18.10.2015 21:25

Indexfonds: Die besten ETFs der Welt

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Viele Dachfonds­manager kaufen nicht nur aktiv gelenkte Fonds, sondern auch ETFs. In welche Märkte sie aktuell damit investieren.
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€uro am Sonntag
von A. Hohenadl und C. Platt, Euro am Sonntag

Vor rund 15 Jahren kam in Deutschland der erste ETF auf den Markt. Seitdem verzeichnen diese Anlagevehikel ein rasantes Wachstum. Mittlerweile werden hierzulande mehr als 1.000 der Produkte gehandelt, insgesamt stecken in ihnen rund 350 Milliarden Euro. Kaum ein Markt und kaum eine Anlageklasse, in die man heute nicht mit ETFs investieren kann. Und das zu wesentlich günstigeren Konditionen als mit aktiv gemanagten Fonds.


Diese Vorteile haben inzwischen auch die Manager zahlreicher Dachfonds erkannt. Sie investieren nicht in einzelne Aktien oder Anleihen, sondern in Fonds. Mit einem Dachfonds beteiligen sich Anleger also an der Entwicklung Dutzender Portfolios, die ihrerseits zahlreiche Positionen halten.


Mit der zunehmenden Verbreitung von ETFs hat auch in der Dachfondsbranche ein Wandel eingesetzt. ETF steht für Exchange Traded Fund und meint börsengehandelter Indexfonds. ETFs bilden ein Börsenbarometer eins zu eins ab, ohne dass ein Manager Anpassungen vornimmt. ETFs sind aber wie ihre aktiv gemanagten Pendants Fonds - und damit geeignet, in das Portfolio eines Dachfonds aufgenommen zu werden (siehe Glossar).

Und diese Möglichkeit wird mehr und mehr genutzt. Denn während früher die Aufgabe eines Dachfondsmanagers allein darin bestand, die besten Fonds ihrer jeweiligen Anlagekategorie zu ermitteln, sieht das Selbstverständnis heute anders aus. Mittlerweile verstehen sich viele Dachfondsmanager als Asset Allocator - als Verteiler des Fondsvermögens auf die aktuell aussichtsreichsten Anlageklassen. Um ihre Ideen umzusetzen, greifen sie verstärkt auf ETFs zurück. Denn mit den passiven Fonds lassen sich bestimmte Märkte gezielt und sehr kostengünstig ansteuern.

Vom Wissen der Profis profitieren

€uro am Sonntag wollte wissen, in welchen Fällen Dachfondsmanager bevorzugt zu ETFs greifen und auf welche Märkte sie aktuell damit setzen. Alles mit dem Ziel, dass auch Privatanleger von dem Wissen und der Erfahrung der Profis profitieren können. In einem ersten Schritt wurden Gesellschaften ausgewählt, von denen mindestens ein Dachfonds €uro-FondsNote 1 oder 2 trägt und eine solide Jahresrendite aufweist. Bewusst haben wir uns auf Produkte konzentriert, die sowohl aktive als auch passive Zielfonds nutzen. Anschließend hat die Redaktion die aus­gewählten Fondsmanager über deren aktuelle ETF-Investments befragt. Am Ende wurden aus den gesammelten Informationen fünf besonders interessante Indexfonds herausgegriffen, die wir auf den folgenden Seiten vorstellen.


Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Die genannten ETFs sind oft nur ein kleiner Bestandteil des Portfolios, die meisten Dachfondslenker setzen den Schwerpunkt nach wie vor auf aktiv gemanagte Produkte. "Die Auswahl von Fondsmanagern, die gegenüber dem Markt eine Mehrrendite erzielen können, ist für uns wichtiger", sagt Eberhard Krüger, Dachfondsmanager bei der MEAG. Die Fondsgesellschaft von Munich Re und Ergo setzt in ihren zwei Dachfonds aktuell nur rund fünf Prozent an ETFs ein. Weniger Berührungsängste hat die österreichische ARTS Asset Management, in deren trendfolgende Strategien die passiven Produkte gut hineinpassen. Zwischen 20 und 30 Prozent Anteil haben Indexfonds in ihren Portfolios.

Für den Einsatz von ETFs nennen Dachfondsmanager mehrere Gründe, die auch für Privat­anleger entscheidend sind, um ihr Portfolio mit Indexfonds gewinnbringend aufzuwerten.

Einer der Gründe ist die einfache Steuerung der Investitionsquote. Soll etwa das Engagement in den Aktienmarkt verstärkt werden, kann dies mit der Hinzunahme eines geeigneten ETFs umgesetzt werden. Die ausgewählten aktiven Zielfonds können dann unangetastet bleiben, um die grundlegende Ausrichtung des Dachfonds zu erhalten. Der ETF wirkt als Stellschraube, an der schnell gedreht werden kann, während die tief verankerten Bauteile nicht angerührt werden.

Zudem greifen Dachfondsmanager auch dann zu ETFs, wenn keine geeigneten aktiven Produkte vorhanden sind. Dies kann zwei Ursachen haben: Entweder ist der Markt so effizient, dass aktive Manager keinen Mehrwert bieten, es ihnen also nicht gelingt, ihren Index nach Abzug der Gebühren zu schlagen. Die zweite Ursache: Es gibt schlicht keinen aktiven Fonds, der das Segment abdeckt.

Das ist insbesondere dann der Fall, wenn die Anlagekategorie zu klein ist. Ein Beispiel sind ­Anleihe-ETFs, die Papiere einer eng umgrenzten Gruppe von Emittenten mit festgelegten Laufzeiten enthalten. Ein aktiver Fonds mit einer derartigen Einschränkung hätte so gut wie keinen Bewegungsfreiraum und könnte nur schwerlich eine Überrendite erwirtschaften.

Ein dritter Grund für den Einsatz von ETFs anstelle aktiv gemanagter Produkte ist, dass eine Anlageidee nicht durch externe Managemententscheidungen verwässert werden soll. Mit ETFs lässt sich der breite Markt kaufen, ohne dass durch Selektion einzelner Titel Anpassungen vonseiten eines Managers erfolgen. Ist der Dachfondsmanager beispielsweise überzeugt, dass die britische Wirtschaft in ihrer Gesamtheit anziehen wird, will er möglicherweise britische Standardwerte kaufen, ohne dass ein anderer Fondsmanager durch seine Entscheidungen dem Investment einen besonderen Drall gibt.

An dieser Stelle lässt sich sogar noch ein Schritt weiter gehen: Der Investmentstil eines aktiven Zielfondsmanagers kann in bestimmten Fällen sogar als Risiko verstanden werden. Weicht dieser von seinem Vergleichsindex ab, kann er damit Erfolg haben, aber genauso gut auch scheitern.

Das ist auch für Privatanleger, die in ETFs investieren, wohl eine der bedeutendsten Über­legungen. Denn es zeigt sich ­immer wieder: Über einen langen Anlagezeitraum wird die Gruppe der aktiven Manager, die den Markt nach Kosten schlagen, sehr klein.

Glossar:

Asset Allocation: Unter dem ­Begriff ist die Aufteilung des ­Vermögens auf verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Immobilien zu verstehen. Eine Stufe darunter geht es um die Differenzierung zwischen einzelnen Regionen oder Branchen. Als taktische Asset Allocation werden kurzfristige Umschichtungen bezeichnet, als strategische die langfristige Aufteilung auf die aussichtsreichsten Märkte.

Dachfonds: Normalerweise kauft ein Fonds einzelne Titel wie ­Aktien oder Anleihen. Dachfonds tun das nicht, sondern investieren in Fonds, die Ziel- oder Subfonds genannt werden. Die Dachfondsmanager wählen die besten ­Produkte für einen bestimmten Markt aus, haben aber keinen Einfluss darauf, wie diese ihre Portfolios ausrichten.

