Hot oder Schrott?

Ratingagentur bewertet Kryptowährungen: Diese Noten bekommen Bitcoin, Ethereum & Co.

26.01.18 12:48 Uhr

Ratingagentur bewertet Kryptowährungen: Diese Noten bekommen Bitcoin, Ethereum & Co. | finanzen.net

Die US-amerikanische Ratingagentur Weiss Ratings hat in dieser Woche erstmals Noten für 74 Kryptowährungen vergeben. Welche Ratings gerade die großen Digitalwährungen Bitcoin, Ethereum und Ripple dabei erzielt haben, ist jedoch recht überraschend.

Werte in diesem Artikel
Devisen

54.469,7208 CHF 5.561,5313 CHF 11,37%

59.425,2425 EUR 6.027,8496 EUR 11,29%

51.579,5383 GBP 5.072,7525 GBP 10,91%

11.040.075,7203 JPY 1.181.319,0374 JPY 11,98%

70.235,2976 USD 7.338,3972 USD 11,67%

1.590,1910 CHF 174,4026 CHF 12,32%

1.734,8627 EUR 189,1214 EUR 12,23%

1.505,8149 GBP 159,5421 GBP 11,85%

322.304,3775 JPY 36.914,2699 JPY 12,93%

2.050,4519 USD 229,7199 USD 12,62%

1,1277 CHF 0,1856 CHF 19,70%

1,2303 EUR 0,2018 EUR 19,62%

1,0679 GBP 0,1721 GBP 19,21%

228,5720 JPY 38,6668 JPY 20,36%

1,4541 USD 0,2426 USD 20,02%

0,0765 CHF 0,0079 CHF 11,48%

0,0835 EUR 0,0085 EUR 11,40%

0,0725 GBP 0,0072 GBP 11,02%

15,5082 JPY 1,6731 JPY 12,09%

0,0987 USD 0,0104 USD 11,78%

0,2137 CHF 0,0229 CHF 12,02%

0,2331 EUR 0,0249 EUR 11,93%

0,2023 GBP 0,0210 GBP 11,55%

43,3065 JPY 4,8569 JPY 12,63%

"Viele Kryptowährungen sind überhypet und anfällig für Abstürze. Der Markt braucht dringend die Klarheit, die nur unparteiische und stabile Ratings bieten können", begründete Martin Weiss vor Kurzem den Vorstoß seiner Ratingagentur auf den Kryptowährungsmarkt. Sein 1971 gegründetes Unternehmen hat daher insgesamt 74 digitale Währungen unter die Lupe genommen - darunter Bitcoin, Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash, Cardano, Dogecoin, Litecoin, Stellar, EOS, IOTA, Dash, Monero und Bitcoin Gold - und sie in den Kategorien Risiko, Renditechancen und Technologie auf Herz und Nieren geprüft sowie grundlegende Aspekte der Sicherheit und Nutzerakzeptanz untersucht.

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Erreicht werden konnten dabei theoretisch die Noten A bis F, wobei ein A wie bei den amerikanischen Schulnoten einem "sehr gut" entspricht und ein F dementsprechend ein "ungenügend" wäre. Ein Plus oder Minus als Zusatz zur Note zeigt außerdem an, ob sich die Bewertung im oberen oder unteren Drittel des Notenbereichs befindet. Wie Weiss Ratings auf ihrer Webseite angibt, seien Noten zwischen A und B- als Kaufempfehlung zu sehen, C bedeute "halten" und Junk fange ab D+ an. In den Schrottbereich haben es dann auch tatsächlich ein paar der analysierten Digitalwährungen geschafft.

Ethereum mit besserem Rating als Bitcoin

Die Top-Note A konnte sich keiner der digitalen Taler bei Weiss Ratings sichern. Laut US-Medien war die Ratingagentur aber auch bei anderen Finanzprodukten schon immer sparsam mit dieser Bewertung. Die große Überraschung für viele Anleger dürfte jedoch sein, dass Ethereum klar besser abschnitt als Bitcoin. Die zweitgrößte Kryptowährung erhielt gemeinsam mit EOS, einer Kryptowährung, die für intelligente Vertrags- und Speicherlösungen genutzt wird, die Note B - und damit das beste Rating, das vergeben wurde. Den Bitcoin bewertete Weiss Ratings lediglich mit C+, dicht dahinter folgen Ripple und Dogecoin, die beide die Note C erhielten, und Bitcoin Cash mit C-.

Als Begründung für die lediglich "befriedigende" Note für die größte und bekannteste Cyberwährung Bitcoin, nannte die Ratingagentur Defizite in den Bereichen Risiko und Technologie. Bitcoin habe mit "großen Engpässen zu kämpfen, die Verzögerungen und hohe Transaktionskosten verursachen". Unmittelbare Pläne für ein Upgrade, das die Situation verbessern könnte, gebe es jedoch nicht. Anders sieht die Sache laut den Experten bei Ethereum aus. Diese Währung profitiere "trotz einiger Engpässe von besser ausbaufähiger Technologie und einer höheren Geschwindigkeit" und verdiene deshalb auch eine bessere Note als Bitcoin.

Doch nicht nur, dass Ethereum in der Ratingtabelle vor Bitcoin landete, ist überraschend. Auch dass Ripple und Dogecoin - jeweils mit Note C - gleichauf liegen, war im Voraus nicht wirklich abzusehen. Schließlich handelt es sich bei Ripple um eine ernstzunehmende Währung, die als Verrechnungseinheit für das bestehende Finanzsystem eingesetzt werden soll, während Dogecoin ursprünglich als reine Scherzwährung gedacht war. Laut Weiss sei die Nutzung von Dogecoin aber dennoch höher als bei anderen Token, während sich bei Ripple wiederholte Preisabstürze sowie die starke Zentralisierung und Kontrolle durch das Gründungsteam negativ auf die Note ausgewirkt hätten.

Die niedrigste Note, die von Weiss Ratings vergeben wurde, ging an Novacoin und SaluS. Beide Digitalwährungen erhielten ein D, da es Schwächen bei technologischem Fortschritt und Akzeptanz unter den Nutzern gebe. Sie gelten somit als Junk.

Ratingnoten in der Kritik

Schon vor Veröffentlichung der Ratingnoten sagte Martin Weiss, dass er mit Diskussionen rechne, da "manche Leute von den Ergebnissen überrascht sein werden". Und tatsächlich ließen die Reaktionen nicht lange auf sich warten. Hedgefonds-Manager Ari Paul kritisierte beispielsweise gegenüber "CNBC" die vergleichsweise schlechte Bewertung des Bitcoins. Sie drücke ein "falsches Verständnis für das zentrale Wertversprechen der Kryptowährung aus, da sie anscheinend die Transaktionskapazitäten überbewertet und die Stabilität des Protokolls, die Sicherheit und Dezentralisierung unterbewertet", so Paul.

Andere Kritik an den Ratings fand auf einer weniger sachlichen Ebene statt. Wie Weiss Ratings selbst angibt, wurde die Agentur bereits kurz vor Veröffentlichung ihrer Einschätzungen das Ziel von zahlreichen Hackerangriffen aus Korea. Außerdem würde es zahlreiche Aufrufe zum Sturz der Ratingagentur in den sozialen Medien geben.

Besitzer von Krypto-Token, die mit der Einschätzung ihrer Wertung nicht zufrieden sind, sollten sich jedoch womöglich nicht zu sehr in diese verbeißen. Denn die Ratingagentur erwartet selbst, dass es häufige Up- und Downgrades unter den Cyberdevisen geben werde. "Wenn eine Kryptowährung ihre individuellen Herausforderungen meistert, wird sie wahrscheinlich sehr schnell besser eingestuft", heißt es in einer Pressemitteilung.

Redaktion finanzen.net

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