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BVB-Aktie niedriger: Hummels verlässt BVB - Sahin übernimmt als neuer Trainer

14.06.24 17:54 Uhr

BVB-Aktie niedriger: Hummels verlässt BVB - Sahin übernimmt als neuer Trainer | finanzen.net

Mats Hummels verlässt Borussia Dortmund im Sommer.

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Der 35-Jährige erhält beim Fußball-Bundesligisten keinen neuen Vertrag, wie der BVB am Freitag mitteilte. Mit überragenden Spielen hatte er in der vergangenen Saison noch großen Anteil am Einzug des BVB ins Champions-League-Finale. Das 0:2 im Endspiel im Wembley-Stadion gegen Real Madrid am 1. Juni wurde zum Abschluss der BVB-Karriere des Weltmeisters von 2014. Wie es mit Hummels nun weitergeht, das verriet der Profi zunächst nicht. Am Donnerstagabend hatten zuerst die "Ruhr Nachrichten" über den Abschied des Routiniers berichtet.

In einer Mitteilung wurde der Abwehrspieler so zitiert: "Liebe Fans, meine Zeit in Schwarzgelb findet nun nach insgesamt über 13 Jahren ein Ende. Es war mir eine riesengroße Ehre und Freude, so lange für den BVB gespielt und den Weg von Platz 13 im Januar 2008 bis zu dem, was Borussia Dortmund heute darstellt, fast durchgehend mitgemacht zu haben. Dieser Verein mit seinen Fans ist etwas ganz Besonderes - und für mich noch viel mehr als das."

Titel mit dem BVB und den Bayern

Anders als beim vereinstreuen Marco Reus, der Dortmund ebenfalls verlässt, verlief Hummels' Karriere beim BVB wechselhafter. Der gebürtige Bergisch-Gladbacher wurde in der Jugend des FC Bayern München ausgebildet und gab dort auch 2007 sein Profidebüt.

Es folgte im Januar 2008 ein erster Wechsel per Leihe nach Dortmund, wo er 2011 und 2012 jeweils deutscher Meister wurde. Im Sommer 2009 kaufte ihn der BVB komplett. Sieben Jahre später kehrte der inzwischen gestandene Nationalspieler als Weltmeister zu den Bayern zurück. Mit dem Rekordmeister feierte Hummels drei weitere Meisterschaften. Im Sommer 2019 folgte die erneute Rückkehr ins Ruhrgebiet. Mit dem BVB wurde er 2021 noch einmal Pokalsieger.

"Mats war einer der bestimmenden Taktgeber des BVB-Fußballs in den vergangenen 15 Jahren", sagte BVB-Geschäftsführer Lars Ricken. "Nun gehen unsere Wege auseinander, und es ist ohne Zweifel nie leicht für alle Beteiligten, solche Entscheidungen zu treffen. Mats wird auf ewig Teil der BVB-Geschichtsbücher sein. Wir verdanken diesem Spieler viel, und Mats verdankt auch diesem außergewöhnlichen Klub eine Menge."

Hummels absolvierte 442 Bundesligaspiele (33 Tore) und 90 Champions-League-Partien (fünf Tore). Sein letztes von bislang 78 Länderspielen machte Hummels im vergangenen November beim 0:2 in Österreich. Für die Heim-EM wurde er nicht nominiert.

Sein Interview zur Unzeit kurz vor dem Champions-League-Finale gegen Real Madrid (0:2) in der "Sport Bild", in dem der 35 Jahre alte Routinier deutliche Kritik an der Arbeit von Trainer Edin Terzic geübt hatte, kam in der Chefetage nicht gut an. Daran ändert auch das Aus des bisherigen Cheftrainers nichts. Die jüngsten Schlagzeilen über das Trainerbeben in Dortmund und seinen möglichen Abschied kommentierte Hummels am Donnerstagabend via Instagram: "Den heutigen Tag zusammenzufassen, wird auch für mich eine Herausforderung." Die Nachricht versah er mit einem lachenden Emoji.

