08.08.2022 22:17

Mehrheit der Einzelhandelsunternehmen will Krypto-Zahlungen ermöglichen: Sind Bitcoin, Ether und Co. das Zahlungsmittel der Zukunft?

Deloitte-Studie: Mehrheit der Einzelhandelsunternehmen will Krypto-Zahlungen ermöglichen: Sind Bitcoin, Ether und Co. das Zahlungsmittel der Zukunft? | Nachricht | finanzen.net
Deloitte-Studie
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Trotz der derzeitigen Krypto-Krise bleiben viele Investoren bullish für die Zukunft der Cyberdevisen. Eine jüngste Deloitte-Studie zeigt, dass zahlreiche US-Unternehmen von einem wachsenden Interesse für den Krypto-Sektor ausgehen - schon bald könnten Zahlungen via digitalen Währungen Mainstream werden.
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• Baldige Ausweitung der Akzeptanz der Kryptowährungen sehr wahrscheinlich
• Vielfältige Faktoren erschweren Krypto-Zahlungen noch
• Die meisten Einzelhändler lehnen langfristiges Halten der Tokens ab

Vereinzelte Einzelhandelsketten wie Starbucks bieten bereits Zahlungen mit digitalen Währungen an, auch Lamborghinis können per Bitcoin gekauft werden. Wie hinlänglich bekannt, ist in El Salvador der Bitcoin sogar eine national anerkannte Währung. Noch sind die Cyberdevisen aber noch meilenweit davon entfernt, von allen Wirtschaftsakteuren als Zahlungsmittel akzeptiert zu werden - dies könnte sich aber in der nahen Zukunft ändern, wie eine Deloitte-Studie suggeriert.

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75 Prozent der Einzelhandelsunternehmen planen Akzeptanz von Krypto-Zahlung

Fast 75 Prozent der US-amerikanischen Einzelhändler planen, innerhalb der nächsten zwei Jahre Zahlungen per Kryptowährungen oder Stablecoins zu akzeptieren, wie eine im Juni von Deloitte durchgeführte Umfrage mit dem Titel "Merchants getting ready for crypto" herausfand. Wie "CNBC" berichtet, fragte Deloitte im Rahmen der Umfrage 2.000 Führungskräfte aus der Einzelhandelsbranche, die eine Reihe von Unterbranchen wie Kosmetik, Elektronik, Mode, Transport, Lebensmittel und Getränke repräsentieren. Durch die Ermöglichung von Krypto-Zahlungen erhoffen sich die Unternehmen eine verbesserte Kundenzufriedenheit sowie einen größeren Kundenstamm. Dabei sollen neben den hochvolatilen Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether auch die Stablecoins wie Tether oder USD Coin akzeptiert werden. Stablecoins streben die Parität zu einem zugrundeliegenden Vermögenswert - beispielsweise zum US-Dollar - an und sind deshalb in der Regel weniger volatil.

Interesse an Krypto-Zahlungen dürfte steigen

Ein noch größerer Anteil der befragten Führungskräfte rechnet damit, dass die Nachfrage an Zahlungen per Kryptowährungen generell steigen wird. 83 Prozent der Einzelhändler gehen davon aus, dass das Interesse der Verbraucher an digitalen Währungen im nächsten Jahr zunehmen wird. Etwas mehr als die Hälfte von ihnen hat laut der Umfrage bereits mehr als 1 Million US-Dollar in die Ermöglichung digitaler Zahlungen investiert.

Das Angebot der Krypto-Zahlungen ist insgesamt ein aufwendiges Unterfangen: Beinahe 90 Prozent der befragten Einzelhandelsunternehmen nannten als größte Herausforderung, ihre bestehende Finanzinfrastruktur mit verschiedenen digitalen Währungen kompatibel zu machen. Als weitere Hürden wurden Sicherheitsbedenken, die enorme Volatilität des Krypto-Marktes sowie die fehlende juristische Regulierung betont. Mehr als die Hälfte der Einzelhändler stimmte zu, dass bestimmte staatliche Vorschriften in Bezug auf Kryptowährungen erlassen werden müssen, einschließlich nationaler Leitlinien für das Halten digitaler Vermögenswerte, Klarheit über die steuerlichen Auswirkungen der Verwendung digitaler Währungen und über die Möglichkeit, digitale Währungen auf einem Bankkonto zu halten.

Einzelhandelsketten stehen bei Krypto-Zahlungen vor zwei Varianten

Im Falle einer Akzeptanz von Kryptowährungen als Zahlungsmittel stehen die Einzelhändler vor zwei Varianten: Nach der Zahlung können sie die Cyberdevisen entweder direkt in Fiat-Geld (zum Beispiel in den US-Dollar) umtauschen oder aber die Kryptowährungen halten und auf Preissteigerungen von Bitcoin und Co. hoffen. Letztere Variante ermöglicht zwar zusätzliche Gewinne, kann jedoch bei einer ungünstigen Entwicklung der Krypto-Branche herbe Verluste verursachen. Ein bekanntes Unternehmen, das eine solche Strategie fährt, ist Tesla. Im Frühjahr 2021 erstand CEO Elon Musk Bitcoins in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar für den US-Konzern. 75 Prozent dieses Krypto-Vermögens hat Tesla in diesem Jahr wieder verkauft, wie der jüngste Quartalsbericht des US-Autoherstellers zeigte.

Diese riskantere Variante ist wenig populär. Knapp über 50 Prozent der befragten Einzelhändler planen die direkte Umwandlung der Kryptowährungen in Barvermögen, nur eine Minderheit ziehen ein HODLen der Tokens in Erwägung. Die Umwandlung in Fiatgeld ist auch deshalb für viele Unternehmen attraktiver, weil sie schneller umsetzbar ist und geringere Anschaffungskosten verursacht, wie der Deloitte-Bericht hervorhebt.

Was bedeutet eine Akzeptanz von Krypto-Zahlungen für den Sektor?

Eine größere Akzeptanz von Krypto-Zahlungen im Wirtschaftskreislauf dürfte die Attraktivität der Tokens nochmals erhöhen. So resümiert der Deloitte-Bericht: "Wir gehen davon aus, dass weitere Partnerschaften mit regulierten und etablierten Institutionen in der Branche dazu beitragen werden, die Vorteile digitaler Währungen (z. B. Bequemlichkeit und Unterstützung) zu nutzen und die notwendige Vertrauensbasis zu schaffen". Jedoch dürfte die Ermöglichung der Krypto-Zahlungen zumindest mittelfristig wenig am Downside-Risiko der digitalen Währungen ändern, wie "CNBC" betont.

Redaktion finanzen.net

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