25.07.2021 14:03

Bulgarien-Anleihe: Langläufer aus Sofia

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Das Land sucht noch eine stabile Regierung. EU-Mittel kompensieren jedoch das politische Risiko.
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von Jörg Billina, Euro am Sonntag

Nächster Versuch: Nachdem die Bürger Bulgariens am 4. April dieses Jahres ihr Parlament gewählt haben, sind sie jetzt erneut aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Bemühungen des bisherigen Ministerpräsidenten Bojko Borissow von der Gerb-Partei, eine Regierung zu bilden, scheiterten. Auch den übrigen Parteien gelang es nicht, sich auf eine Koalition zu verständigen. Seitdem ist eine Übergangsadministration im Amt. Ob nun aus dem zweiten Wahlgang eine handlungsfähige Regierung hervorgeht, dafür gibt es keine Garantie.

Geringe Neuverschuldung

Der möglicherweise anhaltende politische Stillstand muss Anleiheinvestoren jedoch nicht beunruhigen. Der im Jahr 2050 fällige Bond (siehe unten) bleibt für Anleger attraktiv. Negative Folgen für die Wirtschaft sind nicht zu befürchten. Nach dem pandemiebedingten Wachstumseinbruch im vergangenen Jahr erwartet der Internationale Währungsfonds für 2021 einen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Leistung von 4,4 Prozent.

Auch die Zahlungsfähigkeit bleibt gesichert. Fitch stuft Bulgarien mit der Investment-Grade-Note "BBB" ein, im Februar hob die Ratingagentur den Ausblick von "Stabil" auf "Positiv" an. Die Neuverschuldung liegt aktuell bei vier Prozent, die Gesamtverschuldung Bulgariens beträgt 25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Andere EU-Staaten mit gleichem Rating, Italien etwa, weisen deutlich höhere Defizite auf. Keine der bislang im Parlament in Sofia vertretenen Parteien erwägt, die Schuldenlast zu erhöhen. Zudem kompensiere die Aussicht auf erhebliche Mittelzuflüsse seitens der Europäischen Union politische als auch pandemiebedingte Risiken, analysiert Fitch.

Dem ärmsten Land der EU - das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt bei 9.277 Euro - fließen laut Fitch bis zum Jahr 2027 aus dem laufenden EU-Haushalt 16,6 Milliarden Euro zu. Die Summe entspricht 27 Prozent des bulgarischen Bruttoinlandsprodukts. Weitere 7,5 Milliarden Euro erhält Sofia aus dem EU-Wiederaufbaufonds.

Bulgariens Bemühungen, der Eurozone beizutreten, bewertet Fitch als "zusätzliche Bonitätsunterstützung". Als Termin für den Tausch von Lew in Euro ist der 1. Januar 2024 anvisiert. Bulgarien könnte sich dann zu geringeren Konditionen als derzeit am Kapitalmarkt refinanzieren. Bislang wartet man in Sofia aber noch auf eine offizielle Zustimmung aus Brüssel zum Einführungsdatum des Euro.

Bulgarien: Geringe Verschuldung. Positiver Ausblick. Renditeabstand zur Bundesanleihe beträgt 1,4 Prozentpunkte.










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Bildquellen: pavelgr / Shutterstock.com , StockThings / Shutterstock.com
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