Heldt sieht Verpflichtung von Sahin kritisch

Der frühere Fußball-Nationalspieler Horst Heldt sah die mögliche Verpflichtung von Nuri Sahin als neuer Trainer von Borussia Dortmund kritisch. "Wir reden von Veränderungen. Aber wenn Veränderungen dieselben sind, dann sind es keine Veränderungen", sagte der Geschäftsführer Profifußball des 1. FC Union Berlin in der Sky-Sendung "Triple - der Schüttflix Fußballtalk".

Sahin habe zwar eine andere Persönlichkeit als Edin Terzic. Aber er sei wie Terzic "aus dem eigenen Stall" und habe eine "BVB-Vergangenheit. Vielleicht wäre ein Neuanfang mit einer Nicht-BVB-Vergangenheit sinnvoller gewesen", sagte Heldt.

Terzic hatte am Donnerstag überraschend um die sofortige Auflösung seines noch bis 2025 datierten Vertrages gebeten. Sahin wird laut "Bild" sein Nachfolger, zwischen dem 35-Jährigen und der Führungsetage soll es nur noch um die Klärung letzter Details gehen.

In diesem Jahr hatte der langjährige Dortmunder Sahin gemeinsam mit dem BVB-Ex-Profi Sven Bender (35) bereits als Assistent von Terzic gearbeitet. "Da bist du mehr Kumpel als ein Cheftrainer", sagte Heldt. Das sei auch bei Vereins-Urgestein Terzic so gewesen: "Es bleibt also das Gleiche, nur die Namen werden ausgetauscht. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber es wirkt erst mal so."

Für den langjährigen BVB-Keeper Roman Weidenfeller kam das Aus von Terzic zu diesem Zeitpunkt "etwas überraschend. Aber ich glaube, es ist der Zeitpunkt gekommen, dass man getrennte Wege gehen muss", meinte der 43-Jährige, der mit Sahin zusammen 2011 die deutsche Meisterschaft gewann. Es habe "ein bisschen Unruhe" aus der Mannschaft gegeben, "man war sich nicht einig über die Taktik. Der ein oder andere Spieler konnte dem Weg nicht mehr ganz folgen."

'Unpersönlicher Abschied': BVB-Aus stimmt Hummels traurig

Mats Hummels hat sich nach seinem Aus beim BVB mit einem "Liebersbrief" an die Fans von Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund gewendet. Darin sprach der 35 Jahre alte Ex-Weltmeister unter anderem davon, dass er sich einen anderen Abschied gewünscht hätte und das in der jüngsten Zeit einige "Un- und Halbwahrheiten" über ihn verbreitet wurden. Der BVB hatte am Freitag mitgeteilt, dass Hummels nach insgesamt 13 Jahren keinen neuen Vertrag erhalten werde.

"Vor allem die Art und Weise macht mich sehr traurig, denn dieser unpersönliche Abschied wird unserer gemeinsamen Zeit nicht gerecht. Aber so ist das Geschäft leider manchmal", schrieb der Ex-Nationalspieler. "Ich habe mir diesen Abschied ein Stück weit selbst ausgesucht, weil ich ganz bewusst eine frühzeitige Entscheidung über meine Zukunft treffen wollte."

Einfluss "sicher nicht so groß"

Vor zwei Wochen stand der formstarke Hummels noch im Finale der Champions League, dann folgte eine bittere Zeit. Erst die Endspiel-Niederlage gegen Real Madrid, dann die Nichtberücksichtigung für die Heim-EM durch Bundestrainer Julian Nagelsmann. Das Ende beim BVB reihte sich in diese Enttäuschungen ein.

Hummels ging in dem Schreiben zudem auf diverse Spekulationen um seine Person ein. "Glaubt nicht alles, was die letzten Tage so zu lesen war. Da waren sehr viele Un- und Halbwahrheiten dabei", teilte der Abwehrspieler mit. "Der Einfluss eines 35 Jahre alten Spielers, der nicht weiß, wie seine Karriere ab dem Sommer weitergeht, war sicher nicht so groß, wie er medial teilweise gemacht wird."

