09.02.2017 13:52

Bundesbank holt Gold deutlich schneller als geplant zurück

New Yorker Goldbestände: Bundesbank holt Gold deutlich schneller als geplant zurück | Nachricht | finanzen.net
New Yorker Goldbestände
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Die Deutsche Bundesbank hat die geplante Rückholung eines Teils ihrer in New York lagernden Goldbestände abgeschlossen und wird bereits im Laufe dieses Jahres die Hälfte der deutschen Goldreserven in ihrem Tresor in Frankfurt lagern.
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"Das Gold, das wir aus New York holen wollten, ist inzwischen da", sagte der im Bundesbank-Vorstand für das Gold zuständige Carl-Ludwig Thiele in Frankfurt. Nun fehlen nur noch 91 Tonnen aus Paris, dann wird die Bundesbank ihr eigentlich erst für 2020 ins Auge gefasstes Ziel erreicht haben, die Hälfte der deutschen Goldreserven in Deutschland zu lagern.
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   Laut Thiele wurden im vergangenen Jahr 111 Tonnen aus New York nach Frankfurt transportiert - reibungslos und ohne Beanstandungen. Insgesamt hat die Bundesbank damit wie geplant 300 Tonnen Gold aus New York nach Frankfurt gebracht. Darüber hinaus wurden 2016 auch 105 Tonnen aus Paris geholt, insgesamt wurden damit von dort 283 Tonnen verlagert. "Auch die Goldverlagerung aus Paris werden wir noch in diesem Jahr abschließen", sagte Thiele.

   Das Lagerstellenkonzept der Bundesbank sah ursprünglich vor, dass bis 2020 die Hälfte der deutschen Goldreserven in eigenen Tresoren in Frankfurt lagert. Laut Thiele liegt die Bundesbank bei der Umsetzung ihres Lagerstellenkonzepts aber deutlich vor dem Zeitplan und wird mehr als drei Jahre früher als geplant fertig sein. Die Bundesbank habe sich nicht mit ihrem eigenen Zeitplan unter Druck setzen wollen und wegen der vielen Unwägbarkeiten vorsichtig geplant, sagte Thiele.

   Deutschland verfügte Ende 2016 über 3.378 Tonnen Gold mit einem Marktwert von 119,3 Milliarden Euro. Gold macht damit 68 Prozent der deutschen Währungsreserven aus, zu denen außerdem Devisen für 35,0 Milliarden Euro und Forderungen gegen den Internationalen Währungsfonds (IWF) für 21,5 Milliarden Euro zählen. Die Bundesbank hat laut Thiele seit 1973 Gold weder gekauft noch verkauft. Allerdings gibt sie jährlich 4 bis 5 Tonnen an das Bundesfinanzministerium zu Münzprägung ab.

   Von den insgesamt 3.378 Tonnen lagen Ende vergangenen Jahres 1.619 (47,9 Prozent) in Frankfurt, 1.236 (36,6 Prozent) bei der Federal Reserve Bank of New York, 432 (12,8 Prozent) in London und 91 (2,7 Prozent) in Paris. Die Bundesbank wird am 23. Februar eine aktualisierte Goldbarrenliste auf ihrer Website veröffentlichen, die Barren-, Melt- und Inventarnummern der Barren sowie Angaben zu Brutto- und Feingewicht sowie der Feinheit des Goldes enthält.

   Thiele sagte, die Bundesbank halte Gold als Währungsreserve, weil es nahezu universell akzeptiert werde und zur Vertrauensbildung geeignet sei. Entstanden sind die deutschen Goldreserven nach dem Zweiten Weltkrieg im Ergebnis deutscher Leistungsbilanzüberschüsse. Das Gold wurde Deutschland gut geschrieben und blieb in der Regel in jenen Ländern, mit denen Überschüsse erzielt wurden. Dass nach der deutschen Einheit 98 Prozent des deutschen Goldes im Ausland lagerte, hatte aber auch mit Sicherheitserwägungen und damit zu tun, dass die Bundesrepublik unmittelbar an den Ostblock grenzte.

   Deutschland verfügt absolut gesehen nach den USA über die weltweit zweitgrößten Goldresreven. Gemessen an der Einwohnerzahl liegt es nach der Schweiz und dem Libanon auf Platz drei.

  DJG/hab/apo Dow Jones Newswires

Bildquellen: Peeradach Rattanakoses / Shutterstock.com, Timur Vildanov / Shutterstock.com

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