07.12.2022 23:23

Unterstützung von Kryptounternehmen nach FTX-Crash: Binance-Rettungsfonds soll bis zu 2 Milliarden US-Dollar schwer sein

Industry Recovery Initiative: Unterstützung von Kryptounternehmen nach FTX-Crash: Binance-Rettungsfonds soll bis zu 2 Milliarden US-Dollar schwer sein | Nachricht | finanzen.net
Industry Recovery Initiative
Folgen
Nachdem das Debakel um FTX nicht nur die Kryptobörse selbst und das Schwesterunternehmen Alameda Research in den Abgrund riss, sondern auch zahlreiche andere Firmen des Sektors belastete, will Binance der Kryptobranche mithilfe eines Rettungsfonds wieder auf die Beine helfen.
Werbung
• Binance spielt Rolle in FTX-Krise
• Fonds soll Kryptoprojekte unterstützen
• Bei Bedarf Erweiterung auf 2 Milliarden US-Dollar

FTX-Pleite wirkt immer noch nach

Anfang November wurde bekannt, dass Zweifel an den Kapitalreserven der Kryptobörse FTX bestehen. So reichte FTX die Krypto-Reserven seiner Kunden an das Schwesterunternehmen Alameda Research durch, um Barmittel zu generieren. Darüber hinaus nutzte das von Sam Bankman-Fried gegründete Unternehmen die eigenen Token FTT als Sicherheit in seiner Bilanz, was aus unternehmerischer Sicht als riskantes Unterfangen gilt. Nachdem diese Details ans Licht kamen, zogen zahlreiche Nutzer der Plattform ihre dort investierten Gelder ab. Der schnelle Verlust der Kundengelder, alleine am 6. November zogen Nutzer 5 Milliarden US-Dollar aus ihren FTX-Konten ab, ließ dem Handelsplatz keine andere Möglichkeit, als in den USA Insolvenz nach Chapter 11 anzumelden.

Werbung
Schweizer Franken und andere Kryptos mit Hebel via CFD handeln (long und short)
Schweizer Franken und andere Kryptowährungen haben zuletzt deutlich korrigiert. Handeln Sie Kryptos wie Bitcoin oder Ethereum mit Hebel bei Plus500 und partizipieren Sie an steigenden wie fallenden Notierungen.
Plus500: Beachten Sie bitte die Hinweise5 zu dieser Werbung.

Auch Binance in FTX-Chaos verwickelt

Kurz nach dem Bekanntwerden der Schwierigkeiten, in denen sich FTX befand, erklärte Mitbewerber Binance, den angeschlagenen Dienst übernehmen zu wollen. Nur einen Tag später machte Unternehmenschef Changpeng "CZ" Zhao aber wieder einen Rückzieher. Zu groß sollen die Probleme bei FTX gewesen sein. Und tatsächlich: Nachdem Bankman-Fried die Führungsposition der bankrotten Kryptobörse aufgab, übernahm John J. Ray die Leitung - zeigte sich aber wenig begeistert von der Verfassung des Unternehmens. So sprach der Nachfolger von einem beispiellosen "Versagen der Unternehmenskontrolle" und "Fehlen vertrauenswürdiger Finanzinformationen".

Krypto-Sektor unter Druck

Zhao hingegen erklärte sich unmittelbar nach der Pleite bereit, der in Verruf geratenen Kryptobranche zur Seite zu stehen. So bedeutet der Zusammenbruch von Bankman-Frieds Handelsplatz nämlich auch für viele Unternehmens des Sektors, die dort investiert hatten, hohe Verluste. Um unschuldig ins Straucheln geratene Firmen zu unterstützen, kündigte der Binance-Chef bereits Mitte November den Aufbau eines Rettungsfonds an. "Um weitere negative Auswirkungen von FTX zu reduzieren, gründet Binance einen Erholungsfonds für die Industrie, um Projekten zu helfen, die ansonsten stark sind, aber in einer Liquiditätskrise stecken", so Zhao via Twitter.