Hummels hatte in einem Interview in der "Sport Bild" kurz vor dem Spiel gegen Real Madrid (0:2) deutliche Kritik an der Arbeit von Trainer Edin Terzic geäußert. Der Coach hatte am Mittwoch seinen Rücktritt verkündet. Als Nachfolger ist Nuri Sahin im Gespräch. Wie es mit Hummels weitergeht, ist offen. In seinem Brief äußerte er sich dazu nicht.

Neuer BVB-Trainer: Sahin wird offiziell Terzic-Nachfolger

Nuri Sahin ist neuer Trainer von Borussia Dortmund. Der 35-Jährige wird Nachfolger von Edin Terzic, wie der Fußball-Bundesligist aus dem Ruhrgebiet am Freitag bekanntgab. Der frühere BVB-Profi Sahin erhält bei den Dortmundern einen Vertrag bis zum 30. Juni 2027. "Es ist mir eine große Ehre, Trainer von Borussia Dortmund sein zu dürfen. Ich möchte mich bei allen Verantwortlichen des Clubs für das in mich gesetzte Vertrauen bedanken", sagte Sahin laut Vereinsmitteilung. "Auf meine Aufgabe beim BVB freue ich mich sehr. Wir werden vom ersten Tag an mit viel Energie und großer Leidenschaft alles dafür tun, um den maximal möglichen Erfolg zu haben".

Sahin hat als Spieler mehr als 200 Partien für den BVB bestritten. Als Trainer verfügt er - wie schon sein Vorgänger Terzic bei seinem Amtsantritt - über wenig Erfahrung auf der Bank. Sahin soll einen Umbruch einleiten und den Champions-League-Finalisten auch in der Bundesliga zurück auf Erfolgskurs führen.

Die Suche nach einem Nachfolger für Terzic, der den Tabellenfünften am Donnerstag um die sofortige Auflösung seines bis 2025 datierten Vertrags gebeten hatte, fiel den Clubbossen wesentlich leichter als zuletzt dem FC Bayern die Suche nach einem neuen Coach. Schließlich galt Sahin seit seiner Rückkehr nach Dortmund im vergangenen Januar als Schattentrainer und machte nie einen Hehl aus seinen Ambitionen, irgendwann einmal beim BVB als Chefcoach zu arbeiten. Dass der Wunsch des bisherigen Terzic-Assistenten so schnell in Erfüllung geht, war allerdings nicht geplant.

Wie sein in Menden geborener Vorgänger stammt der Lüdenscheider aus der Nähe von Dortmund. In der Revierstadt genießt er einen guten Ruf. Erste Erfahrungen als Trainer im Profibereich sammelte Sahin von 2021 bis 2023 beim türkischen Erstligisten Antalyaspor.

Zusammen mit dem neuen Sportchef Lars Ricken, Sportdirektor Sebastian Kehl und Kaderplaner Sven Mislintat soll der 52-malige türkische Nationalspieler, der in seiner Profikarriere für den BVB, Real Madrid, den FC Liverpool, Werder Bremen und Antalyaspor auflief, einen Kaderumbau realisieren. Ziel ist eine Rückkehr zur eigentlichen DNA der Borussia mit attraktiverem Offensivfußball. Dazu könnte neben vielen anderen geplanten Neuzugängen auch der Stuttgarter Torjäger Serhou Guirassy beitragen, mit dem der BVB dem Vernehmen nach in aussichtsreichen Verhandlungen steht.

"Er hat sich in den vergangenen Jahren engagiert auf eine Trainerlaufbahn vorbereitet, wird seine neue Aufgabe mit viel Hingabe wahrnehmen und unsere Mannschaft weiterentwickeln", sagte Ricken. "Als ehemalige Mitspieler werden wir vertrauensvoll und ambitioniert zusammenarbeiten. Nuri kennt den Verein, seine Mitarbeiter und die BVB-DNA sowohl als Spieler als auch als Co-Trainer. Wir sind überzeugt davon, dass Nuri der richtige Trainer für uns ist."

Die BVB-Aktie verlor via XETRA schließlich 2,53 Prozent auf 3,47 Euro.

/deg/DP/men

DORTMUND (dpa-AFX)

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