Devisen: Eurokurs legt erneut zum Dollar zu - Japanischer Yen unter Druck
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Dienstag erneut gestiegen. Wie bereits am Montag profitierte die Gemeinschaftswährung von einer Schwäche des US-Dollars. Ein Euro kostete am Nachmittag 1,1720 US-Dollar. Im frühen Handel hatte er noch rund 1,1650 Dollar gekostet.

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Plus500: Beachten Sie bitte die Hinweise5 zu dieser Werbung.Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1728 (Montag: 1,1631) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8526 (0,8597) Euro.
Der US-Dollar gab zu allen wichtigen Währungen nach. Nach Einschätzung von Analysten der Dekabank belasten geopolitische Spannungen rund um den Grönland-Streit den Dollar. Sie sprachen von "Sell-America-Trades", die derzeit zu beobachten seien. Eine weitere Eskalation des Grönland-Konflikts würde dem Euro neuen Auftrieb verleihen, heißt es in der Analyse.
Die Konjunkturerwartungen von Finanzexperten für Deutschland haben sich im Januar derweil merklich verbessert. Das Stimmungsbarometer des Forschungsinstituts ZEW stieg stärker als erwartet. "Die jüngsten Zolldrohungen werfen derweil einen großen Schatten auf die aufgehellten Konjunkturperspektiven", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank mit Blick auf das aggressive Vorgehen der USA bei deren Plänen, Grönland zu übernehmen. Die Zölle hätten bereits deutliche Bremsspuren bei den Exporten hinterlassen. "Würden sich die Zölle noch erhöhen, würde sich einerseits der Exportrückgang fortsetzen und anderseits sogar auch noch beschleunigen", schreibt Gitzel. "Darunter würde die gesamte Wirtschaft leiden."
Unter Druck stand auch der japanische Yen. Nach der Ankündigung von vorgezogenen Neuwahlen wird am Markt eine größere Mehrheit für die amtierende Regierungschefin Sanae Takaichi erwartet. Diese hätte es dann leichter, ihre Wachstumspläne durch höhere Staatsausgaben durchzusetzen. Nach Einschätzung der Dekabank verstärken sich die Fiskalsorgen in Japan und der Anstieg der Renditen für Staatsanleihen gehe weiter. Der japanische Finanzminister Satsuki Katayama hat am Nachmittag versucht, die Finanzmärkte zu beruhigen. Die Aussagen verpufften jedoch.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87220 (0,86710) britische Pfund, 185,18 (183,69) japanische Yen und 0,9268 (0,9282) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete zuletzt 4.730 Dollar. Das waren etwa 59 Dollar mehr als am Vortag. Mit 4.750 Dollar hatte der Goldpreis einen neuen Rekordstand erreicht./jsl/mis