14.03.2013 11:25

Großanleger machen Front gegen Fusion von T-Mobile und MetroPCS

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   Von Thomas Gryta

   Unter den Aktionären des US-Mobilfunkbetreibers MetroPCS nimmt der Widerstand gegen die Fusion mit dem größeren Rivalen T-Mobile USA zu. Zwei einflussreiche Großinvestoren machen ihrem Unmut inzwischen deutlich Luft. Die beiden Vermögensverwaltungsfirmen P. Schoenfeld Asset Management und Paulson & Co wollen entweder der T-Mobile-Mutter Deutsche Telekom bessere Bedingungen abringen oder einen anderen Bieter finden. Zur Not wollen sie MetroPCS auch als eigenständiges Unternehmen am Markt belassen.

   Allgemein bevorzugen die Anleger ein höheres Angebot von T-Mobile USA. Sollte dieses nicht kommen, müsste MetroPCS künftig weiterhin allein im harten Wettbewerb auf dem US-Mobilfunkmarkt bestehen. Das erscheint den meisten Aktionären allerdings wenig reizvoll, da die Marktperspektiven der Nummer fünf in den USA äußerst begrenzt sind.

   Im vergangenen Jahr einigte sich das Board von MetroPCS auf ein Zusammengehen mit dem viertgrößten US-Netzbetreiber T-Mobile USA. Es soll ein an der Börse notierter Konzern entstehen, der zu fast drei Vierteln der Deutschen Telekom gehören würde. Die US-Behörden haben den Deal bereits abgesegnet, nachdem sie im vergangenen Jahr die Übernahme von T-Mobile USA durch den Platzhirschen AT&T platzen ließen. Damit ist die Zustimmung der eigenen Aktionäre die letzte Hürde, die das Board von MetroPCS noch überwinden muss.

   Ob die Telekom ihr Angebot nachbessert, erscheint mittlerweile vielen MetroPCS-Eignern ungewiss. "Ich glaube mehr Geld können wir nur durch das Angebot eines weiteren Bieters einstreichen", lässt Präsident John Orrico von Water Island Capital anklingen. Das Unternehmen hält offenbar 1,7 Prozent an MetroPCS. Der Deal könnte laut Orrico aber durchaus noch scheitern. Sollte ein anderes Unternehmen auf den Zug aufspringen, wäre die Fusion mit T-Mobile USA vom Tisch, erwartet Orrico. Die Chancen dafür gibt er mit 50 zu 50 an.

   Eine Reihe von Investoren warnen allerdings vor einem Aus für das Zusammengehen mit den Deutschen. Die Aktie von MetroPCS könnte anschließend auf Tauchkurs gehen. Die Geschäftsaussichten für das Mobilfunkunternehmen allein seien einfach zu durchwachsen.

   Die Ungewissheit über die Fusion geht auch an der Börse nicht spurlos vorbei. Allein in der vergangenen Woche pendelte der Titel von MetroPCS zwischen 9,62 und 10,87 US-Dollar. T-Mobile will in bar und mit Aktien zahlen. Die Höhe der Bewertung von MetroPCS ist dabei nicht eindeutig, da der Börsenkurs der Deutschen Telekom deutlich schwankt.

   Die Fusionsgegner hoffen immer noch auf ein besseres Gegenangebot. Die wahrscheinlichsten Kandidaten sind dabei Sprint Nextel und Dish Network, die bereits früher Interesse an MetroPCS angemeldet hatten. Vertreter beider Unternehmen wollten sich nicht äußern.

   Das Board von MetroPCS rückt von der T-Mobile-Offerte auch angesichts des Gegenwinds nicht ab. Bei der Telekom wird an der Vereinbarung ebenfalls nicht gerüttelt und Kosteneinsparungen sowie Wachstumsaussichten des neuen Unternehmens betont. Laut der Fusionsvereinbarung kann MetroPCS vor der Aktionärsabstimmung keine konkurrierenden Angebote einholen oder gar T-Mobile ausbooten. Man habe nicht die Absicht am Deal Korrekturen vorzunehmen, sagte ein der Deutschen Telekom nahestehender Informant. Es gebe auch überhaupt keine Veranlassung für einen solchen Schritt. Ein offizieller Sprecher wollte keinen Kommentar abgeben.