Kein Platz für FTX

Auf die Frage eines Twitter-Nutzers, ob sich damit auch FTX für den Rettungsfonds qualifiziere, fand Zhao hingegen klare Worte. "Lügner oder Betrüger sind niemals als starke Projekte zu betrachten", betonte der Firmengründer. "Das gilt für andere Projekte im Ökosystem."

Rettungsfonds soll mindestens 1 Milliarde US-Dollar schwer sein

Im Interview mit "Bloomberg" verriet Zhao wenige Tage später bereits erste Details zum Krypto-Rettungsfonds. So wolle er mindestens eine Milliarde US-Dollar für den Kauf von in Schieflage geratenen Unternehmen aus dem Sektor aufbringen. Dazu befinde man sich auf der Suche nach Partnern, mit denen man die vielversprechenden Projekte finanzieren könne. "Wir verfolgen einen lockeren Ansatz, bei dem sich die verschiedenen Akteure der Branche nach Belieben einbringen können", erklärte Zhao gegenüber der Nachrichtenagentur.

Weitere Milliarde könnte in Rettungsschirm fließen

Nur einen Tag nach dem Interview erklärte er via Twitter, dass man eine weitere Milliarde US-Dollar für den Aufbaufonds organisieren konnte.

In einem etwa zeitgleich erschienenen Blogartikel spezifizierte das Unternehmen seine Pläne für eine "Industry Recovery Initiative" (IRI) weiter. "Zunächst wird Binance 1 Milliarde US-Dollar für IRI-Investitionsmöglichkeiten bereitstellen, wobei beabsichtigt ist, diesen Betrag in naher Zukunft auf 2 Milliarden US-Dollar zu erhöhen, wenn sich der Bedarf ergibt", heißt es von Seiten des Kryptobrokers. "Bisher haben Jump Crypto, Polygon Ventures, Aptos Labs, Animoca Brands, GSR, Kronos und Brooker Group ebenfalls ihre Teilnahme mit einer anfänglichen Gesamtsumme von rund 50 Millionen US-Dollar zugesagt, und wir gehen davon aus, dass sich bald weitere Teilnehmer anschließen werden." Akteure, die sich an der Spendenaktion beteiligen wollen, können dies tun, indem sie Einheiten der Kryptowährung Ether an die Walletadresse 0x043a80999cEe3711D372FB878768909fbE7F71E6 senden.

Unterstützung auch mit Know-how

Kryptofirmen, die unter dem FTX-Crash leiden, sollen außerdem in Form von weiteren Hilfestellungen unterstützt werden. "Neben der Finanzierungsunterstützung planen wir, Gründer und Projekte umfassend zu unterstützen - von der Gründung über die technische Umsetzung bis hin zum Fundraising -, damit sie gestärkt aus dem Krypto-Winter hervorgehen können", so das Unternehmen weiter.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Iryna Budanova / Shutterstock.com, T. Schneider / Shutterstock.com
Werbung

Devisenkurse

NameKurs+/-%
Dollarkurs1,0871-0,0018
-0,16
Japanischer Yen141,0650-0,0850
-0,06
Pfundkurs0,8770-0,0009
-0,10
Schweizer Franken1,00110,0000
0,00
Russischer Rubel75,8314-0,0303
-0,04
Bitcoin21197,6305-18,0043
-0,08
Chinesischer Yuan7,3739-0,0001
-0,00
Werbung

Heute im Fokus

Berichtssaison nimmt Fahrt auf: DAX geht kaum verändert ins Wochenende -- US-Börsen schließen im Plus -- Intel erleidet Gewinn- und Umsatzeinbruch -- Visa, Chevron, Mercedes-Benz, LVMH im Fokus

Ford ruft rund 462.000 Autos wegen mangelhafter Kameras zurück. Großaktionär stoppt Gespräche über Anteilsverkauf an PNE. Siemens Energy-Aktie: Wasserstoffallianz zwischen Deutschland und Australien. Schwelender Handelsstreit mit den USA: China hat den Ton verschärft. Lufthansa und Rom unterschreiben Absichtserklärung für Ita-Einstieg - Überprüfung von Firmensitz.

Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Umfrage

In Deutschland wird über eine mögliche Lieferung von Leopard-Panzern an die Ukraine diskutiert. Wie ist Ihre Meinung dazu?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln