04.11.2022 18:01

Vonovia-Aktie profitiert: Vonovia steigert Umsatz kräftig

Ergebnisvorlage: Vonovia-Aktie profitiert: Vonovia steigert Umsatz kräftig | Nachricht | finanzen.net
Ergebnisvorlage
Folgen
Vonovia hat in den ersten neun Monaten die operativen Gewinne und Umsätze um mehr als ein Drittel gesteigert und dabei vom Beitrag der Deutsche Wohnen und Zuwächsen beim margenstarken Development-Geschäft profitiert.
Werbung
Für die Prognose im Gesamtjahr sieht sich der Bochumer Wohnimmobilienkonzern auf Kurs. Auch für das kommende Jahr traut sich der DAX-Konzern bereits eine Prognose zu. Diese sieht wegen der gestiegenen Baupreise und steigenden Zinsen allerdings deutlich weniger Investitionen in Modernisierung vor als im laufenden Jahr. Auch rechnet der Konzern mit einem operativen Gewinn FFO - für die Dividende maßgeblich - leicht unter Vorjahr.

Der Zusammenschluss mit der Berliner Deutsche Wohnen verlaufe "äußerst positiv"; der Konzern sieht nun ab 2025 daraus 135 Millionen Euro an Synergiegewinnen pro Jahr, bisher waren ab 2024 rund 105 Millionen Euro pro Jahr avisiert.

Im Zeitraum Januar bis September steigerte die Vonovia SE den bereinigten operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA total) auf 2,11 Milliarden Euro von 1,541 Milliarden. Erstmals trug Deutsche Wohnen ein EBITDA von knapp 530 Millionen Euro dazu bei.

Der FFO - ein in der Immobilienbranche maßgeblicher operativer Gewinn nach laufenden Zinsen und Steuern, aus dem sich die Dividende speist - stieg um 35 Prozent auf 1,578 Milliarden Euro; je Aktie betrug er 1,98 Euro nach 1,90. Der Gesamtumsatz stieg um 31 Prozent auf 4,62 Milliarden Euro.

Unter dem Strich ergab sich sowohl im Neunmonatszeitraum als auch im Quartal ein deutlicher Gewinnrückgang im Vorjahresvergleich. Hier belasteten unter anderem deutlich geringere Bewertungsergebnisse im Segment Investment Properties, höhere Abschreibungen und Wertminderungen sowie ein Verlust bei nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen. Auch war allem im dritten Quartal der Materialaufwand deutlich höher.

In Summe reduzierte sich der den Anteilseignern zustehende Nettogewinn im Zeitraum Januar bis September deutlich auf 2,045 Milliarden Euro von 3,783 Milliarden im Vorjahr; je Aktie betrug er 2,60 Euro nach 6,22 Euro. Im dritten Quartal allein ergab sich ein Rückgang auf 329,1 Millionen Euro von 1,176 Milliarden Euro bzw auf 0,42 Euro je Aktie von 1,92 Euro.

Vonovia sieht 2023 Rückgang bei FFO und Modernisierungs-Investitionen

Vonovia traut sich bereits für 2023 eine Prognose zu, die allerdings den veränderten Rahmenbedingungen wie rasant steigenden Baukosten sowie weltweiten Zinserhöhungen durch die Notenbanken Rechnung trägt. Entsprechend plant der Bochumer Wohnimmobilienkonzern im kommenden Jahr eine Halbierung der Investitionen in Modernisierung des Bestands - auf rund 500 Millionen Euro von im laufenden Jahr bisher geplanten 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro.

"Die Entwicklung der Baupreise und Zinsen lässt viele Modernisierungs- und Neubauprojekte zu vertretbaren Konditionen aktuell nicht zu", sagte Vonovia-Chef Rolf Buch. Hier müsse sich der Konzern auf "Maßnahmen mit besonders positivem Effekt auf die Warmmiete konzentrieren", Angesichts der höheren Kosten für Material und Energie gehe die Rechnung, die Mieten bezahlbar zu halten, nicht auf. Erforderlich seien "verbindliche Rahmenbedingungen und verlässliche Förderung", um Unsicherheiten bei Vermietern und Mietern zu reduzieren.

