01.07.2022 22:12

Nach Krypto-Sinkflug: MicroStrategy gerät ins Wanken

Bitcoin Wal: Nach Krypto-Sinkflug: MicroStrategy gerät ins Wanken | Nachricht | finanzen.net
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Michael Saylor hat sein Unternehmen MicroStrategy in beispielloser Weise an den Bitcoin gekoppelt. Mit dem Krypto-Crash verliert auch er Milliarden. Dies ist nach der Dotcom-Blase das zweite Mal, dass das Softwareunternehmen aus Virginia massiv unter Druck gerät.
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• Der Bitcoin-Wal bleibt weiter enthusiastisch und sieht BTC bei einer Million Dollar
• 121 Prozent der Marktkapitalisierung in Bitcoin investiert
• Saylor fordert Regulierung intransparenter Krypto-Assets, da sie den Bitcoin belasten

Kaum jemand zeigte sich in den vergangenen Jahren so enthusiastisch für den Bitcoin wie MicroStrategy-Chef Michael Saylor.

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Bitcoin-Millionenkredit

Zuletzt nahm Michael Saylor einen Millionenkredit für Bitcoin über die in der Krypto-Branche bekannte Bank Silvergate Capital auf und machte die Cyberdevise einmal mehr zum Teil seiner Unternehmensstrategie.

Mit dem Kredit wollte Saylor seine führende Position unter den Bitcoin-Investoren weiter ausbauen und in eine "produktive Sicherheit verwandeln". Laut Bitcoin Treasuries hält MicroStrategy 129.218 Bitcoin im Wert von rund 2,68 Milliarden US-Dollar (Stand 28.06.2022). Dies entspricht 121 Prozent der Marktkapitalisierung des Unternehmens. Saylor hält zwar scheinbar unbeirrt an seiner Strategie fest - "Bitcoin wird uns alle überleben", sagte er zuletzt gegenüber CNN - gerät allerdings zunehmend unter Druck.

Zum Zeitpunkt des massiven Zukaufs von Bitcoin im März diesen Jahres belief sich der Wert des Bitcoin-Vermögens auf rund 5,8 Milliarden US-Dollar - die Verluste sind derzeit also auf 2,12 Milliarden US-Dollar zu beziffern, ein Minus von knapp 54 Prozent. Auch die MicroStrategy-Aktie hat seit Beginn des Jahres rund 64 Prozent verloren und notiert nun auf 196,73 US-Dollar (Schlusskurs 27.06.2022). Auch in einer Grafik von Bloomberg lässt sich eine klare Korrelation zwischen der Kursentwicklung der MicroStrategy-Aktie und dem Bitcoin feststellen: Die MicroStrategy-Aktie hatte gemeinsam mit dem Bitcoin einen steilen Anstieg erfahren, und der Marktwert des Unternehmens erreichte ungeahnte Höhenflüge, fast 100 Milliarden US-Dollar bei einem Jahresumsatz von gerade einmal 500 Millionen US-Dollar. Als dann der Bitcoin unter Druck geriet und massiv verlor, tat es die MicroStrategy-Aktie ebenfalls.

Die NZZ sieht deutliche Zweifel der Investoren an Saylors Bitcoin-Wette und schreibt, einige Investoren hätten sogar schon weitere Sicherheiten gefordert, "weil mit der Kryptowährung im Moment kein Staat mehr zu machen ist - so etwa die Gläubiger eines weiteren, mit Bitcoin besicherten Kredits in Höhe von 200 Millionen Dollar".

Die Wette auf Bitcoin und die Forderung nach Regulierung

In einem Interview auf CNBC Anfang Juni sprach Michael Saylor davon, dass Bitcoin sich trotz aller Kritik durchgesetzt habe und die Kritiker inzwischen längst "diskreditiert" seien, es sieht die Entwicklung des Bitcoin weiterhin optimistisch und werde alles freie Geld aus dem Cash Flow in die Cyberwährung investieren, anstatt zu versuchen den Markt zu timen. "Wenn die Kritiker und Skeptiker falsch liegen - und es ist inzwischen ziemlich eindeutig, dass sie falsch liegen - dass Bitcoin gar nicht auf Null geht, dann geht es für Bitcoin auf eine Million", fasst Saylor seine Gedanken zusammen.

Er sei sich sicher, dass sich Bitcoin eine lebenslange Anlage sei, ein "Forever Asset", das man wie eine Familienfarm an seine Erben weitergeben möchte, so Saylor in einem Interview gegenüber Northman Trader. Für kurzfristige Anlagen interessiere er sich nicht.

Er sehe jedoch ein Problem mit unregulierten, riskanten Produkten in der Krypto-Industrie, die den Bitcoin-Preis unter Druck setzten, da sie zur Besicherung mit der "harten, digitalen" Währung unterlegt seien. Man dürfe nicht alle Kryptowährungen in einen Topf schmeißen und könne die "Masse von undurchsichtigen, unregistrierten Assets, die auf intransparente Weise gehandelt werden" nicht mit dem Bitcoin vergleichen. Saylor forderte in diesem Interview die Behörden auf gegen diese unregulierten Produkte vorzugehen.

Der Spott der Kritiker

Mit seinen massiven Investitionen in die Cyberdevise hat Michael Saylor den Erfolg von MicroStrategy an den Bitcoin gekoppelt. In Zeiten des Krypto-Crashs bringt ihm dies den Spott seiner Kritiker ein.

Der bekannte Bitcoin-Kritiker und bekennende Gold-Fan Peter Schiff machte im Januar seine negative Prognose für den Bitcoin an "Double-Top" Chart-Formation fest und sagte voraus, dass der Bitcoin auf 10.000 US-Dollar fallen könnte. In der Vergangenheit lag Schiff des Öfteren falsch mit seinen bearishen Aussagen zum Bitcoin, nun warnt er Michael Saylor auf Twitter schnell noch alle Bitcoin zu verkaufen, solange er noch könne, bevor die "Musik aus" sei.

Redaktion finanzen.net

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