altersfreigabe sei jedoch „inakzeptabel“. Unternehmen bräuchten „Planungs- und Investitionssicherheit“. Beides sei mit der Entscheidung des Freistaats nicht gegeben. Zudem dürften erwachsene Spieler in Deutschland nicht anders behandelt werden als in allen anderen europäischen Ländern. Dort werde Dead Space 2 „mit der angemessenen Alterskennzeichnung ab 18“ veröffentlicht. In der Branche gilt DS2 gilt als einer der brutalsten Gruselschocker des Jahres. „Wer sich Dead Space 2 holt, dem sollte klar sein, dass er in Sachen Terror und Brutalität die Spitze des Eisbergs erklommen hat“, schreibt etwa das Magazin Computerbild Spiele in seiner aktuellen Ausgabe. Was Electronic Arts den „Spielern an Angst und Gewalt zumutet, dürfte selbst für Erwachsene stellenweise harter Tobak sein“, schreibt das Blatt. Das bestreitet auch EA nicht. Allerdings dringt das Unternehmen auf Rechtssicherheit.

Nach eigenen Angaben hatte EA bereits im vergangenen Juli bei der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) eine erste Version des Horrorshooters präsentiert und entsprechende Beanstandungen berücksichtigt. Die 1994 gegründete USK ist eine Selbstkontrolleinrichtung der Computerspielebranche. Sie soll sicher stellen, dass Spiele nur an Kinder und Jugendliche abgegeben werden, die für ihr Alter auch geeignet sind. Die Alterseinstufungen (USK 0, 6, 12, 16, 18) nehmen dabei Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden vor.

Im Fall von Dead Space 2 hätten USK-Vertreter nach zwei Vorprüfungen eine Freigabe des Horrorshooters für Spieler ab 18 Jahren signalisiert. Nach zwei weiteren offiziellen Prüfungen mit negativem Bescheid und entsprechenden Anpassungen habe es im dritten offiziellen Durchgang schließlich eine Altersfreigabe ab 18 Jahren gegeben. Daraufhin habe das Bayerische Sozialministerium ein Appellationsverfahren eingeleitet und den geplanten Marktstart damit zunächst erneut unterbunden. Nach den Planungen will der zweitgrößte Videospieleanbieter der Welt DS2 weltweit am 27. Januar in den Handel bringen. In Deutschland sei dieser Termin angesichts der jüngsten Entwicklung jedoch „nicht zu halten“, sagte Lorber.

Die Einleitung eines Appellationsverfahrens gilt in der Branche als höchst ungewöhnlich. Bis heute sei es „noch nie zu einem solchen Sonder-Veto gekommen“, sagte Lorber mit Blick auf den Termin am kommenden Donnerstag in Berlin. Bislang habe EA für die Anpassung des Spielverlaufs für den deutschen Markt und die deutsche Synchronisation von DS2 „einen hohen fünfstelligen Euro-Betrag investiert“. Je nach Ausgang des Verfahrens behalte man sich weitere rechtliche Schritte vor, kündigte Lorber an.

Angesichts des Hickhacks um DS2 sprach sich Lorber erneut für die Übernahme des in Europa üblichen Genehmigungsverfahrens (Pan European Game Information, Pegi) aus. Bei dem in 30 europäischen Ländern verbreiteten Verfahren beantworten die Hersteller online einen standardisierten Fragebogen. Auf Basis der Antworten erfolgt dann die Alterseinstufung von Filmen oder Computerspielen. In Deutschland soll ein an PEGI angelehntes Selbstklassifizierungsverfahren künftig bei Online-Spielen zum Einsatz kommen. Das sieht die Novelle des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags vor. Allerdings liegt der Gesetzentwurf wegen offener Fragen um die Alterseinstufung von Webseiten seit Mitte Dezember auf Eis.

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