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10.04.2018 22:09
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"Bargeld-Aufstand": In Schweden wächst der Widerstand gegen eine bargeldlose Zukunft

Zu weit gegangen?: "Bargeld-Aufstand": In Schweden wächst der Widerstand gegen eine bargeldlose Zukunft | Nachricht | finanzen.net
Zu weit gegangen?
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Schweden gilt als Vorreiter des bargeldlosen Lebens. Doch kritische Stimmen werden zunehmend lauter - mehr und mehr Menschen stehen den Entwicklungen skeptisch gegenüber und halten an dem Bargeld fest.

Eine bargeldlose Zukunft

Das bargeldlose Zahlen ist immer mehr im Kommen - ob kontaktlos an der Kasse oder per App auf dem Handy. Viele freut dieser Umstand, können auf diese Weise doch Zeit und Mühe eingespart werden. Andere wiederum zeigen sich wenig überzeugt von der modernen Technik.

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Schweden gilt als Vorreiter des bargeldlosen Lebens. Im Jahr 1661 waren die Skandinavier das erste europäische Land, das Geldscheine einführte. Nun sind sie dabei, das erste Land zu werden, das eben diese wieder abschafft.

Karte statt Kronen

In Schweden geht man inzwischen sogar so weit, dass Geschäfte schon gar nicht mehr angehalten sind, Bargeld annehmen zu müssen. Auch eine Vielzahl an Bars und Restaurants in der Hauptstadt Stockholm ist bereits geflaggt mit den Schildern "No Cash" - also keine Barzahlung.

In manchen Regionen akzeptieren selbst Parkuhren kein Bargeld mehr und auch Obdachlose hoffen auf Spenden per "Swish" - einer App, die Überweisungen in Echtzeit ermöglicht und dabei lediglich die Handynummer sowie ein Bankkonto bei einem der teilnehmenden Finanzinstitute benötigt.

Die meisten Verbraucher in Schweden scheinen zu glauben, dass sie gut komplett ohne Bargeld auskommen könnten.

Der Widerstand wächst

Doch die Furcht unter den Skandinaviern wächst - dieser Zustand wird häufig auch als "Bargeld-Aufstand" bezeichnet.

Christian Engström, früher Gegner der bargeldlosen Gesellschaft, berichtet, Schweden habe bisher immer Glück mit der Regierung gehabt, sie sei stets "nett" gewesen. Dieser Meinung ist auch ein Großteil der Bevölkerung - sie hätte generell keine große Angst vor einer Verletzung des Datenschutzes, denn sie vertrauten ihrer Regierung. Nun gibt es allerdings Anzeichen dafür, dass sich das bald ändern könnte. Im Februar warnte Stefan Ingves, Chef der schwedischen Nationalbank, davor, dass bargeldlose Zahlungen zunehmend kontrolliert werden könnten. Die Nationalbank erwäge inzwischen, Banken dazu zu verpflichten, Bargeld vorzuhalten, um somit eine Bargeld-Grundversorgung garantieren zu können. Dies rät sie auch der Regierung, denn die aktuelle Entwicklung berge große Unsicherheiten.

"Im Grunde ist der Strukturwandel positiv, aber er muss in einem Takt gehen, der keine Probleme für gewisse gesellschaftliche Gruppen schafft oder jemanden vom Zahlungsmarkt ausschließt", meint Ingves.

Auch Björn Eriksson, ehemaliger nationaler Polizeikommissar und Anführer der Gruppe "Cash Rebellion" äußerte gegenüber der "FAZ", Schweden mache sich angreifbar. Wenn Hacker fähig seien, in das Banksystem einzudringen, sei das komplette Land gefährdet - eine enorme Destabilisierung sei die Folge.

Ökonom Mats Dillen leitet eine Kommission der Regierung, welche die Auswirkungen eines bargeldlosen Alltags untersucht. Er glaubt, Schweden könnte schnell in eine Negativ-Spirale geraten. Im vergangenen Jahr betrug die Bargeld-Menge 40 Prozent weniger als im Jahr 2007: "Wenn die Bargeld-Menge weiterhin so schnell schrumpft, wird es schwierig, die finanzielle Infrastruktur aufrechtzuerhalten", sagte er gegenüber "Bloomberg".

Die Schweden sind geteilter Meinung

Schweden ist in zwei Lager geteilt - während die einen von der modernen Technologie überzeugt sind, zeigen sich die anderen skeptisch und glauben nicht recht daran, dass eine bargeldlose Gesellschaft funktionieren könnte.

Eine Meinungsumfrage ergab, dass sieben von zehn Schweden die Option beibehalten wollen, Bargeld verwenden zu können. 25 Prozent hingegen sind für eine völlig bargeldlose Gesellschaft.

Während vor vier Jahren noch 60 Prozent angaben, wöchentlich Bargeld zu nutzen, sank dieser Anteil im Jahr 2017 ebenfalls auf 25 Prozent.

Ein Problem könnte diese Neuerung aber vor allem für den älteren Teil der Gesellschaft darstellen, dem der Umgang mit Mobiltelefon und Internet nicht sonderlich vertraut ist. Dieser Teil hält an dem "echten Geld" fest und stellt sich gegen die Entwicklung hin zu einer bargeldlosen Zukunft.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Antony McAulay / Shutterstock.com, Stokkete / Shutterstock.com

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