Den für die Dividende maßgeblichen FFO - ein operativer Gewinn nach laufenden Zinsen und Steuern - plant die Vonovia SE 2023 leicht unter dem Niveau von 2022 - maßgeblich hierfür seien die Zins- und Steuerentwicklung.

Den operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) hingegen sieht der DAX-Konzern leicht über dem Wert von 2022, ebenso plant er eine leichte Steigerung beim Umsatz auf 6,8 bis 7,4 Milliarden Euro - von den für 2022 geplanten 6,2 bis 6,4 Milliarden Euro.

Die Investitionen in Neubau sieht Vonovia 2023 bei 350 Millionen Euro, wenig verändert verglichen mit den für 2022 geplanten 300 bis 400 Millionen Euro. Insgesamt habe Vonovia sich bei der Sanierung in den vergangenen Jahren "einen guten Vorsprung" erarbeitet. Die Quote habe jedes Jahr um das Dreifache über dem Bundesdurchschnitt gelegen, bereits heute sei der Gebäudebestand in einem "sehr guten energetischen" Zustand.

Vonovia-Tochter Deutsche Wohnen mit Rückgang des FFO I

Die Vonovia-Tochter Deutsche Wohnen hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2022 ein geringeres operatives Ergebnis erwirtschaftet als im Vorjahreszeitraum. Die noch im MDAX notierte Deutsche Wohnen AG hatte für das laufende Jahr einen Rückgang ihrer Funds from Operations ohne Verkauf (FFO I) in Aussicht gestellt.

Auf Basis vorläufiger Zahlen lag der FFO I - also der operative Gewinn nach laufenden Zinsen und Steuern - im Zeitraum Januar bis September bei 413,3 Millionen Euro bzw. 0,92 Euro pro Aktie. Vergleichszahlen nannte das Unternehmen nicht, hatte im Zwischenbericht für die ersten neun Monaten 2021 aber einen FFO I von 422,2 Millionen Euro ausgewiesen, bzw. je Aktie verwässert 1,12 Euro und unverwässert 1,22 Euro.

Der Nettovermögenswert (NAV) belief sich per Ende September 2022 auf 22,8 Milliarden Euro, das entspricht einem NAV pro Aktie von 57,39 Euro. Der Inmobilienbestand der Deutsche Wohnen umfasste zum Stichtag insgesamt rund 140.000 Wohneinheiten. Ein Jahr zuvor, am 30. September 2021, lag der NAV bei 21,2 Milliarden bzw. 53,32 Euro je Aktie.

Die Veröffentlichung der finalen Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2022 ist für den 8. November 2022 vorgesehen.

Vonovia hält seit Oktober 2021 knapp 88 Prozent der Stimmrechte an Deutsche Wohnen, für die der DAX-Konzern 18,4 Milliarden Euro auf den Tisch gelegt hat. Die Integration von Deutsche Wohnen soll Anfang 2023 abgeschlossen werden.

So reagiert die Vonovia-Aktie

Ein solider Quartalsbericht hat den schwer angeschlagenen Aktien von Vonovia am Freitag Auftrieb gegeben. Die vorsichtigen Aussagen des Immobilienkonzerns zum neuen Jahr wurden angesichts der Kursschwäche der Aktie von Analysten zudem als nicht gravierend beurteilt.

Vonovia-Aktien zeigten sich via XETRA letztlich 7,22 Prozent fester bei 22,72 Euro. Diese charttechnische Linie verweist auf den kurzfristigen Trend und verläuft aktuell bei rund 21,20 Euro.

Analyst Julian Livingston-Boot von der kanadischen Bank RBC sieht in den Neunmonatszahlen zwar keine wirklichen Neuigkeiten, spricht aber von einer insgesamt soliden Geschäftsentwicklung. Der Ausblick Vonovias für 2023 liege zwar etwas unter seiner Schätzung, aber im Kontext des Aktienkurses sei das nicht wesentlich, fügte er hinzu. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 50 Prozent eingebüßt und zählt damit zu den schwächsten im Dax.

