Krypto-Marktausblick

Bitcoin mit 50-Prozent-Korrektur: Tom Lee sieht nur eine "Krypto-Böe" statt Winter

15.03.26 23:11 Uhr

Bitcoin-Kursrutsch-Analyse: Tom Lee spricht nur von einer "Krypto-Böe" | finanzen.net

Fundstrat-Analyst Tom Lee sieht den rund 50-prozentigen Bitcoin-Rückgang vom Allzeithoch nur als vorübergehende Markterschütterung und nicht als neuen Krypto-Winter.

Werte in diesem Artikel
Rohstoffe

4.451,43 USD -70,88 USD -1,57%

Devisen

55.339,7883 CHF -1.106,1508 CHF -1,96%

60.435,6302 EUR -1.243,1429 EUR -2,02%

52.237,2981 GBP -1.124,2745 GBP -2,11%

69.765,9143 USD -1.540,6744 USD -2,16%

1.656,4769 CHF -59,5113 CHF -3,47%

1.809,0099 EUR -66,0594 EUR -3,52%

1.563,6106 GBP -58,6112 GBP -3,61%

2.088,2918 USD -79,4685 USD -3,67%

0,0000 BTC 0,0000 BTC 1,98%

0,0006 ETH 0,0000 ETH 3,59%

0,0000 BTC 0,0000 BTC 2,08%

0,0006 ETH 0,0000 ETH 3,65%

0,0000 BTC 0,0000 BTC 2,15%

0,0006 ETH 0,0000 ETH 3,75%

0,0000 BTC 0,0000 BTC 2,24%

0,0005 ETH 0,0000 ETH 3,80%

Indizes

6.555,5 PKT -36,4 PKT -0,55%

• Fundstrat-Analyst Tom Lee bezeichnet den Bitcoin-Rückgang als vorübergehende "Krypto-Böe"
• Bitcoin fiel vom Allzeithoch bei rund 126.000 US-Dollar auf zeitweise unter 65.000 US-Dollar
• Lee sieht makroökonomische Schocks als Ursache, nicht fundamentale Schwäche

"Böe statt Winter": Lees Einordnung des Rückgangs

Tom Lee, Mitgründer und Head of Research bei Fundstrat Global Advisors, bezeichnete den rund 50-prozentigen Rückgang von Bitcoin vom Allzeithoch bei etwa 126.000 US-Dollar (Oktober 2025) auf zeitweise unter 65.000 US-Dollar als eine "Krypto-Böe" (englisch: "crypto squall") und nicht als strukturellen Zusammenbruch. Wie Lee in der CNBC-Sendung "The Exchange" in der Woche vom 17. Februar 2026 erklärte, sei der Rückgang primär von makroökonomischen Schocks ausgelöst worden und nicht von einer fundamentalen Schwäche der Blockchain-Netzwerke.

Lee verwies auf das starke Wachstum der täglichen Ethereum-Transaktionen, die zunehmende Tokenisierung realer Vermögenswerte und die wachsende Integration der Wall Street in den Kryptomarkt als Belege dafür, dass der Markt trotz des Kursrückgangs weiter expandiere. Bitcoin sei in seiner Geschichte bereits sieben Mal um rund 50 Prozent gefallen, doch Lee betonte einen wesentlichen Unterschied zum aktuellen Zyklus: Es handle sich um einen langsamen, psychologisch belastenden Rückgang und nicht um einen euphorischen Zusammenbruch mit anschließendem 70-Prozent-Einbruch. In dem Interview beschrieb er die Situation als "klassische Bärenmarkt-Stimmung", bei der nicht-euphorische Hochs zu langsameren Rücksetzern führten statt zu abrupten Abstürzen.

Zölle, Supreme Court und die Flucht in Gold

Den unmittelbaren Auslöser für die Marktturbulenzen sah Lee in der Entscheidung des US Supreme Court, der den Großteil von Präsident Trumps Notfall-Zöllen für verfassungswidrig erklärte. Die Entscheidung löste zunächst eine Erleichterungsrallye an den Märkten aus. Trump reagierte jedoch umgehend mit einer Ausweitung alternativer Zölle auf Basis von Section 122 des Trade Act auf 15 Prozent, was erneut eine Risk-off-Rotation auslöste.

In der Folge floss Kapital verstärkt in sichere Häfen: Gold stieg Mitte Februar 2026 zeitweise auf über 5.160 US-Dollar pro Unze, Silber näherte sich der Marke von 88 US-Dollar. Bitcoin fiel im selben Zeitraum unter 65.000 US-Dollar, wobei der gesamte Kryptomarkt innerhalb von 24 Stunden mehr als 100 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung verlor. Lee erklärte dazu in dem CNBC-Interview, Krypto leide vor allem deshalb, weil Gold so stark performt habe und die Risikobereitschaft der Anleger von spekulativen Vermögenswerten abgezogen habe. Es gebe zudem keine übermäßige Hebelwirkung im Kryptomarkt, und Händler, die auf kurzfristige Trades setzten, hätten Edelmetalle bevorzugt.

März als Wendemonat und Bitcoin-Kursziel von bis zu 250.000 US-Dollar

In einem Auftritt bei CNBC "Squawk Box" am 2. März 2026 bekräftigte Lee seine optimistische Einschätzung und erklärte, er erwarte, dass der März ein Wendemonat zum Besseren werde. Für den S&P 500 nannte er ein Jahresendziel von 7.700 Punkten. Für Bitcoin bestätigte er sein Kursziel von 200.000 bis 250.000 US-Dollar bis Ende 2026 und prognostizierte, die Kryptowährung werde ihren historischen Vier-Jahres-Zyklus zugunsten einer reiferen Kursdynamik hinter sich lassen.

Unterstützend wirkten nach seiner Einschätzung KI-getriebene Produktivitätsgewinne, robuste Unternehmensgewinne und mögliche Zinssenkungen der Federal Reserve, sollte die Inflation durch die Zölle sinken und sich der Arbeitsmarkt abschwächen. Bereits am 5. Januar 2026 hatte Lee gegenüber CoinDesk erklärt, 2026 werde ein "Jahr der zwei Hälften" mit einer schwierigen ersten Hälfte und einer starken Rally im zweiten Halbjahr. Allerdings trifft Lees durchgehend optimistische Haltung auch auf Skepsis: Bitcoin notierte zuletzt bei rund 71.800 US-Dollar und damit weit von sechsstelligen Kurszielen entfernt (Stand: 15.03.2026). Lee selbst räumte ein, mit seiner Prognose von über 200.000 US-Dollar für Ende 2025 zu optimistisch gewesen zu sein, nachdem Bitcoin das Jahr bei rund 88.500 US-Dollar abschloss.

D. Maier / Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Hi my name is Jacco / shutterstock.com, 3Dsculptor / Shutterstock.com