Diversifikation: Eine Streuung des Vermögens wird als Diversifikation bezeichnet - was empfehlenswert ist, um nicht zu stark von einzelnen Investments abhängig zu sein. Aktive Fonds sind gesetzlich dazu verpflichtet: Sie dürfen maximal fünf Prozent des Geldes in ein einzelnes Wertpapier investieren. In Ausnahmefällen können es bis zu zehn Prozent sein. Diese Fälle wiederum dürfen insgesamt 40 Prozent des Fondsvermögens nicht übersteigen.

ETF: Abkürzung für Exchange Traded Fund, auf Deutsch: börsengehandelter Indexfonds. ETFs folgen exakt einem Index wie dem DAX oder dem Euro Stoxx 50. Eine aktive Auswahl von Titeln durch einen Manager entfällt.

Vergleichsindex: Um die Leistung eines Managers einschätzen zu können, messen sich viele Fonds an einem passenden Index (deutsche Aktienfonds zum Beispiel am Leitindex DAX). Diese Benchmark durch geschickte ­Titelauswahl zu übertreffen ist das Ziel jedes Fondslenkers.

Aktien USA
Führende Wirtschaftsmacht der Welt

Die Gesellschaft Allianz Global Investors (AGI) ist ein klarer Verfechter aktiven Portfoliomanagements. Kein Wunder, dass in ihren Dachfonds ETFs nur in sehr geringem Ausmaß eingesetzt werden. "Das Exposure liegt deutlich unter zehn Prozent", sagt Christian Schütz, der den Allianz Best-in-One Balanced lenkt.

ETFs werden in den AGI-Dachfonds in zwei Fällen verwendet. Zum einen wenn in spezielle Märkte investiert werden soll, für die keine aktiv gemanagten Produkte oder passende Derivate wie Futures verfügbar sind. "Zum anderen kommen ETFs bei sehr effizienten Märkten infrage, wenn das Potenzial, Alpha zu generieren, eingeschränkt ist", sagt er. Soll heißen: Sind die Chancen gering, dass es einem Manager gelingt, den Vergleichsindex zu übertreffen (sprich: Alpha zu erzielen), erwägt Schütz den Einsatz von ETFs. Dies ist bei Märkten, die täglich von Hunderten Analysten beobachtet werden und deshalb als sehr effizient gelten, regelmäßig der Fall.

Ein Beispiel für diesen zweiten Fall sind US-amerikanische Standardwerte. Sie hat Schütz per ETF in den Dachfonds geholt. Denn die 500 größten Unternehmen der USA, die im Leitindex S & P 500 versammelt sind, stehen unter ständiger Beobachtung. Eine Outperformance gegenüber dem Index ist für einen aktiven Manager nur schwer möglich. Mit seiner Entscheidung, den S & P 500 über einen Indexfonds zu integrieren, befindet sich Schütz in guter Gesellschaft. Kein anderes Anlagesegment wird von Dachfondsmanagern häufiger per ETF abgebildet als US-Bluechips. Das geht aus einer Untersuchung der ­Ratingagentur Morningstar hervor, die mehr als 1.000 Dachfonds weltweit ­unter die Lupe genommen hat.

Der iShares Core S & P 500, einer der beliebtesten ETF für amerikanische Standardwerte, eignet sich als Basisinvestment für so gut wie jeden Anleger, der US-Aktien ins Depot integrieren will. Aktuell erscheinen japanische und europäische Aktien zwar aussichtsreicher, denn das Gewinnwachstum in den USA ging in den vergangenen Monaten zurück. Trotzdem darf ein Engagement in die wichtigsten Unternehmen der führenden Wirtschaftsmacht der Welt in keinem Depot fehlen. Die Konzerne Apple, Microsoft und Exxon Mobil zählen zu den größten Aktien des Index.

Weitere Anlagesegmente, die Schütz über ETFs abbildet, sind Staatsanleihen mit festgelegten Laufzeiten sowie in geringem Maß inflationsgeschützte Anleihen. Der Manager nutzt ETFs in diesen Fällen, weil keine lohnenswerten aktiv gemanagten Produkte verfügbar sind. "Laufzeiten- und inflationsgeschützte Anleihe-ETFs bilden ein sehr kleines Investmentuniversum ab", sagt er. In diesen Segmenten gebe es demnach kaum Potenzial für eine aktiv erwirtschaftete Überrendite.

