EV-Autos und Attraktivität

Aktien von Tesla, BYD und Rivian als Profiteure? Hohe Ölpreise könnten Elektroautos attraktiver machen

14.03.26 22:17 Uhr

Ölpreis könnte Autofahrer zum Umstieg auf Elektroautos treiben - Chance für NASDAQ-Aktie Tesla, BYD und Rivian? | finanzen.net

Während geopolitische Spannungen die Ölpreise in die Höhe treiben, rückt die Frage in den Mittelpunkt, ob dieser Kostendruck den entscheidenden Impuls für den Durchbruch der E-Mobilität liefert.

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Aktien

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Rohstoffe

104,81 USD 1,61 USD 1,56%

92,92 USD 2,60 USD 2,88%

• Hohe Benzinpreise verbessern Kostenvergleich zugunsten von Elektroautos
• Studien sehen EV-Nachfrage bei längerem Ölpreisschock steigen
• Für EV-Aktien bleibt Profitabilität der Batterien der entscheidende Faktor

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Steigende Ölpreise sind ein massiver Belastungsfaktor für verschiedenste Branchen. Aktien des Reisesektors, wie Fluggesellschaften aber auch TUI, Carnival & Co. leiden besonders unter dem Preisanstieg, aber auch Verbraucher bekommen die hohen Preise zu spüren - auch, aber nicht nur an den Tankstellen. Wenn die Budgets der privaten Haushalte derart unter Druck geraten, könnte dies auch die gesamten Neuwagenverkäufe dämpfen - zu Lasten der traditionellen Automobilindustrie.

Gewinnen Elektroautos jetzt an Attraktivität?

In diesem Umfeld gewinnen Elektrofahrzeuge rasant an finanzieller Attraktivität. MarketWatch weist darauf hin, dass die Benzinpreise in den USA allein innerhalb einer Woche um neun Prozent gestiegen sind, während die Kosten für das Laden von Elektroautos an öffentlichen Stationen laut AAA-Daten weitgehend stabil blieben. Andrew Garberson, Leiter für Wachstum und Forschung bei Recurrent, einem Unternehmen, das Daten zu Elektrofahrzeugen trackt, erklärte dem Bericht zufolge in einer E-Mail, dass Erschwinglichkeit bereits das zentrale Thema für 2026 gewesen sei und die jüngsten Ereignisse diesen Trend nur noch verstärken würden.

JET Charge: Mehr EV-Verkäufe in sechs Monaten möglich

Auch JET Charge, ein australisches Unternehmen, das Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge (EVs) plant, liefert und installiert, kommt in einer Studie zu dem Ergebnis, dass Elektroautos im aktuellen Marktumfeld zu den Gewinnern gehören könnten - allerdings nicht zeitnah. Den Ergebnissen zufolge würden Autokäufer in der Regel abwarten, ob die hohen Kraftstoffpreise anhalten, bevor sie auf ein Elektrofahrzeug umsteigen, wie die Experten in einem Artikel der Australian Broadcasting Corporation zitiert werden. Ein sechsmonatiger, anhaltender Preisschock sei dabei die Schwelle, um die Kaufentscheidungen zu beeinflussen.

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JET Charge modellierte dem Portal zufolge Szenarien mit einem Anstieg der globalen Ölpreise um 30 bis 50 Prozent über einen Zeitraum von 6 bis 18 Monaten. Die Prognosen deuten dabei darauf hin, dass dies den Absatz von Elektrofahrzeugen in diesem Zeitraum um zusätzliche 10 Prozent steigern könnte.

Der Preissprung bei Öl könnte also durchaus das Interesse an Elektrofahrzeugen neu beleben, da der Betrieb von Fahrzeugen mit herkömmlichem Antrieb im direkten Vergleich unwirtschaftlicher wird.

Industrie zeigt bereits erste Reaktionen

Die Industrie reagiert bereits auf die veränderten Vorzeichen. MarketWatch zufolge hat Tesla bereits günstigere Varianten seiner Modelle Model 3 und Model Y eingeführt, um die Nachfrage anzukurbeln. Während das Jahr 2026 aufgrund auslaufender Steuergutschriften eigentlich als schwieriges Jahr für den EV-Absatz prognostiziert wurde, fungieren die explodierenden Ölpreise nun als ein unerwarteter Segen für Verkäufer von Elektrofahrzeugen.

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EV-Aktien jetzt ein Kauf?

Für Anleger stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage, ob Aktien von Elektroautoherstellern wieder interessant werden. Dabei müssen Investoren jedoch genau abwägen: Während das steigende Interesse an EVs das Umsatzwachstum befeuert, drücken die aggressiven Preissenkungen - wie zuletzt bei Tesla beobachtet - auf die Gewinnmargen. Die entscheidende Frage für das Jahr 2026 ist daher, welche Hersteller die Kosten bei der Batterieproduktion schnell genug senken können, um trotz günstigerer Verkaufspreise profitabel zu bleiben. Wer diesen Skaleneffekt meistert, könnte aus der aktuellen Konsolidierungsphase als langfristiger Gewinner hervorgehen.

Die Tesla-Aktie hat aus Anlegersicht aber ohnehin Nachholbedarf: Rund 12,2 Prozent hat der Anteilsschein an der NASDAQ im bisherigen Jahresverlauf an Wert verloren, mit zuletzt 395,01 US-Dollar (Schlusskurs vom 12.03.2026) notiert sie aber inzwischen nahe des von Analysten vergebenen durchschnittlichen Kursziels von 399,25 US-Dollar.

Nicht nur für Tesla ist das Margen-Thema relevant, auch der chinesische Rivale BYD steht vor der Herausforderung, trotz globaler Expansion die Profitabilität zu halten. An der Börse hat das Unternehmen 2026 unterdessen bislang ebenso wenig überzeugt wie der US-Konkurrent, auch wenn Investoren in Hongkong unter dem Strich ein leichtes Plus in ihren Depots haben.

Rivian hat unterdessen mit dem bevorstehenden Start des massentauglichen R2-Modells recht gute Karten - sofern die Skalierung gelingt. Darauf hoffen Investoren mit Blick auf den Aktienkurs besonders, denn seit Jahresbeginn ist die Rivian-Aktie an der NASDAQ um rund 22,4 Prozent auf zuletzt 15,30 US-Dollar (Schlusskurs vom 12.03.2026) abgesackt. Analysten sehen zumindest Aufwärtspotenzial: Auf TipRanks liegt das durchschnittliche Kursziel bei 17,45 US-Dollar und damit klar über dem aktuellen Kursniveau.

Grundsätzlich bleibt der komplette Sektor der EV-Aktien im März aber eine Wette auf die Kosteneffizienz. Wer die Skaleneffekte der Batterieproduktion am schnellsten nutzt, wird vom "Ölpreis-Segen" am stärksten profitieren. Anleger sollten jedoch genau prüfen, ob ein Kursanstieg lediglich auf kurzfristigen Absatzeffekten durch Rabatte basiert oder auf einer nachhaltigen Verbesserung der Kostenstruktur.

Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: betto rodrigues / Shutterstock.com, Scott Olson/Getty Images

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