30.11.2020 17:51

Siltronic- und WACKER-Aktien schießen nach oben: GlobalWafers will Siltronic für mehrere Milliarden Euro kaufen

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Der Hersteller von Halbleiterwafern für die Chipindustrie Siltronic soll vom taiwanischen Konkurrenten GlobalWafers übernommen werden.
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Die Gespräche über eine Offerte der Taiwaner in Höhe von 125 Euro je Aktie stehen kurz vor dem Abschluss, wie die Beteiligung von WACKER CHEMIE am Sonntag in München mitteilte. Bei diesem Preis wird Siltronic mit 3,75 Milliarden Euro bewertet und damit deutlich höher als zuletzt an der Börse.

Mit dem Zusammenschluss solle ein führender Anbieter der Waferindustrie, die angesichts der rasch fortschreitenden Digitalisierung der Welt weiterhin starken Rückenwind hat. Unterschrieben sei soll alles dann in der zweiten Dezember-Woche. Aus Basis der Zahlen für 2019 würden es beide Unternehmen zusammen auf einen Umsatz von rund drei Milliarden Euro bringen. Dabei käme der etwas größere Beitrag von den Taiwanern.

Siltronic soll laut den Angaben die eigene Geschäftsstrategie im Wesentlichen fortführen können. Zudem seien Standortschließungen oder betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland bis Ende 2024 ausgeschlossen. Allerdings hatte Siltronic-Chef Christoph von Plotho in der Vergangenheit immer wieder hohe Stromkosten in Deutschland kritisiert. So verbraucht die Herstellung von Halbleiterwafer, aus denen dann die Kunden etwa Computerchips herstellen, viel Energie.

Der genannte Preis von 125 Euro entspreche einer Prämie von 48 Prozent gegenüber dem volumengewichteten Durchschnittskurs der letzten 90 Tage, hieß es weiter vom Unternehmen. In den vergangenen Tagen hatten die im MDAX notierten Aktien allerdings kräftig zugelegt: Am Freitag hatten sie mit 113,55 Euro geschlossen und damit auf dem höchsten Niveau seit rund zwei Jahren.

Zusätzlich sollen die Aktionäre - voraussichtlich noch vor Abschluss der Transaktion - für 2020 eine Dividende in Höhe von circa 2 Euro je Aktie erhalten. Der Großaktionär WACKER CHEMIE hält die Konditionen für "attraktiv und angemessen" und steht kurz vor dem Verkauf seiner Anteile. Die Münchener würde für die verbliebenen Anteile an ihrer ehemaligen Tochter, die sie 2015 an die Börse gebracht hatten und derzeit noch 31 Prozent halten, dann knapp 1,2 Milliarden Euro erhalten.

Die Aktien von WACKER CHEMIE dürften zum Wochenstart ebenfalls kräftig profitieren. Mit 102 Euro notierten sie vor dem Wochenende auf dem höchsten Niveau seit dem Herbst 2019. Zum Vergleich: Im Frühjahr waren sie im Sog des Corona-Börsencrashs noch bis auf gut 30 Euro eingebrochen.

Wafer-Deal treibt Siltronic und WACKER CHEMIE hoch

Ein sich abzeichnender Milliarden-Deal in der Wafer-Branche sorgt am Montag hierzulande für große Freude bei den Anlegern von Siltronic und WACKER CHEMIE. Der taiwanesische Konzern Globalwafers will Siltronic für 125 Euro je Aktie oder insgesamt 3,75 Milliarden Euro kaufen. Die im MDAX der 60 mittelgroßen Werte notierten Siltronic-Anteile schnellten am Vormittag zeitweise über den Angebotspreis bis auf 127,60 Euro. Dies war der höchste Kurs seit mehr als zwei Jahren.

Strategisch sei der Deal sinnvoll, der im Raum stehende Preis von 125 Euro je Aktie sei jedoch viel zu niedrig, urteilte Analyst Stephane Houri von der Investmentbank Oddo BHF. Zum Handelsende kosteten die Siltronic-Aktien 122,20 Euro mit einem Plus von 7,62 Prozent.

Die Titel von WACKER CHEMIE schlossen mit einem Zuwachs von 2,50 Prozent auf 107,70 Euro. Sie profitierten davon, dass der Spezialchemiekonzern als Siltronic-Großaktionär seinen gesamten Anteil von knapp einem Drittel losschlagen will. Mit in der Spitze fast 110 Euro erreichten auch WACKER CHEMIE ein Hoch seit mehr als zwei Jahren. Die Übernahmegespräche stünden kurz vor dem Abschluss, hatte Siltronic mitgeteilt.

Der Kurs von Globalwafers war in Taiwan um fast zehn Prozent nach oben geschnellt auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren und hatte auch andere Titel der Branche mit nach oben gezogen.

Ein Händler warnte allerdings, dass die Bundesregierung noch gegen den Deal opponieren könnte. Der Bund könne diesen als einen weiteren Ausverkauf von Schlüsseltechnologie werten und zu verhindern suchen. Zudem stelle sich die Frage, wie WACKER CHEMIE den Ertrag aus dem Verkauf verwendet.

UBS-Analyst Francois-Xavier Bouvignies sieht mögliche kartellrechtliche Einwände ebenfalls als Problem, wertet die Konsolidierung in der Wafer-Industrie aber ähnlich wie die der Speicherchipbranche positiv. Denn die Folge davon seien eine ausgefeiltere und fortschrittlichere Technologie sowie mehr Preismacht. Die Logik des Deals ziele auf die Entstehung eines führenden Akteurs der Wafer-Industrie, schrieb er in seiner aktuellen Studie. Auch der Zeitpunkt der Transaktion sei günstig, da die meisten langfristigen Vereinbarungen innerhalb der nächsten zwei Jahre ausliefen und der Deal die Position des zusammengeschlossenen Konzerns bei künftigen Vertragsverhandlungen stärke.

Für WACKER CHEMIE als Großaktionär von Siltronic sah sich Analyst Markus Mayer von der Baader Bank in seiner positiven Haltung bestätigt. Die Übernahme von Siltronic bewerte den Anteil von WACKER CHEMIE mit 1,156 Milliarden Euro, woraus eine Höherbewertung der WACKER CHEMIE-Aktien von acht Euro je Aktie resultiere. Mayer riet folglich weiter zum Kauf. UBS-Analyst Geoff Haire errechnete für WACKER CHEMIE eine Wertsteigerung von sieben Prozent mit Blick auf den Anteilsverkauf.

Oddo BHF belässt Siltronic auf 'Buy' - Ziel 140 Euro

Die Investmentbank Oddo BHF hat die Einstufung für Siltronic anlässlich des Übernahmevorstoßes von Globalwafers auf "Buy" mit einem Kursziel von 140 Euro belassen. Strategisch sei der Deal zwar sinnvoll, der für Siltronic im Raum stehende Preis von 125 Euro je Aktie sei jedoch viel zu niedrig, schrieb Analyst Stephane Houri in einer am Montag vorliegenden Studie.

JPMorgan belässt WACKER CHEMIE auf 'Neutral' - Ziel 77 Euro

Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für WACKER CHEMIE auf "Neutral" mit einem Kursziel von 77 Euro belassen. Analyst Chetan Udeshi sieht die Verkaufspläne für den Siltronic-Anteil in einer am Montag vorliegenden Studie positiv. Danach wäre die Bilanz des Spezialchemiekonzerns äußerst sattelfest. Daher sei im kommenden Jahr eine ordentliche Sonderausschüttung drin.

MÜNCHNEN (dpa-AFX)

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