   Auch wenn die US-Behörden grünes Licht gaben, beginnt der eigentliche Kampf erst jetzt. Die beiden Unternehmen und die Fusionsgegner versuchen die Anleger jeweils auf ihre Seite zu ziehen. P. Schoenfeld Asset Management und Paulson & Co, die gemeinsam rund 12 Prozent der Anteile halten, geben sich unversöhnlich: Das bisherige Bargeld- und Aktienangebot sei ein schlechter Deal. Die Anleger würden Aktien eines unterkapitalisierten Unternehmen erhalten, das mit hohen Zinslasten auf einem beträchtlichen Schuldenberg sitze. Sie kämen bei einer Ablehnung des Deals weitaus besser weg, denn der Aktienkurs würde anschließend kräftig zulegen. Das Papier brach seit Bekanntgabe der Fusionsabsichten um 16 Prozent ein.

   Einen Etappensieg erzielte P. Schoenfeld Asset Management bereits. Die Aktionärsabstimmung musste MetroPCS vom 28. März auf den 12. April verschieben. Das Management spielte die Terminänderung herunter. Es sei lediglich ein Verwaltungsfehler korrigiert worden. Aber inzwischen scheint auch MetroPCS sichtlich besorgt und buhlt um das Plazet der Aktionäre. In einem Brief verteidigte das Board die Struktur des Deals vehement und nannte die Argumente der Gegner "fehlerhaft und irreführend". Der Schuldenberg des neuen Unternehmens werde dem der Konkurrenten ähneln. Die Zinsen seien "marktbasiert" und "günstig", wenn die hohen finanziellen Zusagen der Deutschen Telekom berücksichtigt werden.

   Der erbitterte Austausch von Argumenten wird an einigen Anlegern abperlen - jenen, die sowieso für den Deal stimmen. Ein Direktor von Madison Dearborn Partners sitzt im Verwaltungsrat der MetroPCS und unterstützt die Deutsche Telekom. Der Wagniskapitalgeber Accel Partners ist durch Gründer Arthur Patterson im Board vertreten. Beide Unternehmen zusammen sind mit knapp 10 Prozent am Netzbetreiber beteiligt.

   Auch der MetroPCS-Chef Roger Linquist scheint sich seiner Sache ziemlich sicher und sieht keinen besseren Deal am Horizont. Seit Dezember hat er sich kontinuierlich von Aktien getrennt, inzwischen rund 1,7 Millionen Stück oder etwa ein Viertel seiner direkten und indirekten Beteiligung.

   Unterdessen schreitet der Zusammenschluss beider Unternehmen voran. Vorstände von T-Mobile USA und MetroPCS präsentieren sich gemeinsam auf Investorenkonferenzen. Viele Wall-Street-Beobachter meinen, die Deutsche Telekom ließe den Deal unter keinen Umständen platzen. Dafür steht für die Bonner zu viel auf dem Spiel. Bereits die gescheiterte Übernahme durch AT&T hatte den Aktienkurs der Telekom kräftig ins Trudeln gebracht. Vorstandschef Rene Obermann ringt seit langem um eine Lösung für die angeschlagene T-Mobile USA. Die frühere VoiceStream Wireless kostete den ehemaligen Staatskonzern im Jahr 2001 mehr als 30 Milliarden Dollar.

   Manche Branchenvertreter halten auf längere Sicht eine Großfusion auf dem US-Mobilfunkmarkt für unvermeidbar. Sprint Nextel und T-Mobile müssten sich zusammentun, um sich gegen die dominierenden Wettbewerber AT&T und Verizon Wireless zu behaupten.

   Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

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   March 14, 2013 06:16 ET (10:16 GMT)

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