Goldman-Sachs-Experte Jonathan Kownator hat ebenfalls erwartet, dass die Aussagen des Managements zum kommenden Jahr die Aktie kaum bewegen. Er sieht das Zahlenwerk weitgehend im Rahmen der Erwartungen und bleibt überzeugt vom Potenzial der Aktie, die sich auf der "Conviction Buy List" befindet. Sein Kursziel liegt bei 33,30 Euro, womit er mit Blick auf den aktuellen Kurs noch Luft nach oben um etwas mehr als 50 Prozent sieht.

Dass "der Ausblick für 2022 voll bestätigt wurde", ist nach Ansicht von Analyst Karsten Oblinger von der DZ Bank als besonders positiv zu werten. Zudem hält er das Erreichen der oberen Enden der Zielspannen für Umsatz und operatives Ergebnis für wahrscheinlich. Auch sei der erwartete leichte Rückgang des operativen Gewinns (FFO) im kommenden Jahr nicht überraschend. Das werde "im aktuellen Marktkonsens bereits reflektiert", schreibt er und verweist auf die durchschnittlichen Analystenschätzungen von Bloomberg. Gemäß diesen wird für 2022 ein FFO je Aktie von 2,58 Euro erwartet, der 2023 auf 2,52 Euro sinken dürfte.

FRANKFURT (Dow Jones) / FRANKFURT (dpa-AFX)

Ausgewählte Hebelprodukte auf Vonovia SE (ex Deutsche Annington)
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Vonovia SE (ex Deutsche Annington)
Long
Short
Hebel wählen:
5x
10x
Name
Hebel
KO
Emittent
Bildquellen: Vonovia SE

Nachrichten zu Vonovia SE (ex Deutsche Annington)

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Vonovia SE (ex Deutsche Annington)

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
17.12.2018Vonovia SE (ex Deutsche Annington) UnderperformCredit Suisse Group
14.06.2018Vonovia SE (ex Deutsche Annington) UnderperformCredit Suisse Group
23.01.2018Vonovia SE (ex Deutsche Annington) UnderperformCredit Suisse Group
08.06.2017Vonovia SE (ex Deutsche Annington) SellGoldman Sachs Group Inc.
25.05.2017Vonovia SE (ex Deutsche Annington) SellGoldman Sachs Group Inc.

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Vonovia SE (ex Deutsche Annington) nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

Um 18 Uhr live: Der Techausblick 2023 für Sie exklusiv und kostenfrei!

Künstliche Intelligenz, Cybersecurity und Quantencomputer. Wie Sie jetzt schon in diese Zukunftsmärkte investieren können, erfahren Sie im Online-Seminar!

Werbung
Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Nach Powell-Rede: DAX schließt im Plus -- US-Börsen letztlich in Rot -- Gewinn von Walt Disney schrumpft -- Siemens hebt Prognose an -- IONOS-IPO durchwachsen -- Uber, Bayer, VW, E.ON im Fokus

Robinhood schreibt weiter rote Zahlen. Deutsche Börse übertrifft Ziele im Schlussquartal. METRO profitiert von Immobilienverkäufen und setzt Wachstumskurs fort. Schweizer Sika AG darf MBCC unter Auflagen übernehmen. Heidelberger Druckmaschinen fällt beim Ergebnis zurück. Microsoft will sich gegen Googles Bard positionieren - Britische Kartellwächter gegen Zukauf von Activision Blizzard. Hannover Rück kündigt Preiserhöhungen an.

Top-Rankings

Diese Aktien der Apple-Zulieferer kosten weniger als eine Apple-Aktie
Die günstigsten Aktien der Apple-Partner
Ausländische Investoren der DAX-Unternehmen
So viele Aktien gehören ausländischen Investoren
Die korruptesten Länder weltweit
In diesen Ländern ist die Korruption besonders hoch
mehr

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

mehr Top Rankings

Umfrage

Wenn morgen Bundestagswahl wäre, wen würden Sie wählen?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln