26.01.2022 15:54

BVB-Aktie stark: Haaland bleibt Dauerthema - Juristen räumen Klage wegen unterschiedlicher Zuschauerzahlen Erfolgschancen ein

Ausnahmestürmer: BVB-Aktie stark: Haaland bleibt Dauerthema - Juristen räumen Klage wegen unterschiedlicher Zuschauerzahlen Erfolgschancen ein | Nachricht | finanzen.net
Ausnahmestürmer
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Schwere Verletzung oder leichte Blessur? Die Sorgen um den Gesundheitszustand von Erling Haaland drängen das seit Monaten anhaltende Rätselraten über seine sportliche Zukunft derzeit in den Hintergrund.
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Aufgrund muskulärer Probleme im sensiblen Adduktoren-Bereich droht dem Ausnahmestürmer von Borussia Dortmund (BVB) die bereits dritte längere Zwangspause in dieser Saison. Gleichwohl beginnt in den kommenden Wochen der finale Transferpoker - begleitet von vielen Spekulationen.

Ausgangslage:

Der Vertrag des Ende Dezember 2019 für rund 20 Millionen Euro verpflichteten Ausnahmestürmers mit dem BVB läuft zwar bis 2024, enthält aber eine Ausstiegsklausel. Mit deren Hilfe könnte er den Revierclub für eine kolportierte Ablöse von 75 Millionen Euro schon in diesem Sommer verlassen.

Bewerber:

Interessierte Clubs gibt es viele, doch nur noch wenige könnten Haaland auch bezahlen. Das Gesamtpaket aus Gehalt, Ablöse und Provisionen wird auf weit über 200 Millionen Euro geschätzt. Das schränkt den Kreis der seriösen Bewerber deutlich ein - vor allem in wirtschaftlich schwierigen Pandemie-Zeiten. Laut BVB-Chef Hans-Joachim Watzke ist das Interesse von Real Madrid "verbürgt". Für den hoch verschuldeten Real-Konkurrenten Barcelona dürfte die Summe dagegen kaum zu stemmen sein. Gleichwohl war in spanischen Medien von einer Annäherung beider Seiten zu lesen. Aus der Premier League gilt vor allem der FC Chelsea als möglicher neuer Club für Haaland.

Kraftakt:

Im Bemühen um einen Verbleib von Haaland über diesen Sommer hinaus geht der BVB angeblich an seine finanziellen Grenzen. Laut Medienberichten wurde ihm eine Verdoppelung des Gehalts in Aussicht gestellt. Sollte der Torgarant darauf eingehen, wäre er angeblich der mit Abstand bestbezahlte Profi der Vereinshistorie. "Vielleicht gibt es dann auch 2,50 Euro mehr", kommentierte Watzke unlängst beiläufig beim TV-Sender Bild. Am vergangenen Wochenende wurde er bei zwei Sky etwas deutlicher: "Wir haben grundsätzliche Ideen, die wir gerne Erling und seinen Beratern mitteilen wollen. Dann werden wir sehen, ob diese Idee fruchten oder nicht."

Sponsor:

Flankiert wird das BVB-Bemühen von Trikotsponsor Puma, der den Star unter Vertrag nehmen will. Dass Puma-Chef Björn Gulden nicht nur ein Haaland-Landsmann, sondern auch ein Freund der Familie ist und dem BVB als Aufsichtsratmitglied emotional nahe steht, könnte dabei helfen. "Meine Empfehlung wäre selbstverständlich, dass er noch ein Jahr Borusse bleibt. Ich weiß aber auch, dass gerade von allen Seiten an ihm gezogen wird", sagte er den "Ruhr Nachrichten". Ein Ausrüstervertrag mit Puma würde die Entscheidung Haalands nach Meinung von Gulden aber kaum beeinflussen: "Die Wahl von Ausrüster und Verein muss man isoliert voneinander betrachten."

Aufreger:

Zum Start in den finalen Vertragspoker ging Haaland auf Distanz zum BVB. In einem vielbeachteten Interview mit dem norwegischen TV-Sender Viaplay ereiferte er sich über eine angebliche Forderung der Clubspitze, bis März seine Zukunft zu klären. "Nun hat der Club begonnen, mich zu drängen, eine Entscheidung zu treffen", klagte Haaland und fügte mit drohenden Unterton an: "Sie wollen eine Antwort. Es ist also an der Zeit, die Dinge in Angriff zu nehmen." Watzke versuchte noch am vergangenen Wochenende die Wogen zu glätten. "Wir haben das klar geklärt, es gibt kein Ultimatum. Es gibt zwischen uns überhaupt kein Zerwürfnis, wir sind gut miteinander."

Zeitfenster:

Auch ohne Ultimatum will der BVB nicht monatelang auf eine Entscheidung warten. "Weil er so wichtig für uns ist, muss ab einem gewissen Punkt für uns Planungssicherheit herrschen", kommentierte der künftige Sportdirektor Sebastian Kehl. Die jüngste Verletzung von Haaland dürfte jedoch nicht zu einer Forcierung beitragen. Genauso wenig wie die unbestätigten Medienberichte über den Gesundheitszustand von Haaland-Berater Mino Raiola. "Ich habe keinen Kontakt zu ihm, weil er - glaube ich - keinen Kontakt haben darf. Ich kann nur Dinge aus zweiter Hand sagen. Ich glaube schon, dass es ihm nicht so gut geht", sagte Watzke bei Sky.

Alternativen:

Beim BVB läuft die Suche nach einem Haaland-Ersatz längst auf vollen Touren. Fast täglich werden in den Medien neue Namen gehandelt. "Wenn Erling geht, werden wir eine andere und gute Lösung finden. Wichtig ist, dass wir kreativ bleiben", kommentierte Watzke. Aussichtsreichster Kandidat soll Karim Adeyemi sein. Meldungen, wonach mit dem 20 Jahre alten Nationalspieler aus Salzburg bereits eine Einigung erzielt wurde, kommentierte der BVB nicht. Weil sein Vertrag bis 2024 keine Ausstiegsklausel enthält, müsste der BVB jedoch tief in die Vereinskasse greifen. Dem Vernehmen fordert Salzburg eine Ablöse zwischen 30 und 40 Millionen Euro.

Unterschiedliche Zuschauerzahlen: Juristen räumen Klage Erfolg ein

Die von Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke angekündigte Prüfung juristischer Schritte gegen die derzeitigen Zulassungsbeschränkungen für Zuschauer in Nordrhein-Westfalen könnte nach Meinung von Juristen Erfolg haben. "Es hat in den vergangenen Wellen schon Gerichte gegeben, die dafür ein offenes Ohr haben", sagte der auch auf Corona-Rechtsfragen spezialisierte Berliner Anwalt Niko Härting am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Es mache sich insgesamt bemerkbar, dass in Streitfragen zu Corona-Beschlüssen "genauer hingeschaut" werde. Eine Klage sei aber "sicherlich kein Selbstläufer". Über einen Eilantrag könne schnell entschieden werden, auch vor dem kommenden Spieltag nach der kurzen Länderspielpause ab dem 4. Februar.

"Ich glaube, dass eine Klage eine gute Chance auf Erfolg hat", sagte auch der Gelsenkirchener Anwalt Arndt Kempgens den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). Der Jurist erklärte, dass es um Grundrechts-Einschränkungen gehe. Da müsse das mildeste Mittel gewählt werden. "Der gegenwärtige Status quo ist für Liga und Vereine eine absolute Katastrophe", sagte der 53-Jährige zu den unterschiedlichen Zulassungsbedingungen für Sport und Kultur. Das sei "Wasser auf die Mühlen" der Kritiker.

Watzke hatte für seinen Vorstoß auch Unterstützung anderer Vereine aus NRW erhalten. "Wir prüfen eine juristische Klärung und werden auch in den Austausch mit den Bundesligaclubs in NRW gehen", sagte Alexander Wehrle, Geschäftsführer des 1. FC Köln, in der "Kölnischen Rundschau (Mittwoch).

In Nordrhein-Westfalen sind derzeit nur 750 Zuschauer in Fußballstadien zugelassen, in Bayern dürfen nun wieder 10 000 Besucher in die Arenen, in Baden-Württemberg bis zu 6000. "Die Allianz-Arena ist nicht sicherer als der Signal-Iduna-Park", sagte der Dortmunder Sportrechtsanwalt Markus Buchberger, der zu den Chancen einer Klage sagte: "Es ist einen Versuch wert."

Der Düsseldorfer Anwalt Matthias Lang stellt auch die Zahl 750 in Frage. "Woher kommt die?" Es gebe keine wissenschaftlichen Belege, dass diese Obergrenze etwas bringe. Auch sein Kollege Kempgens sagte, dass es für die Behörden schwer nachweisbar sei, dass das Infektionsgeschehen bei einer höheren Stadionauslastung ansteige. Deutlicher wurde Wehrle, der von "Symbolpolitik" sprach. "Niemand kann die Maßnahmen noch nachvollziehen", sagte der FC-Funktionär.

Via XETRA klettert die BVB-Aktie derzeit um 3,50 Prozent auf 4,20 Euro.

/bue/DP/eas

DORTMUND (dpa-AFX)

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26.08.2021BVB (Borussia Dortmund) BuyHauck & Aufhäuser Privatbankiers KGaA
19.08.2021BVB (Borussia Dortmund) BuyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
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14.08.2007Borussia Dortmund verkaufenGSC Research
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