12.02.2020 19:18

Kryptoverwahrgesetz: Erhält der Bitcoin einen weiteren Schub?

Neue Chance: Kryptoverwahrgesetz: Erhält der Bitcoin einen weiteren Schub? | Nachricht | finanzen.net
Neue Chance
Folgen
Seit dem 1. Januar 2020 gilt das neue Gesetz zur Umsetzung der 4. EU-Geldwäscherichtlinie. Damit eröffnen sich für deutsche Banken ganz neue Möglichkeiten, Kryptowährungen unters Volk zu bringen. Sorgt das für den nächsten Höhenflug beim Bitcoin?
Werbung
• Kryptoverwahrgesetz in Kraft getreten
• Großer Andrang bei deutschen Banken
• Chancen und Herausforderungen "Krypto-Standort" Deutschland

Es tut sich wieder etwas auf dem Krypto-Markt. Seit die erste Cyberdevise Bitcoin vor über zehn Jahren ins Leben gerufen wurde, haben Kryptowährungen und die ihnen zugrundeliegende Blockchain-Technologie immer größeren Anklang in der Bevölkerung gefunden. Um den großen Durchbruch in den Massenmarkt zu schaffen, fehlte es bislang jedoch an allen Ecken und Enden. Zu kompliziert und fremd wirkt die neue Technologie auf Menschen, die sich noch nie mit den Themen befasst haben. Fehlende Regulierung, ungenügende Anwendungsmöglichkeiten, langsame und teure Übertragungsmöglichkeiten bremsten die Cyberdevisen dabei, in der Masse anzukommen. Schnell wurden Kryptowährungen verschrien, als undurchsichtige Mittel für illegale Aktivitäten im (Dark-)Net genutzt zu werden; zwecks Geld zu waschen oder Steuern zu hinterziehen. Doch das könnte sich jetzt möglicherweise ändern.

Sie möchten in Kryptowährungen investieren? Unsere Ratgeber erklären, wie es innerhalb von 15 Minuten geht:
» Bitcoin kaufen, Ripple kaufen, IOTA kaufen, Litecoin kaufen, Ethereum kaufen, Monero kaufen.

Neue Chance für deutsche Banken

Denn mit dem neuen Kryptoverwahrgesetz, das im Zuge des Gesetzes zur Umsetzung der 4. EU-Geldwäscherichtlinie Anfang dieses Jahres in Kraft trat, wird ein ganz neues Geschäft für Banken in Deutschland ins Leben gerufen. Denn mithilfe des Gesetzes können bei der Bafin nun Lizenzen erworben werden, um das Kryptoverwahrgeschäft ganz normal als Finanzdienstleistung anbieten zu können. Unternehmen, die bislang schon solche Dienste angeboten haben, haben noch bis Ende November 2020 Zeit, die nötige Erlaubnis durch die Bafin einzuholen.

Konkret heißt das, dass es Banken nun erlaubt ist, Kryptowährungen zu lagern, zu kaufen, zu verkaufen oder auch zu verwahren. Damit dürfte es für Interessierte viel einfacher werden, auch auf dem Markt für digitale Assets mitzumischen. Finden virtuelle Währungen größeren Anklang, dürfte dies dementsprechend auch die Kurse von Bitcoin & Co. weiter in die Höhe treiben. Schließlich wurde der Höhenflug vom Internetgeld in der Vergangenheit oft dadurch gebremst, da es für die Masse einfach zu schwer war, Bitcoins oder andere Cryptos zu erwerben.

Sinn und Zweck des Kryptoverwahrgesetz besteht allerdings nicht darin, die Kurse von Kryptowährungen weiter anzutreiben, sondern vielmehr soll es darum gehen, dass der Handel mit digitalen Münzen wie auch mit Fiatwährungen über Banken abgewickelt wird und somit den deutschen Regulierungsstandards unterliegt. Darüber hinaus werden Krypto-Besitzer aus der Anonymität geholt und der Einsatz von Internetgeld für kriminelle Zwecke soll dementsprechend bekämpft werden.

Großer Anklang

Die Aussicht auf neue Kundschaft durch ein neues Geschäftsmodell scheint bei den deutschen Banken gut anzukommen: Wie das Handelsblatt mit Berufung auf Regierungskreise berichtete, seien bei der Bafin schon mehr als 40 Interessensbekundungen durch Banken eingegangen, die eine Lizenz erwerben wollen.

Daneben soll das Kryptoverwahrgesetz auch dabei helfen, Deutschland als Krypto-Standort erster Güte zu etablieren. Bisher stand die Bundesrepublik hier hinter anderen Ländern zurück. So ist es in der Schweiz mittlerweile schon in zwei Gemeinden möglich, seine Steuern in Bitcoin zu zahlen - davon ist Deutschland noch weit entfernt.

Das könnte Sie auch interessieren: JETZT NEU - Bitcoin & Co. über die finanzen.net App handeln

Nicht nur Vorteile

Auf der anderen Seite ist das neue Gesetz auch nicht für alle Anbieter eine gute Nachricht. Denn insbesondere die Wahrung von Anonymität war für viele Krypto-Unternehmen einer ihrer Standbeine. Diese sehen sich im Zuge der Lizensierungspflicht dazu gezwungen, ihre Dienste einzustellen, wie die Mining-Firmen SimpleCoin oder auch die Bitcoin-Gaming-Plattform ChopCoin.

Ob das Kryptoverwahrgesetz also die erwünschte Wirkung erzielt und Kryptowährungen sowie der Blockchaintechnologie kräftig Rückenwind beschert, wird sich zeigen. Als nächstes kursbewegendes Ereignis dürfte sich zunächst das Bitcoin-Halving im Mai 2020 erweisen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: 3Dsculptor / Shutterstock, Stanislav Duben / Shutterstock.com

Jetzt noch kostenlos anmelden!

Sie möchten sich den Traum einer eigenen Immobilie erfüllen? Im Online-Seminar heute um 18 Uhr erfaren Sie, wie Sie Schritt für Schritt das passende Objekt finden und welche Finanzierungsmöglichkeiten es gibt!

Werbung

Devisenkurse

NameKurs+/-%
Dollarkurs1,05770,0023
0,22
Japanischer Yen143,02000,3570
0,25
Pfundkurs0,86060,0006
0,07
Schweizer Franken1,01260,0016
0,16
Russischer Rubel56,1930-0,1787
-0,32
Bitcoin19571,9280-334,3970
-1,68
Chinesischer Yuan7,07970,0193
0,27

Heute im Fokus

Ukraine-Krieg im Ticker: US-Börsen schwächer -- DAX reduziert Gewinne -- Nordex beschafft sich neues Kapital -- Coinbase, BioNTech & Co., CTS Eventim, Prosus, Singulus im Fokus

Intesa Sanpaolo kauft ab 4. Juli eigene Aktien zurück. Südzucker-Chef prognostiziert höhere Zuckerpreise. CPI PROPERTY GROUP vor Pflichtangebot für S IMMO. Rheinmetall erhält Auftrag aus China im Bereich E-Mobilität. Ex-Weltmeister Kohler sieht BVB als 'Top-Favorit' für Meistertitel. UBS will offenbar US-Investmenthäuser als Großaktionäre gewinnen. McDonald's mit neuem Finanzvorstand.
Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Umfrage

Goldpreis im Fokus der Anleger: Sind Sie in Gold investiert?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln