04.03.2017 22:33

So viel mehr Geld erhalten Pensionäre gegenüber Rentnern

Steiles Gefälle: So viel mehr Geld erhalten Pensionäre gegenüber Rentnern | Nachricht | finanzen.net
Steiles Gefälle
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Die neue Vermögens-Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) erhitzt die Gemüter: Offenbar erhalten Pensionäre fast drei Mal so viel Geld pro Monat wie Bürger, die Rente beziehen. Ein paar Fakten.
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Das Klischee von den reichen Pensionären und den armen Rentnern ist offenbar näher an der Realität, als wahrscheinlich viele dachten. Der neuen Vermögensstudie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zufolge, stehen Pensionäre finanziell tatsächlich sehr viel besser da als Rentner. Auch müssen Pensionäre statistisch gesehen deutlich weniger Jahre arbeiten als Rentner - um letztendlich auch ein deutlich höheres Einkommen zu erhalten. Nach der aktuellen Rechtslage steigert jedes volle Dienstjahr, in dem ein beamteter Beschäftigter Vollzeit gearbeitet hat, den individuellen Anspruch auf Ruhegehalt um den Wert 1,79375. Auf diese Weise wird nach 40 Jahren der höchstmögliche Wert von 71,75 erreicht wird. Dies ist die Prozentzahl mit der der jeweils aktuell gültige Bezügeanspruch eines aktiven Beamten derselben Besoldungs- und Dienstalterstufe multipliziert wird. Auf diese Weise wird der zustehende Pensionsanspruch errechnet. Nicht-Staatsdiener, die mit einem durchschnittlichen Lohn 45 Jahre lang arbeiten, erhalten hingegen maximal 48 Prozent ihres letzten Einkommens als Rente. Problematisch daran: Während sich die Beamtenpension ausschließlich nach dem letzten Gehalt, das in der Regel das Höchste ist, richtet, bekommen Rentner das, was sie im Laufe ihres Arbeitslebens an Entgeltpunkten gesammelt haben. Das bedeutet, sie erhalten einen Anteil ihres Durchschnittsverdienstes im gesamten Arbeitsleben als Rente. Allein durch diese Regelung fallen Beamtenpensionen deutlich höher aus als Renten.

So hoch ist das Durchschnittseinkommen der Pensionäre im Vergleich zu den Rentnern

Tatsächlich erhalten Pensionäre durchschnittlich 2.500 Euro brutto, so der Versorgungsbericht der Bundesregierung. Dem gegenüber steht eine magere Durchschnittsrente von lediglich 721 Euro im Monat, wie aus einer Statistik der Deutschen Rentenversicherung hervorgeht. Damit erhalten Pensionäre fast das Dreifache des Betrags, der Rentnern im Schnitt zur Verfügung steht. Auch bei den Spitzenwerten kommen die Pensionäre klar besser weg. Die größtmögliche Pension kann ein Staatssekretär erzielen, dessen Grundgehalt bei 11.000 Euro monatlich liegt. Daraus ergibt sich ein Pensionsanspruch von knapp 8.000 Euro. Ein Spitzenverdiener außerhalb des Staatsdienstes kann hingegen höchstens etwa 2.700 Euro Rente pro Monat einstreichen. Aber auch die Verteilung der Spitzen-Pensionen und Spitzen-Renten ist extrem unterschiedlich. Während ganze 77,3 Prozent der Beamten mehr als 2.000 Euro Pension einfahren und 30 Prozent sogar mehr als 3.000 Euro, erhalten nur magere 0,18 Prozent der Rentner mehr als 1.950 Euro im Monat.

Im Krankheitsfall kann es teuer werden - vor allem für Rentner

Die Unterschiede im Krankheitsfall zwischen Beamten und Nicht-Beamten sind hinlänglich bekannt. Doch auch pensionierte Staatsdiener können auf Beihilfe seitens des Staates bauen. Tatsächlich übernimmt der Staat 70 Prozent der Kosten - für die restlichen 30 Prozent muss sich der Pensionär selbst privat versichern. Rentner müssen ihrerseits auch weiterhin Krankenkassenbeiträge zahlen, hier gibt es keine Unterschiede gegenüber den Arbeitnehmern: Sie zahlen den halben Krankenkassenbeitrag.

Pensionäre erhalten nicht nur mehr Geld, sie können auch viel früher in den Ruhestand

Während Arbeitnehmer aktuell erst mit 65 Jahren in Rente gehen können und die Rente ab 67 bereits wie ein Damoklesschwert über ihren Köpfen schwebt, können einige Beamte schon deutlich früher den Ruhestand beginnen. Am frühesten ist für Jetpiloten Schluss - sie können sogar bereits mit 41 Jahren in Pension gehen. Berufsoffiziere können mit 53 Jahren den Ruhestand antreten, Fluglotsen mit 55 und Majore mit 56 Jahren. Aber auch alle anderen Beamten haben in jedem Fall bereits nach 40 Arbeitsjahren im Staatsdienst Anspruch auf die Höchstpension. Die hierfür erforderlichen Arbeitsjahre können Beamte auch schon vor ihrem 65. Geburtstag abgearbeitet haben.



Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Yuri Arcurs / Shutterstock.com, Ruslan Guzov / Shutterstock.com
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