03.03.2021 08:10

Boom bei Kryptowährungen: Wie es bei Bitcoin und Co. weitergeht

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Die Kurse von Bitcoin und Ethereum kennen kein Halten mehr. Setzt sich die Rally weiter fort? Die Hintergründe, Chancen und Risiken für Investoren.
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von Emmeran Eder, Euro am Sonntag

Der Bitcoin hat mit der Marke von 50.000 US-Dollar eine neue Schallmauer durchbrochen. Für den jüngsten Anstieg sorgten gleich mehrere Nachrichten, die Anleger euphorisierten.

Der wichtigste Auslöser für die aktuelle Hausse ist, dass Tesla-Chef Elon Musk ankündigte, 1,5 Milliarden Dollar in die Kryptowährung zu investieren. Kurz darauf ließ auch MasterCard verlauten, dass das Finanzdienstleistungsunternehmen überlege, Bitcoin als Zahlungseinheit zu akzeptieren.

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Der Investment-Arm der US-Bank Morgan Stanley erwägt ebenfalls, den Bitcoin als Absicherung in sein Portfolio aufzunehmen. Überdies vermeldete zuletzt die Wall-Street-Größe BNY Mellon, Krypto-Verwahrungsdienste für seine Kunden einführen zu wollen.

Diese Fülle an guten Nachrichten führte dazu, dass der Bitcoin, der zuvor nach einem starken Anstieg zu Jahresbeginn heftig korrigiert hatte, seinen Aufwärtstrend wieder aufnahm. Neben institutionellen Investoren engagierten sich zuletzt auch zunehmend Privatanleger in Kryptodevisen. Grund dafür ist, dass die Notenbanken bedingt durch die Corona-Pandemie enorme Mengen an Geld drucken. Hinzu kommt, dass die Fiskalpolitik der Regierungen sehr expansiv ist. Dies nährt die Furcht vor hoher Inflation.

Der Bitcoin stellt hier eine Alternative da, weil damit schnell und sicher Finanztransaktionen außerhalb des bestehenden Finanzsystems bewältigt werden können. Eine Instanz wie Notenbanken, die Einfluss auf die Geldmenge ausübt, gibt es nicht. Vielmehr bietet die im Algorithmus vorgegebene Obergrenze von 21 Millionen Bitcoin-Einheiten einen Schutz vor der Geldentwertung.

"Das Bitcoin-Netzwerk in seiner gegenwärtigen Ausgestaltung ist jedoch nicht darauf ausgelegt, auch nur annähernd den Umfang der Bezahlvorgänge des klassischen Zahlungsverkehrs zu bewältigen", sagt Sören Hettler, Währungsanalyst bei der DZ Bank.

Überdies könne theoretisch das Maximum von 21 Millionen Bitcoins mit der Mehrheit der Rechnerkapazität im Netzwerk verändert werden, meint Hettler. Dazu müssten aber die Inhaber der Rechner, die das Netzwerk beherrschen, zustimmen. Das sei zwar möglich, meint Dirk Röder, Führungskraft beim IT-Beratungsunternehmen MaibornWolff. "Doch selbst wenn etwa eine große Notenbank es schaffen würde, so viele der raren Rechner aufzutreiben und somit die Mehrheit der Rechnerleistung zu stellen, würde sich der Bitcoin eben aufteilen. Sinnbildlich unterstützten 51 Prozent dann den Notenbank-Bitcoin und 49 Prozent den Original-Bitcoin. Welcher der beiden dann das Vertrauen der Anleger genießt, dürfte offensichtlich sein", meint Röder. Er hält den Bitcoin daher für extrem sicher und zudem unhackbar.

24 Zahlen genügen

Den größten Vorteil der Kryptowährung sieht er aber in deren Funktion als Wertaufbewahrungsmittel, also als digitales Gold. "Das ist eine Generationenfrage. Bitcoin ist das neue Gold der Jugend und eine Absicherung gegen den Wahnsinn der Notenbank", erklärt der IT-Profi. Zudem habe es einen weiteren großen Vorteil gegenüber Gold. In Krisenzeiten reiche es, sich einen Code mit 24 Zahlen zu merken, um nach Grenzübertritten an sein Geld heranzukommen. Gold dagegen müsse mitgenommen und könnte aufgespürt werden.

Allerdings schwankt der Bitcoin extrem stark. Deswegen sei er als Wertspeicher anders als das gelbe Metall nicht geeignet, monieren Kritiker. "Das stimmt zwar aktuell noch, aber die extreme Volatilität zeigt nur, dass der Bitcoin seinen fairen Wert noch nicht gefunden hat", entgegnet Bitcoin-Fan Röder diesem Argument.

Die hohe Schwankungsbreite macht es aber auch für Investoren schwer, die Kursentwicklung des Bitcoin einzuschätzen. Die DZ Bank hat errechnet, dass in der Super-Hausse im Jahr 2017 die Kryptowährung vom Tief bis zum Top 1.600 Prozent zugelegt hat. Übertragen auf die jetzige Rally, würde das einem Bitcoin-Kurs von 65.000 Dollar entsprechen, was noch einer Kurschance von etwa 30 Prozent entspräche. Viele Marktbeobachter halten sogar die 100.000-Dollar-Marke für möglich. Genauso gut können aber auch schnell gewaltige Kurseinbrüche eintreten, was in der jungen Geschichte des Bitcoins schon häufiger vorkam.

Neben dem Bitcoin machte zuletzt auch die zweitwichtigste Kryptowährung Ethereum von sich reden. Diese übertraf seit dem Sommer 2020 sogar noch die Preisentwicklung des Bitcoin. Ein Ethereum kletterte von 250 Dollar im Sommer 2020 auf nun 1.750 Dollar.

Bitcoin und Ethereum unterscheiden sich nicht nur beim Blick auf die Börsenkurse. Auch die Technologie hinter den Kryptowährungen weist grundlegende Unterschiede auf. Ethereum ist mehr als eine reine Kryptowährung. In erster Linie ist es eine Plattform für die Entwicklung dezentraler Apps. Dabei spielen Smart Contracts eine wichtige Rolle. Das sind Computerprotokolle, die vorwiegend Verträge abbilden.

Somit dient Ethereum sowohl als Zahlungsmittel als auch zum Austausch von Eigentum, (Geschäfts-)Anteilen und anderem. Dabei gilt: Die Blockchain (verkettete Folge von Datenblöcken) von Ethereum arbeitet viel schneller als die von Bitcoin. Ethereum kann mit weniger Aufwand erzeugt werden und ist anders als der Bitcoin von der Menge her nicht begrenzt. Der Herstellungsprozess benötigt eine weit geringere Rechenleistung und verbraucht weniger Strom. Zudem können Transaktionen in Ethereum schneller und günstiger als bei Bitcoin abgewickelt werden.

Noch ein Nischenprodukt

Das Problem ist bisher, dass noch nicht ausreichend Transaktionen verarbeitet werden können. Das System ist daher für die breite Anwendung noch nicht geeignet, sondern nur für Nischen. Anwendungen im Finanzmarkt bilden bis dato den Schwerpunkt. Devisenabsicherungen oder Stromverträge können etwa automatisiert abgewickelt werden. Ethereum könnte die Finanzindustrie aber auf den Kopf stellen.

"Wer Ethereum als Anleger erwirbt, spekuliert darauf, dass sich das Konzept langfristig durchsetzt und sein Nischendasein verlässt", sagt Manuel Heyden, Geschäftsführer des Onlinebrokers Nextmarkets.

Sowohl Ethereum als auch Bitcoin bieten enorme Chancen, aber auch hohe Gefahren - bis hin zum Totalverlust. Nur sehr risikobereite Anleger sollten sich engagieren. Sinnvoll ist es, auf beide Kryptos zu streuen, da diese verschiedene Konzepte verfolgen.


INVESTOR-INFO

ETC Group Bitcoin ETC

Bitcoin für das Depot

Mit dem auf Xetra gehandelten Bitcoin-Exchange-Traded-Krypto-ETC der ETC Group beteiligen sich Anleger an der Kursentwicklung des Bitcoin. Der ETC ist mit physischen Bitcoins unterlegt. Das Produkt ist nicht währungsgesichert gegenüber dem US-Dollar. Es läuft unbegrenzt. Die jährliche Gebühr beträgt zwei Prozent. Da der Bitcoin sehr volatil ist, sollten Anleger mit Stoppkursen arbeiten.

XBT Ethereum ETC

Auf Ethereum setzen

An den Börsen Stuttgart und München sowie Tradegate und Gettex ist der ETC von XBT, einer Tochter der schwedischen CoinShares Group, gelistet. Das nicht rein physisch hinterlegte Papier bildet den Preis von Ethereum eins zu eins ab. Mit 2,5 Prozent ist die jährliche Gebühr nicht gering. Der ETC auf die nach Bitcoin zweitbedeutendste Kryptowährung ist nicht devisengesichert und weist hohe Schwankungen auf.

Das könnte Sie auch interessieren: JETZT NEU - Bitcoin & Co. über die finanzen.net App handeln - oder für Profis über die Börse Stuttgart Digital Exchange

Handel mit Kryptowährungen

Verschiedene Plattformen

Kryptowährungen sind über mehrere deutsche Handelsplattformen zu erwerben. Bei allen müssen sich die Investoren vor der Nutzung über ein Video-Identitätsverfahren legitimieren, das über die jeweilige App läuft. Vorreiter ist die Börse Stuttgart gewesen. Sie startete vor ungefähr zwei Jahren den Kryptohandel per Smartphone über die Bison-App. Die Börse Stuttgart Digital Exchange bietet seit mehr als einem Jahr ebenfalls den Handel mit den Kryptowährungen an. Bitwala aus Berlin wirbt damit, das erste Bankkonto mit angeschlossener Bitcoin-Wallet und -Börse zu sein. Die Gebühren sind beim Kryptowährungshandel mit je einem Prozent beim An- und Verkauf jedoch kein Schnäppchen. Auch beim Onlinebroker Justtrade können seit Ende des vergangenen Jahres Bitcoin, Ethereum und andere Kryptowährungen gekauft werden.











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