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23.07.2019 19:36
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Amazon legt Zahlen vor: Kommt das neue Rekordhoch?

Analysten optimistisch: Amazon legt Zahlen vor: Kommt das neue Rekordhoch? | Nachricht | finanzen.net
Analysten optimistisch
Am Donnerstag gewährt Amazon nach US-Börsenschluss Anlegern einen Blick in seine Bücher. Analysten sind weiterhin bullish. Steht mit der Zahlenvorlage ein neues Rekordhoch ins Haus?
• Amazon legt am Donnerstag nachbörslich Zahlen vor
• Analysten sind mehrheitlich bullish eingestellt und sehen noch Potential für die Amazon-Aktie
• AWS-Sparte und Online-Werbung dürften von besonderem Interesse sein

Die Berichtssaison nimmt weiter Fahrt auf. Nachdem in der letzten Woche US-Größen wie Netflix und Microsoft Zahlen vorlegten, folgen diese Woche Tesla, Facebook, Snap - und Amazon. Viele Augen richten sich gespannt auf den E-Handelsriesen. In den vergangenen Jahren konnte der Online-Händler die Markterwartungen immer wieder schlagen. Umso gespannter dürften Anleger die Bilanzvorlage am Donnerstag nach US-Börsenschluss erwarten.

Bisheriges Rekordhoch

Bisher wurde das Rekordhoch der Amazon-Aktie am 5. September 2018 erreicht, als der Anteilsschein 2.050,49 US-Dollar kostete. Zwar konnte das Papier des Online-Händlers erst kürzlich erneut die 2.000-Dollar-Marke knacken, notiert aktuell jedoch circa 3,5 Prozent darunter. Allerdings glauben Analysten, dass eine positive Zahlenvorlage dem Anteilsschein nochmal mehr Schwung nach oben geben dürfte. Von 47 von FactSet befragten Analysten bewerten 43 die Amazon-Aktie mit "Kaufen" und die restlichen drei mit "Overweight". Das durchschnittliche Kursziel beträgt dabei 2.254,381 US-Dollar. Dies würde gemessen am aktuellen Preis eine Steigerung von knapp 15 Prozent bedeuten - sowie ein neues Rekordhoch.

Starkes erstes Quartal 2019

In den vergangenen Quartalen konnte Amazon die Erwartungen der Analysten häufig schlagen. Für das zweite Quartal gab das Unternehmen einen voraussichtlichen Umsatz von 59,5 bis 63,5 Milliarden Dollar an. Analysten gehen von einem Umsatz von 62,5 Milliarden US-Dollar aus. Beim EPS sehen sie einen Anstieg auf 5,58 US-Dollar (VJ: 5,07 US-Dollar). Allerdings wird davon ausgegangen, dass die betrieblichen Erträge um circa 13 Prozent zurückgehen dürften im Jahresvergleich. Somit würde auch die operative Gewinnmarge zurückgehen.

Investitionen bremsen Umsatzwachstum

Schon in den vergangenen Quartalen hatte sich das Umsatzwachstum merklich verlangsamt. Trotzdem schreckt Amazon nicht davor zurück, massiv zu investieren, um sich breiter aufzustellen und seine bisherigen Vorzüge weiter auszubauen. So informierte das Unternehmen schon bei der Zahlenvorlage des vergangenen Quartals, dass es plane, 800 Milliarden US-Dollar in den Ausbau des Auslieferungssystems für Prime-Kunden zu investieren, um die Lieferung auf einen Zeitraum von 24 Stunden zu reduzieren. Analyst Doug Anmuth geht davon aus, dass die verkürzte Auslieferungszeit zu einer Beschleunigung des Ertrags führen könnte, allerdings aufgrund der dafür aufgewandten Kosten dürfte diese sich in einem begrenzten Rahmen bewegen, wie es bei MarketWatch heißt.

AWS und Online-Werbung im Fokus

Bei der Bilanzvorlage des ersten Quartals 2019 war zudem die Amazon Cloud-Computing-Plattform "Amazon Web Services" (AWS) in den Fokus der Anleger gerückt, da diese um 41 Prozent gewachsen war und 7,7 Milliarden US-Dollar an Einnahmen vermelden konnte. Aus diesem Grund dürften Anleger insbesondere interessiert sein, ob die IT-Sparte erneut weiter zugelegt hat. Darüber hinaus konnte auch der Bereich Online-Werbung im letzten Vierteljahr stark wachsen, auch hier wird genau geschaut, wie sich dieser Teil weiterhin entwickelt hat. Dazu vermeldete Amazon kürzlich, dass sich der E-Handelsriese mit dem Ad-Server des IT-Unternehmens Sizmek verstärken werde, was der Online-Werbesparte Amazons weiteren Schwung verleihen dürfte, wie Analyst Scott Devitt bei Yahoo Finance feststellt.

JPMorgan bullish eingestellt

Dementsprechend positiv gestimmt zeigen sich verschiedene Analysten. Nach den Rekordgewinnen der letzten Quartale, geht die US-Großbank JPMorgan davon aus, dass der Fokus fortan eher auf ein nachhaltiges Wachstum des Online-Handelsgiganten gelegt werden sollte: "Vorausschauend erwarten wir, dass Amazon in der zweiten Hälfte 2019 sich mehr in Richtung Umsatzwachstum zurückbewegen wird, was unserer Meinung nach wichtig ist, da Amazon ein Wachstumsunternehmen bleibt […]", so JPMorgan in einem Bericht an Kunden. Das Kredithaus verpasste dem Amazon-Anteilsschein ein "Buy"-Rating sowie ein Kursziel von 2.200 US-Dollar.

Auch Scott Devitt optimistisch

Und auch Topanalyst Scott Devitt sieht bei Amazon noch Potential: "Wir erwarten eine anhaltende Stärke in den margenintensiven Sparten Amazons, AWS und Online-Werbung, da diese Rückenwind für die operative Marge darstellen dürften und es dem Unternehmen erlauben, noch mehr in die Einzelhandelsfähigkeiten zu investieren, die 24-h-Lieferung mit eingeschlossen". Darüber hinaus halte er den E-Handelsriesen für gut aufgestellt als "Marktführer in Einzelhandel/Cloud". Auch er wartet mit einer "Kauf"-Bewertung auf und veranschlagt ein Kursziel von 2.300 US-Dollar.

Die Erwartungen sind hochgesteckt, nun dürften die am Donnerstag veröffentlichten Zahlen entscheiden, wie weit es mit der Amazon-Aktie noch nach oben geht - oder ob ein neues Rekordhoch weiter in die Ferne rückt.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Hadrian / Shutterstock.com, Sundry Photography / Shutterstock.com

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