Marktmanipulation

Studie deckt auf: Wie ein einziger Bitcoin-Wal den Hype im Jahr 2017 auslöste

28.11.25 06:37 Uhr

Bitcoin: Wie ein einzelner Wal den Hype im Jahr 2017 auslöste | finanzen.net

Der Hype um den Bitcoin erlebte im Dezember 2017 seinen Höhepunkt, als der Kurs auf ein Allzeithoch von knapp 20.000 US-Dollar kletterte. Eine Studie legt nahe, dass ein einziger Akteur für diese Kursexplosion verantwortlich war.

Werte in diesem Artikel
Devisen

0,7764 CHF -0,0021 CHF -0,28%

0,8457 EUR -0,0013 EUR -0,16%

0,7296 GBP -0,0013 GBP -0,17%

155,2701 JPY -0,1166 JPY -0,08%

0,9991 USD -0,0001 USD -0,01%

61.101,9001 CHF -277,8748 CHF -0,45%

66.556,3107 EUR -223,4565 EUR -0,33%

57.420,2320 GBP -202,8965 GBP -0,35%

12.219.349,9997 JPY -30.988,2680 JPY -0,25%

78.627,8011 USD -144,4041 USD -0,18%

1,2561 CHF -0,0072 CHF -0,57%

1,3682 EUR -0,0063 EUR -0,45%

1,1804 GBP -0,0056 GBP -0,47%

251,2022 JPY -0,9412 JPY -0,37%

1,6164 USD -0,0049 USD -0,30%

0,2324 CHF -0,0006 CHF -0,27%

0,2531 EUR -0,0004 EUR -0,15%

0,2184 GBP -0,0004 GBP -0,17%

46,4719 JPY -0,0320 JPY -0,07%

0,2990 USD 0,0000 USD 0,00%

412,0230 CHF -9,1668 CHF -2,18%

448,8032 EUR -9,4415 EUR -2,06%

387,1967 GBP -8,2149 GBP -2,08%

82.397,6490 JPY -1.664,5245 JPY -1,98%

Bitcoin-Hype ging auf Manipulation zurück
• Ein einziger Wal war verantwortlich
• Bitfinex weist Anschuldigungen zurück

Ursprünglich veröffentlichten John Griffin, Professor an der University of Texas, sowie Amin Shams, Assistenz-Professor an der Ohio State University, schon in 2018 eine Analyse, wonach der Rekordkurs des Bitcoins von Ende 2017 auf eine immense Markt-Manipulation zurückzuführen sei. Ein Update zu ihrer damaligen Studie kam zu dem Ergebnis, dass ein einziger Player hinter den Vorgängen stecke.

So kam es zu dem Bitcoin-Rekord von 2017

In einem Interview mit Bloomberg erklärte Griffin: "Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass es nicht tausende Investoren waren, die den Bitcoin-Kurs bewegten, sondern nur ein einziger großer. In einigen Jahren werden die Menschen überrascht sein zu erfahren, dass Investoren Milliarden [US-Dollar] an Menschen übergeben haben, die sie nicht kannten und die kaum beaufsichtigt wurden".

Bei dem Bitcoin-Wal soll es sich um einen Trader an der Kryptobörse Bitfinex gehandelt haben. Dieser Kryptomarktplatz ist personell und organisatorisch eng mit der Cyberwährung Tether verbunden. Tether ist ein sogenannter Stable Coin, weil die Tether Limited verspricht, dass für jeden digitalen Tether-Coin auch ein US-Dollar hinterlegt ist.

Laut den Studienautoren seien für die meisten fraglichen Transaktionen Tether verwendet worden. Und weil dabei ein bestimmter Grenzwert nicht unterschritten wurde, konnte der Trader den Bitcoin-Preis höher ansetzen. So heißt es in der Studie: "Unter Zuhilfenahme von Algorithmen konnten wir Blockchain-Daten analysieren und dabei feststellen, dass Tether-Käufe mit Rückgängen an den Märkten zusammenfielen und in Anstiegen beim Bitcoin-Kurs resultierten".

Bitfinex weist Vorwürfe zurück

Wer dieser Trader ist, wollten Griffin und Shams allerdings nicht enthüllen. Jedoch stellten die beiden Professoren die Theorie auf, dass Tether neue USDT-Coins kreiert hat, die jedoch nicht vollständig mit US-Dollar gedeckt waren. Diese Coins seien dann zu Bitcoin-Käufen verwendet worden, was schließlich zu dem enormen Kurssprung geführt habe.

Tether ließ daraufhin über seinen Anwalt Stuart Hoegner verlauten, dass die Analyse "grundlegend fehlerhaft" sei, da sie sich auf einen unzureichenden Datensatz stütze. Vielmehr handele es sich dabei um den Versuch, eine "parasitäre Klage" zu unterstützen.

Tatsache jedenfalls ist, dass die Seriösität von Tether und Bitfinex schon länger in Frage gestellt wird. So gibt es schon seit einiger Zeit Zweifel, ob Tether auch tatsächlich wie versprochen im Verhältnis 1:1 durch US-Dollar gedeckt wird. Zum anderen sieht sich Bitfinex Klagen ausgesetzt, wonach Kundengelder veruntreut und der Markt manipuliert worden sei.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: igor.stevanovic / Shutterstock.com, 3Dsculptor / Shutterstock.com