Der iShares Core S & P 500 bildet die Entwicklung der 500 größten Unternehmen der USA ab. Der harte Wettbewerb unter den ETF-Anbietern hat die Gebühren in diesem Segment besonders gedrückt.

Aktien Japan
Währungsrisiken ausschließen

Bei der Schweizer Großbank UBS spielt der Einsatz von ETFs eine wichtige Rolle. "Eine ETF-Quote von rund 25 Prozent ist repräsentativ für unsere Vermögensverwaltung", sagt Christoph Hott, Head of Investment ­Management bei UBS Deutschland.

Verwendet werden die Indexfonds primär in der taktischen Asset Allo­cation, um Anlageideen kurzfristig zu ­verfolgen. "Wir nutzen sie, um unsere Markteinschätzung auf Sicht von sechs Monaten hinsichtlich Regionen, Anlageklassen oder Themen umzusetzen."

Durch den Einsatz der ETFs gelinge es, die aktiven Zielfonds unangetastet zu lassen. "Viele aktiv gemanagte Fonds benötigen einen kompletten Wirtschaftszyklus, damit ihre Anlagestrategie Wirkung zeigt und sich entfalten kann", sagt Hott. Diese Chance würde man vereiteln, wenn man aktive Fonds häufig austauscht, ist er überzeugt.

Zurzeit sind japanische Aktien für die Dachfonds-Teams der UBS interessant. Um sich dort zu engagieren, nutzen sie den iShares MSCI Japan EUR Hedged. "Über diesen ETF bilden wir unsere taktische Übergewichtung von japanischen Aktien ab, tragen aber gleichzeitig dem schwachen Yen Rechnung", sagt Hott.

Der ETF folgt dem Leitindex MSCI ­Japan, der die rund 300 größten Unternehmen des Landes enthält. Die inte­grierte Währungsabsicherung schützt vor Wechselkursverlusten der japanischen Währung gegenüber dem Euro. In den vergangenen Wochen war dies zwar weniger wichtig, doch mit Blick auf die Zeit seit Ende 2012 unerlässlich.

Denn Japan treibt mit einer lockeren Geldpolitik den Yen in den Keller und verhilft damit der wichtigen Exportwirtschaft zu einem Wettbewerbsvorteil. Entsprechend optimistisch sind die Gewinnprognosen für die Konzerne.

Weitere aussichtsreiche Investmentthemen, die UBS gezielt über ETFs abdeckt, sind der Technologie- und der Energiesektor in den USA.

Anleihen Europa
Chancen in der Peripherie

Die Auswahl aktiv gemanagter Produkte steht bei den Dachfonds von Generali Investments im Vordergrund. Dennoch kommen in nahezu allen Fonds auch ETFs zum Einsatz. "Die Quote reicht von circa zehn Prozent in unseren reinen Aktiendachfonds bis hin zu über 30 Prozent in unseren gemischten Produkten", sagt Gregor Radnikow, Senior Portfolio Manager Dachfonds bei der Vermögensverwaltung der Generali-Versicherung.

Europa ist zurzeit ein wichtiges Thema, das über ETFs gespielt wird. Auf der Aktienseite setzt Generali via Indexfonds auf die größten Konzerne der Eurozone - allerdings aus rein taktischen Gründen, um die Investitionsquote zu steuern. Bei europäischen Anleihen sieht das anders aus. "Generell setzen wir auf ETFs, wenn wir eine explizite Marktmeinung in unseren Portfolios umsetzen wollen, die nicht durch externe Managemententscheidungen verwässert werden soll", erklärt Radnikow. Dies gilt für den Amundi ETF Government Bond Lowest Rated EuroMTS Investment Grade, der zurzeit die größte Position der Generali-Dachfonds im Rentenbereich ist. Das passive Produkt verfolgt die Entwicklung von Staatsanleihen aus der europäischen Peripherie, die gerade noch ein Investment-Grade-Rating aufweisen - deren Emittenten also als verlässlich gelten. Papiere aus Italien, Spanien, Belgien und Irland sind in dem abgebildeten Index zu finden.

