07.06.2022 17:51

SGL Carbon-Aktie klettert fast zweistellig: Ausblick für 2022 angehoben

Trotz Kostensteigerungen: SGL Carbon-Aktie klettert fast zweistellig: Ausblick für 2022 angehoben | Nachricht | finanzen.net
Trotz Kostensteigerungen
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Der Kohlefaserspezialist SGL Carbon schätzt die Aussichten für 2022 dank guter Geschäfte und der Weitergabe von gestiegenen Kosten nicht mehr ganz so trüb ein.
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Sowohl bei Umsatz und operativem Gewinn rechnet sich der Konzern mehr aus als zu Jahresbeginn veranschlagt, wie das SDAX-Unternehmen am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Das trieb die Aktie stark nach oben, der Kurs erreichte ein Hoch seit Januar.

Seit dem Hoch im vergangenen Sommer war es zuvor deutlich bergab gegangen, von fast elf Euro Anfang August rutschte der Kurs nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine bis auf teils unter fünf Euro. Demnächst wird die Aktie des Kohlefaserspezialisten aus dem SDax ausscheiden.

Dazu hatte auch beigetragen, dass sich das Management um Konzernchef Torsten Derr bisher eher zurückhaltend geäußert hatte. Hohe Energie- und Transportpreise hatten den im März veröffentlichten Ausblick spürbar verdüstert.

Die Mehrkosten für Energie und Transport zumindest zum Teil an die Kunden weiterzureichen, hatte das Unternehmen zwar auch da schon angepeilt. Offenbar funktionierte das im Umfeld hoher Teuerung aber nun besser als zuvor gedacht. Die Geschäftsentwicklung sei in allen vier Bereichen gut und gestiegene Kosten für Rohstoffe, Energie und Transport hätten "weitestgehend erfolgreich" weitergegeben werden können, hieß es nun.

So kommt es, dass sich die Aussichten merklich aufgehellt haben. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sonderposten erwartet das Management 130 bis 150 Millionen Euro statt nur im besten Fall 130 Millionen. Damit könnte SGL Carbon auch wieder den Vorjahreswert von 140 Millionen erreichen. Inklusive Abschreibungen sollen es jetzt 70 bis 90 Millionen Euro bereinigte operativer Gewinn sein, bislang standen nur 50 bis 70 Millionen im Plan.

Der Umsatz wird wohl entgegen den bisherigen Planungen nicht mehr nur auf dem Vorjahresniveau von gut einer Milliarde Euro liegen, sondern auf 1,1 Milliarden ansteigen. Beim freien Geldmittelzufluss rechnet SGL aber nach wie vor mit einem deutlichen Rückgang zum Vorjahreswert. Die mittelfristigen Ziele für das Jahr 2025 bleiben bestehen.

Wegen des laufenden Konzernumbaus betrachtet SGL Carbon 2022 als "Stabilisierungsjahr". Die Wiesbadener haben schwierige Zeiten hinter sich. Strukturelle Veränderungen in wichtigen Branchen wie Automobil und Luftfahrt machten dem Konzern zu schaffen. Dazu wurden 2019 Planungsfehler bekannt, und das Unternehmen musste seine mittelfristigen Ambitionen begraben.

Nach drei Verlustjahren schrieb SGL 2021 erstmals wieder schwarze Zahlen. 2020 lastete die Corona-Pandemie schwer auf den Geschäften. Im Herbst 2020 kündigte der neue Chef Derr ein umfangreiches Sparprogramm an - unter anderem sollte jede zehnte Stelle gestrichen werden. Mit dem gesamten Programm werden Ergebnisverbesserungen von über 100 Millionen Euro pro Jahr bis zum Jahr 2023 angepeilt.

SGL beschäftigt rund 4700 Mitarbeiter. Der Konzern stellt Kohlenstofffasern für die Anwendung als Verbundwerkstoffe oder in Textilien her und fertigt Spezialteile aus Kohlenstoff- oder Glasfasern. Daneben sieht sich das Unternehmen als führender Anbieter für Spezialgraphite. Außerdem ist SGL Carbon im Anlagenbau für die Industrie tätig.

So reagiert die SGL-Aktie

Optimistischere Ziele für das Gesamtjahr haben die Aktien von SGL Carbon am Dienstag kräftig in Schwung gebracht. Die Papiere des Kohlefaserspezialisten kletterten in der Spitze um mehr als 13 Prozent auf 6,69 Euro und damit auf das höchste Niveau seit Mitte Januar. Aus der Seitwärtstendenz der vergangenen Tage im Bereich von knapp unter 6 Euro konnten sie sich damit lösen. Zum Handelsschluss standen sie via XETRA noch 11,08 Prozent höher bei 6,57 Euro.

Die zuletzt für einige Tage zum Erliegen gekommene Erholung vom Tief seit Januar 2021, das vor einem Monat noch mit 4,59 Euro zu Buche stand, bekam damit neuen Schwung. Auch charttechnisch sieht es für die Aktie jetzt wieder besser aus: Sie schafften es über die exponentielle 200-Tage-Linie, die bei 6,39 Euro verläuft. Die Linie ist ein beliebter Indikator für den längerfristigen Trend - genauso wie die einfache 200-Tage-Linie, die allerdings über 7 Euro verläuft.

Nachdem das Management um Konzernchef Torsten Derr seine Ziele bisher eher zurückhaltend formuliert hatte, werden die Aussichten für das Jahr dank guter Geschäfte und der Weitergabe gestiegener Kosten nun etwas besser eingeschätzt. Beim bereinigten operativen Ergebnis (Ebit) wird ein Gewinn von 70 bis 90 Millionen Euro statt der bislang im Plan stehenden 50 bis 70 Millionen erwartet. Auch beim Umsatz rechnet sich der Konzern etwas mehr aus als zu Jahresbeginn veranschlagt.

Ganz überraschend kommen die guten Nachrichten nicht: Darauf, dass SGL sich weitreichend gegen steigende Kosten absichert, die Preise erhöht und die Nachfrage sich gut entwickelt, hatten Experten von der LBBW und der Deutschen Bank vor einigen Wochen schon in ihrer Bewertung des Jahresauftakts hingewiesen. "Ein solides erstes Quartal stimmt zuversichtlich für die Jahresziele", hatte vor gut einem Monat auch der Stifel-Analyst Andreas Heine analysiert. Damals wurde die charttechnische Wende bei SGL eingeläutet.

/men/mne/jha/

WIESBADEN (dpa-AFX)

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