Keine Staatshilfen nötig

KlöCo-Aktie bricht zweistellig ein: Klöckner & Co mit höherem Verlust

04.05.20 18:00 Uhr

KlöCo-Aktie bricht zweistellig ein: Klöckner & Co mit höherem Verlust | finanzen.net

Der Stahlhändler Klöckner & Co hat im ersten Quartal seine Verluste im Vergleich zum Vorjahr ausgeweitet.

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Dabei belasteten den Konzern unter anderem eine geringere Nachfrage durch die anhaltende Schwäche im Automobil- und Maschinenbausektor. Hinzu kamen erste Ausläufer der Corona-Pandemie. Die wirtschaftlichen Folgen im Zusammenhang mit der Corona-Krise werden dabei erst voll im zweiten Quartal erwartet. Klöckner-Chef Gisbert Rühl sieht sein Unternehmen jedoch finanziell gut aufgestellt. Staatshilfen braucht das Unternehmen nicht. Dennoch gab die Aktie, die in den vergangenen Wochen ohnehin zu den größten Verlierern im SDax gehört hatte, um bis zu zwölf Prozent ein.

Der Konzernverlust lag im ersten Jahresviertel mit 21 Millionen Euro etwa doppelt so hoch wie im Vorjahr, wie das Unternehmen am Montag in Duisburg mitteilte. Das operative Ergebnis (Ebitda) brach um mehr als ein Drittel auf plus 21 Millionen Euro ein, lag aber im Rahmen der von Klöckner Ende März gegebenen Prognosen. Die sinkende Nachfrage führte zu einem Absatzrückgang um knapp 9 Prozent, der Umsatz sank um rund 15 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Dabei belastete zusätzlich ein anhaltender Preisdruck die Geschäfte.

Wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie rechnet der Konzern im zweiten Quartal mit einer weiteren Verschlechterung bei Umsatz und Absatz sowie einem Ebitda-Verlust im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Dennoch geht Klöckner im Gegensatz zum ersten Quartal von einem positiven Mittelzufluss aus. Seinen Jahresausblick hat das Unternehmen bereits zurückgezogen, einen neuen gab es nicht. Es seien jedoch, je nachdem wie lange die Krise anhalte, eine erhebliche Belastung des Ergebnisses zu erwarten.

Dennoch zeigte sich Klöckner & Co zuversichtlich, gut durch die Krise zu kommen. So geht das Unternehmen für das Jahr von positiven Mittelzuflüssen aus betrieblicher Tätigkeit aus. Das Unternehmen sei dank umfangreicher Liquiditäts- und Finanzierungsreserven gut aufgestellt. Staatshilfen will der Stahlhändler dabei mit Ausnahme von Kurzarbeit nicht in Anspruch nehmen - im Gegensatz zu Thyssenkrupp. Hier hatte es Ende vergangener Woche Berichte gegeben, nachdem der Essener Stahl- und Industriekonzern an einem Überbrückungskredit der staatlichen Förderbank KfW im Volumen von etwa einer Milliarde Euro arbeitet.

Klöckner will nun seine Restrukturierung schneller vorantreiben. Dabei setzt der Konzern vermehrt auf die Digitalisierung. So steigerte Klöckner im ersten Quartal den Anteil des über digitale Kanäle erzielten Konzernumsatzes um mehr als 3 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorquartal auf 35 Prozent. So bietet Klöckner etwa eine Applikation zur automatischen Bearbeitung eingehender Preisanfragen und Bestellungen an, die Ende März bei mehr als 500 Kunden in Europa und den USA im Einsatz war.

Auch bei seiner offenen Industrieplattform kam Klöckner voran. Die Zahl, der bei der Plattform unter Vertrag stehenden Händler und Kunden sei im April auf insgesamt rund 70 beziehungsweise rund 1000 gestiegen, hieß es. Dies entspreche jeweils mehr als einer Vervierfachung innerhalb eines Jahres. Eine in diesem Zusammenhang entwickelte Lösung zur Automatisierung des Einkaufs, die Klöckner seit April intern im Einsatz hat, soll im Laufe des Jahres auch an externe Unternehmen vermarktet werden. "Durch unsere weit fortgeschrittene Digitalisierung kommen wir jetzt besser durch die Krise und beschleunigen den Transformationsprozess", erklärte Rühl.

Zudem sieht das Unternehmen durch die Krise die Chance, an der "absehbaren stärkeren Konsolidierung der Branche zu partizipieren". Klöckner & Co war in der Vergangenheit mehrfach mit thyssenkrupp in Verbindung gebracht worden. Dem Essener Konzern war dabei Interesse nachgesagt worden, mit einem Kauf von Klöckner seine Stahlsparte stärken zu wollen.

So reagiert die Aktie

Im sehr schwachen Gesamtmarkt hat die Furcht vor einem erneutem Zollstreit zwischen China und den USA den Aktien des Stahlherstellers Klöckner & Co kräftig zugesetzt. Ein neues Hochkochen der Handelsstreitigkeiten zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften würde die wegen der Coronavirus-Krise befürchtete weltweite Rezession weiter verschärfen. Hinzu kamen etwas enttäuschende Quartalszahlen von KlöCo.

Die Anteilsscheine von KlöCo gaben um 13,03 Prozent nach und schlossen bei 3,24 Euro.

Analyst Ingo Schachel von der Commerzbank schrieb: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im ersten Quartal und die Erwartung für das Ebitda im zweiten lägen etwas unter den Konsenserwartungen.

Laut Marc Gabriel, Analyst beim Bankhaus Lampe, schlug vor allem der Monat März ins Kontor. Mit Blick auf die rückläufige Nachfrage im März und insbesondere im April hob er indes hervor, es sei positiv, dass sich die Lage aktuell nicht weiter verschlechtere. Die Konzernprognose für das Ebitda im zweiten Quartal sei zudem besser als von ihm befürchtet ausgefallen. Hier hatte das KlöCo-Management mitgeteilt, dass es einen Verlust im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich erwarte.

/nas/stk

DUISBURG (dpa-AFX)

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Bildquellen: Klöckner & Co

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