"Bei einem Investment in Anleihen aus der europäischen Peripherie profitieren wir noch immer von einem etwas höheren Kupon gegenüber den Kern­ländern der Eurozone", sagt Radnikow. "Obwohl sich die Renditeabstände zu deutschen Staatsanleihen seit dem Höhepunkt der Krise immer weiter verringert haben, stellt dieses Marktsegment daher noch immer eine vielversprechende Investitionsmöglichkeit dar."

Der Amundi ETF Government Bond ­Lowest Rated EuroMTS Investment Grade investiert in Anleihen europäischer Staaten, die zwar als verlässlich gelten, aber keine Spitzenbonität haben.

Aktien Nahrung & Getränke
Branche für unsichere Zeiten

ETFs spielen für ARTS Asset Management, die für die Wiener Gesellschaft C-Quadrat Dachfonds managt, zwar nicht die Hauptrolle, aber eine durchaus wichtige. So machen Indexfonds in einigen Portfolios einen Anteil von 20 bis 30 Prozent aus. Über den Einsatz dieser Produkte bestimmt ein computergestütztes Trendfolge­system, das aus einem Universum von 800 ETFs auswählen kann. Entscheidend ist, dass der Indexfonds einen starken Aufwärtstrend ausbildet. Wie lange sich ein ETF in den Dachfonds befindet, steuern die Signale des Handelssystems, anhand derer ARTS-Gründer und Chef-Trader Leo Willert wöchentlich umschichtet.

Aktuell befindet sich ein ETF auf den ­Index Stoxx Europe 600 Food & Be­verage in den Portfolios, den Willert sehr interessant findet. Denn sind die Kursbewegungen an der Börse hektisch und teilweise übertrieben - "erratische Märkte" nennt Willert das -, profitieren häufig Indexfonds, die auf die Nahrungs­mittel- und Getränkebranche setzen. Getreu dem Motto "Gegessen und getrunken wird immer" sind Unternehmen aus diesem Bereich stets dann gefragt, wenn Zweifel an der Konjunktur­entwicklung aufkommen.

Und die sind derzeit mit den Wachstumssorgen in China und den USA zweifellos vorhanden. "Food & Beverage ist ein gutes Beispiel für eine Branche, die in gewissen Marktphasen einen stark gegenläufigen Trend zum Gesamtmarkt ausbildet", sagt Willert. Für den dbx-ETF hat der Fondsmanager eine hypothetische Rückrechnung gemacht und festgestellt: Von April bis Dezember 2000, als die Technologieblase platzte, verlor der Weltaktienindex MSCI World 4,7 Prozent. Dagegen hätte der ETF - wenn es ihn damals schon gegeben hätte - um 18,8 Prozent zugelegt. Bei den derzeit volatilen Märkten kann der Indexfonds erneut seine Stärke ausspielen. Für positive Impulse sorgt daneben eine mögliche Megafusion in der Getränkebranche.
Der db X-trackers Stoxx Europe Food & Beve­rage setzt auf die wenig konjunktursensible Nahrungsmittel- und Getränkebranche. Schwergewicht: der Schweizer Multi Nestlé.

Aktien Europa
Stets in den attraktivsten Sektoren

Schnell rein in einen Markt und schnell wieder raus: ETFs scheinen wie gemacht für kurzfristige Anlagen. Schließlich sind die Gebühren der Indexfonds niedrig, und sie können täglich an der Börse gehandelt werden. Alles richtig, sagt Michael Winker, Leiter ETF-Investments bei Feri Trust. Doch sei der "Werkzeugkasten ETF immer größer geworden", sodass Anleger heute sehr pointiert in einzelne Märkte gehen könnten und Indexfonds auch als Basisinvestment genutzt würden.

