Kryptowährungen tiefrot

Kursrutsch setzt sich fort: Bitcoin fällt zeitweise unter 75.000 Dollar - auch Ethereum und Co. teils tiefer

02.02.26 17:28 Uhr

Panik am Kryptomarkt: Bitcoin fällt zeitweise unter 75.000 Dollar - auch Kurse von Ethereum und Co. brechen teils massiv ein | finanzen.net

Die Kryptowährungen stehen zum Wochenstart weiterhin unter massivem Verkaufsdruck, nachdem der Bitcoin bereits am Wochenende unter die Marke von 80.000 US-Dollar gerutscht war.

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• Kursrutsch am Kryptomarkt setzt sich fort
Bitcoin zeitweise unter 75.000 US-Dollar
• Experte: Anleger denken wieder mehr an Risiken

Der Bitcoin hat die Talfahrt der vergangenen Tage am Montag zunächst fortgesetzt und ist auf den tiefsten Stand seit neun Monaten gefallen. Im Handelsverlauf rutschte die älteste und bekannteste Kryptowährung zeitweise auf unter 75.000 Dollar. Seit Donnerstag ist der Kurs damit um mehr als 20.000 Dollar gefallen und erreichte den tiefsten Stand seit April. Im Handelsverlauf konnte der Bitcoin aber frühe Verluste wettmachen und wurde zuletzt bei CoinMarketCap bei rund 78.840 Dollar gehandelt.

Noch kräftiger abwärts ging es zum Wochenauftakt jedoch bei Ethereum: Die Nummer zwei auf dem Kryptomarkt verlor im Vortagesvergleich zeitweise 4,90 Prozent auf 2.286,14 US-Dollar.
Daneben verlor Ripple zeitweise 1,73 Prozent auf 1,62 US-Dollar, während der Solana-Kurs um 1,67 Prozent auf 103,17 US-Dollar nachgab.
Doch auch bei Ethereum, Ripple und Solana setzt im Tagesverlauf eine Erholung ein.

Der jüngste Rückgang setzt die seit längerem anhaltende Abwärtsbewegung bei den Digitalwährungen fort. Allein der Bitcoin hat seit seinem Rekordhoch bei 126.198,07 Dollar aus dem Oktober 2025 rund 40 Prozent an Wert verloren.

Breite Marktverwerfungen und systemische Risiken

Die aktuelle Korrektur beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Kryptomärkte. Zeitgleich mit dem Kursrutsch bei Bitcoin und Co. fällt auch in anderen Anlageklassen wie Gold und Silber der Preis deutlich, was auf eine breitere Marktstresssituation hindeutet. Laut "Reuters" kam es zu einem starken Abverkauf bei Edelmetallen, der Panikverkäufe bei Aktien, Derivaten und Kryptowährungen auslöste. Diese Korrelation unterstreicht, wie eng heute Risikoanlagen miteinander verflochten sind und wie schnell negative Impulse in verschiedenen Märkten gleichzeitig verstärkt werden können.

Einer der treibenden Mechanismen hinter dem Ausverkauf am Kryptomarkt dürften aber auch Liquidationen von gehebelten Positionen sein. Wenn bestimmte Kursniveaus durchbrochen werden, lösen automatisierte Stop-Loss- und Margin-Calls Verkaufsaufträge aus, die den Abwärtstrend weiter beschleunigen. "Manchmal verstärken sich diese Preisanpassungen selbst", sagte Brian Jacobsen, Chefökonom bei Annex Wealth Management bereits am Wochenende gegenüber "Reuters". Laut ihm habe bereits der abrupte Kurssturz am Freitag die Menschen wieder an die Risiken erinnert. Daher sei es "möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich, dass wir in den nächsten Tagen weitere Verkäufe sehen werden".

Makroökonomische Unsicherheiten um neuen Fed-Chef

Neben den technischen Faktoren verschärft ein schwieriges makroökonomisches Umfeld die Stimmung der Marktteilnehmer. Die Nominierung von Kevin Warsh als neuer Fed-Vorsitzender habe laut "Reuters" zu erhöhter Unsicherheit geführt, wodurch viele Anleger risikoaverse Strategien bevorzugen und ihr Kapital aus volatilen Anlagen wie Kryptowährungen abziehen. So strebe Warsh etwa eine Reduzierung der Fed-Bilanz an, was an den Kryptomärkten negativ aufgenommen werde, da Bitcoin und Co. als Nutznießer einer großen Fed-Bilanz gelten.

"Der Markt setzt derzeit darauf, dass Warsh als womöglich neuer Fed-Chef nicht als verlängerter Arm Trumps wahrgenommen würde, sondern als eigenständiger Akteur mit institutioneller Glaubwürdigkeit", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Seiner Einschätzung nach werten die Anleger die Personalie Warsh offensichtlich als Indiz für einen in Zukunft restriktiveren Kurs der Notenbank, was zulasten von Risikoanlagen wie den Bitcoin geht.

Außerdem herrsche am Markt "aktuell ein Cocktail der Unsicherheit, bestehend aus geldpolitischen Unwägbarkeiten und geopolitischen Risiken", sagte Emden. Vor allem die anhaltende Unklarheit über den zukünftigen Zinskurs in den USA sowie Spannungen in mehreren Weltregionen hätten die Risikobereitschaft der Anleger deutlich gedämpft.

Redaktion finanzen.net / dpa-AFX)

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