05.08.2018 01:00

Mobiles Bezahlen: Handy zücken und zahlen

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Kein Portemonnaie dabei? Macht nichts, künftig reicht das Smartphone. In diesen Tagen starten zahlreiche Banken das Zahlen mit dem Handy.
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von Brigitte Watermann, Euro am Sonntag

Gefühlt jedes halbe Jahr wurde in jüngster Zeit der Durchbruch für das Bezahlen per Smartphone in Deutschland ausgerufen. Doch die Ernüchterung folgte stets auf dem Fuß - und tatsächlich geändert hat sich wenig: Die Deutschen zahlen nach wie vor am liebsten ganz althergebracht mit Scheinen und Münzen, anders als etwa die Skandinavier. Laut der Beratungsgesellschaft PwC haben nur 13 Prozent der Smartphone-Nutzer in Deutschland schon mal mit dem Handy bezahlt, 42 Prozent können es sich vorstellen.


Fakt ist: Mobiles Bezahlen ist noch ­immer eine Sache für Eingeweihte: Wer an der Supermarktkasse sein Handy zückt, darf damit rechnen, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Doch derzeit geht es Schlag auf Schlag: Ende Juni ist Google Pay mit viel Marketinggetöse in Deutschland als 19. Land gestartet, Ende dieses Monats bringen die deutschen Sparkassen ihre App "Mobiles Bezahlen" auf den Markt, und die Genossenschaftsbanken folgen Anfang August. Der Dreifachschlag binnen weniger Wochen könnte dem Bezahlen mit dem Smartphone hierzulande nun doch Auftrieb verleihen.


Seit Ende Juni gibt es bei der Commerzbank, ihrer Onlinetochter com­direct, N26 und Boon das Bezahlverfahren Google Pay, bald folgen wollen Landesbank Baden-Württemberg/BW Bank und Revolut. Doch vor dem Einsatz müssen ein paar Hürden genommen werden: Man benötigt ein Smartphone mit dem Google-Betriebssystem Android und NFC-Technik, außerdem eine Visa- oder Mastercard der genannten Banken sowie die Google-Pay-App, die man aus dem Play Store herunterladen kann; bei der Commerzbank ist Google Pay auch in die eigene Banking-App integriert.

Fortan kann man an Kassen, die für das kontaktlose Bezahlen mit der NFC-Funktechnik (siehe: "So geht’s") ausgerüstet sind, direkt mit dem Smartphone bezahlen. Auch in Handyfunklöchern funktioniert die Technik. Bis Ende 2018 soll das mobile Bezahlen laut Handelsverband HDE an 80 Prozent aller deutschen Kassenterminals funktionieren.

Das Zahlen läuft ähnlich wie mit einer kontaktlosen Karte, erkennbar am Wellenaufdruck: Anstatt der Karte wird das Smartphone ans Bezahlterminal gehalten. Bei Rechnungsbeträgen bis 25 Euro genügt es, dass der Bildschirm des Handys "aufgeweckt" ist. Bei höheren Beträgen muss das Gerät entsperrt sein. Die Eingabe der Karten-PIN oder die Unterschrift des Kunden ist beim Bezahlen mit Google Pay nicht mehr nötig. Die Gerätesperre soll für die nötige Sicherheit sorgen. Entfernt der Kunde nach der Aktivierung von Google Pay diese Sperrfunktion, wird nämlich auch die Zahlfunktion wieder deaktiviert. Interessanter Nebenaspekt von Google Pay: Damit sind auch Zahlungen mit allen Bezahlmethoden möglich, die im Google-Konto eines Nutzers gespeichert sind, um online und in Apps einzukaufen.

Girocard Mobil für mehr Akzeptanz

Doch aufgepasst: Mit einer herkömmlichen Girocard funktioniert Google Pay nicht, und genau darin liegt die Krux. Denn 98 Prozent der Deutschen haben eine Girocard in ihrem Geldbeutel stecken, aber nur 36 Prozent eine Kreditkarte. Daher könnten die Vorhaben der Sparkassen und der Genossenschaftsbanken für viele Deutsche interessanter sein. Bei beiden Angeboten wandert nämlich nicht nur die Kreditkarte, sondern auch die Girocard ins Android-Smartphone.

Die ersten acht Sparkassen sind damit bereits auf dem Markt. Ab 30. Juli folgen weitere 300 Sparkassen mit einer Payment-Lösung, "die weltweit an allen NFC-fähigen Kartenzahlungsterminals funktioniert", so ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Anfang August folgen die Genossenschaftsbanken mit einer Lösung für Android-Handys, die ebenfalls das gesamte Kartenportfolio, bestehend aus Girocard, Mastercard und Visa-­Kreditkarte, digitalisiert - innerhalb der datengeschützten VR-Banking-App. Zum Start sind bereits 85 Prozent der Volks- und Raiffeisenbanken dabei, ab De­zember 2019 sollen es dann alle ­offerieren.

Damit gewinnt die Möglichkeit, mobil zu bezahlen, in Deutschland an Marktbreite. 2017 war als erste Bank hier­zulande die Deutsche Bank mit einer Mobile-Payment-Lösung auf den Markt gegangen, ihre Tochter Postbank folgte im Herbst - aber beide nutzten ebenfalls nur virtualisierte Kreditkarten und nicht die Girocard.

Gerade die Virtualisierung der Girocard könnte jedoch der alles entscheidende Faktor für den Markterfolg werden. Viele andere große Häuser wie ING-DiBa, DeutscheKreditbank(DKB), Consorsbank, Targobank, 1822direkt oder die Hypovereinsbank haben nach einer Umfrage von €uro am Sonntag derzeit noch kein Mobile-Payment-Angebot - und nennen auch noch keinen Starttermin.

Apple Wait statt Pay

Und was ist mit Apples gehyptem Bezahldienst Pay? Der kann zwar in vielen Nachbarländern Deutschlands bereits genutzt werden, lässt hierzulande aber weiter auf sich warten. Denn wie zu ­hören ist, verlangt Apple bei Apple-Pay- Zahlungen - anders als Google - einen Umsatzanteil, den die Geldhäuser in Deutschland nicht bereit sind abzugeben. Derweil erlaubt es Apple nicht, die NFC-Schnittstelle in iPhones für andere mobile Bezahldienste anzusprechen. Nutzer von Apple-Handys gucken also derweil in die Röhre - oder weichen auf Dienste wie die Bluecode-App aus.

Da Android-Smartphones in Deutschland aber sehr viel mehr Marktbedeutung haben, ist das Ausbleiben von Apple Pay für den Markterfolg des mobilen Bezahlens hierzulande gar nicht so relevant. Jetzt kommt es darauf an, ob sich die bargeldverliebten ­Deutschen mit An­droid-Smartphones dafür begeistern lassen. Die Chancen dafür standen jedenfalls noch nie so gut wie jetzt.

So geht`s:

Was ist NFC? NFC steht für Near Field Communication (zu Deutsch: Nahfeldkommunikation). Das ist ein Funkstandard zur drahtlosen Verbindung von Geräten über wenige Zentimeter Distanz. Diese Technologie kommt auch beim bereits bekannten kontaktlosen Bezahlen mit physischen Kredit- und Girokarten zum Einsatz. Karten mit dem aufgedruckten Wellensymbol müssen nur noch an das Bezahlterminal drangehalten statt eingesteckt werden. An allen NFC-fähigen Kassen funktioniert auch das Bezahlen mit im Smartphone hinterlegten Karten.

Sicherheit: Transaktionen mit Google Pay werden durch mehrere Sicherheitsebenen geschützt. Dabei spielt die sogenannte Tokenisation eine wichtige Rolle. Statt der echten Kreditkartennummer werden im Smartphone nur digitale Token gespeichert, die de facto die echten Kartendaten maskieren. Beim Bezahlen wird anstelle der eigentlichen Kartendaten nur der Token an den Händler übertragen, um die Zahlung zu autorisieren. "So helfen Tokens, Betrug bei E-Commerce- und M-Commerce-Zahlungen zu verhindern, indem sie sensible Kartendaten aus dem Bezahlprozess fernhalten", so das Kartenunternehmen Visa.
Weiterer Vorteil der Tokens: Sie können auf Transaktionen mit einem bestimmten Smartphone beschränkt werden. Wird das Handy gestohlen oder geht verloren, kann das Kreditkartenunternehmen auf Basis der Meldung der Bank den darauf gespeicherten Token sofort deaktivieren. Die hinterlegte physische Kreditkarte muss dagegen weder gesperrt noch ausgetauscht werden.

Wie wandert die Karte ins Handy? Erst muss man sich die Google-Pay-App - bei der Commerzbank geht das auch mit der Banking- App -, bei den Sparkassen die App "Mobiles Bezahlen" herunterladen. In der App werden sodann die Kartendaten hinterlegt. Und dann kann es losgehen.




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