Ein solches Standardinvestment in den europäischen Aktienmarkt ist der Europe SectorTrend ETF. Er wird von Feri Trust nicht nur in vielen Dachfonds regelmäßig eingesetzt, sondern basiert auch auf einer langjährig erfolgreichen Strategie des Hauses. Zusammen mit der Commerz Fund Solutions haben die Bad Homburger 2013 darauf einen ETF aufgelegt. Im Wesentlichen geht es bei dem Indexfonds darum, stets in die europäischen Branchen mit den stärksten Aufwärtstrends investiert zu sein.

Ziel ist es, eine Mehrrendite gegenüber dem breiten europäischen Aktienmarkt zu erzielen. Dazu investiert der ETF in jene Sektorindizes des Stoxx Europe 600, die ein positives Kursmomentum aufweisen. Sprich: Es werden nur die Gewinnerindizes gekauft. Dabei geht es stets um die relative Entwicklung der einzelnen Sektorindizes. Ein Sektor wird dann im ETF berücksichtigt, wenn die mittelfristige Stärke von der kurzfristigen übertroffen wird.

Jede Woche findet eine neue Berechnung und eine entsprechende Anpassung des ETF statt. Je nach Marktlage können zwischen ein und 19 Sektoren im Portfolio vertreten sein. "Im Durchschnitt befinden sich acht Sektoren im ETF", erklärt Winker. Aktuell sind es zehn, wobei zuletzt besonders die Bereiche Haushaltsgüter und Immobilienaktien sehr gut gelaufen sind.

Der Indexfonds Europe SectorTrend ETF eignet sich als Basisinvestment für Europa-Aktien. Den breiten Markt (Stoxx Europe 600) übertraf er auf Jahressicht um 4,1 Prozentpunkte.

Indexfonds im Depot
So setzen Sie ETFs clever ein

Eine gute Geldanlage zeichnet sich dadurch aus, dass sie breit über Anlageklassen und Regionen gestreut ist. ETFs können helfen, dieses Ziel zu erreichen. Bevor An­leger jedoch zu einem Indexfonds greifen, sollten sie sich überlegen, welche Rolle der entsprechende ETF in ihrem Portfolio spielen soll. Ist er als langfristiges Basisinvestment ­gedacht? Oder will man damit eine eher kurzfristige, taktische Wette auf ein bestimmtes Marktsegment, ein Land oder eine Region eingehen?

Das ist insofern wichtig, weil man mit einem klassischen ETF schlicht "den Markt" kauft. Man bekommt genau dessen Wertentwicklung - keine Mehrrendite, die ein aktiver Fonds vielleicht erwirtschaftet, und auch keine abgefederten oder vermiedenen Verluste, die ein wach­samer Fondsmanager durch rechtzeitige Umschichtungen erreicht. Das heißt, der ETF-Anleger sollte den Markt selbst gut timen können, wenn er kurzfristig mit ETFs anlegt.

Bei der langfristigen Anlage spielt der Timingaspekt eine nicht ganz so große Rolle. Wer ein Investment über zehn, 20 oder mehr Jahre halten kann, hat viel Zeit, zwischenzeitliche Verluste auszusitzen. Letztlich muss der Anleger auch anhand eines bereits bestehenden Depots entscheiden, wie er dieses sinnvoll und seinem Risikoprofil entsprechend ergänzen kann. Befinden sich zum Beispiel überwiegend deutsche Aktien im Depot, ist ein gewisses Gegengewicht in internationalen Titeln ganz sinnvoll. Da es für einen deutschen Anleger aber schwierig sein kann, sich über einzelne amerikanische oder japanische Aktien auf dem Laufenden zu halten, bieten sich hier ETFs auf die breiten Märkte als einfache und günstige Lösung an.

Spektrum an Möglichkeiten

Die Indexfonds, die €uro am Sonntag aus den Nennungen der Dachfondsmanager ausgewählt hat, sollen das Spektrum vom taktischen Investment bis zur langfristigen ­Basisanlage abbilden. Für Letztere eignen sich der Indexfonds auf den US-Aktienindex S & P 500 und der Europe SectorTrend ETF. Auch das Investment in den breiten MSCI-­Japan-Index kann eine Basisanlage sein. Nur sollten Anleger dann überlegen, ob sie auf einen währungs­gesicherten ETF setzen. Denn über längere Zeiträume gleichen sich Währungsschwankungen meist wieder aus. Zudem kostet die Absicherung auch Rendite.

Theoretisch kein Basisinvestment ist der ETF auf die Nahrungsmittel- und Getränkebranche, da er auf einen nicht sehr breiten Markt setzt. Dennoch erzielte der ETF in den vergangenen Jahren bessere Renditen als der Gesamtmarkt und ist in turbulenten Börsenzeiten ein guter ­Anker im Depot.

Klar in die Kategorie taktisches ­Investment fällt allerdings der An­leihe-ETF, der auf Peripherie-Bonds setzt. Wer ihn im Depot hat, sollte die politische Lage in der Eurozone im Blick behalten. Denn bei einer Wiederkehr der Eurokrise und schlag­artig ansteigenden Renditen für ita­lienische und spanische Bonds ist dieser Indexfonds mit Sicherheit keine lohnende Wette mehr.

Investor-Iinfo

Dachfonds-Experten
So haben wir ausgewählt

Auf der Suche nach attraktiven ETF-Investments hat €uro am Sonntag acht Dachfonds­anbieter befragt, von denen fünf in die Endauswahl kamen. Ausgewählt wurden Gesellschaften, die mindestens einen Dachfonds haben, dieser muss zudem €uro-FondsNote 1 oder 2 tragen und in den vergangenen zwölf Monaten zufriedenstellend gelaufen sein. Mit Note 1 oder 2 sind Fonds bewertet, die in ihrer Vergleichsgruppe ein sehr gutes oder gutes Ren­dite-Risiko-Profil aufweisen. Die besonders empfehlenswerten Produkte der ausgewählten Anbieter stammen aus allen vier Kategorien, in die €uro am Sonntag Dachfonds unterteilt. In Kategorie 1 - Dachfonds, die nur Aktienfonds enthalten - fällt der Generali Komfort Dynamik Europa (ISIN: LU 010 084 709 3) positiv auf. Vorwiegend, jedoch nicht nur, auf Aktien setzt der UBS Konzeptfonds Europe Plus (DE 000 532 032 9). Eine ausgewogene Ver­teilung von Aktien- und Rentenfonds streben der von Feri gemanagte CondorBalance-Universal (LU 011 226 884 1) und der Allianz Best-in-One Balanced (LU 007 222 980 9) an. Ein sehr guter Dachfonds, der vorwiegend in Rentenfonds ­investiert, ist der C-Quadrat ARTS Total Return Bond (AT 000 0A0 8ET 0).

Basiswissen Indexfonds
Vorzüge und Nachteile

Mehr als 1.000 ETFs sind an der Börse in Frankfurt gelistet und jeden Monat kommen neue hinzu. Mit den passiven Produkten, die parallel zu einem Index verlaufen, lassen sich zahllose Regionen, Branchen und Anlagestile abbilden. Der größte Vorteil von ETFs sind ihre geringen Kosten. Die jährlichen Gebühren liegen bei wenigen Zehntelprozent, und da die Produkte an der Börse gehandelt werden, fällt kein Ausgabeaufschlag an. Besonders eifrige Anleger müssen allerdings die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, den Spread, im Auge behalten. Wie ihre aktiv gemanagten Pendants gelten ETFs als Sondervermögen. Von einer etwaigen Pleite des Anbieters bleibt das Geld der Anleger unberührt. Die Entwicklung von ETFs, die bekannten Standardindizes folgen, ist leicht nachvollziehbar, weil sie dem Kursbarometer eins zu eins folgen. Schwieriger wird dies bei Smart-Beta-Produkten, die die Bestandteile eines Index neu ordnen, um die Rendite zu steigern oder die Schwankungen zu reduzieren. Die starre Indexnachbildung eines ETFs kann sich auch als Nachteil erweisen, da bei Kursrückgängen kein Manager mildernd eingreifen kann. Zudem sind manche Indizes sehr unausgewogen, was die Gewichtung ­ einzelner Werte angeht.
Bildquellen: Imagentle / Shutterstock.com, rvlsoft / Shutterstock.com

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