Schwaches Umfeld

Aroundtown-Aktie fällt deutlich: Aroundtown schreibt tiefrote Zahlen - Vonovia-Aktie, LEG-Aktie & Co. profitieren hingegen von abnehmender Inflation

29.11.23 17:55 Uhr

Aroundtown-Aktie fällt deutlich: Aroundtown schreibt tiefrote Zahlen - Vonovia-Aktie, LEG-Aktie & Co. profitieren hingegen von abnehmender Inflation | finanzen.net

Immobilienwerte haben am Mittwoch mit Ausnahme von Aroundtown von Inflationsdaten aus Deutschland profitiert.

Hinzu kam neu erwachter Optimismus über bald sinkende Leitzinsen in den USA, der auch europaweit der Immobilienbranche Auftrieb bescherte. Die Branche leidet besonders unter dem im Zuge der Inflationsbekämpfung stark gestiegenen Zinsniveau.

Unter den Einzelwerten stiegen Vonovia schlussendlich um 2,41 Prozent und LEG gewannen 2,74 Prozent.

Im SDAX legten Grand City Properties letztlich um 1,14 Prozent zu, während Aroundtown von Anlegern nach enttäuschenden Neumonatszahlen abgestraft wurden. Sie hatten vorübergehend bis zu 11 Prozent eingebüßt. Im Verlauf drehten sie angesichts der Branchenstärke jedoch an der 50-Tage-Linie wieder nach oben und gaben zum Handelsschluss nur noch um 2,43 Prozent auf 2,25 Euro nach. Der Gewerbeimmobilienspezialist schrieb wegen des schwachen Umfelds unter dem Strich tiefrote Zahlen.

Die Kurse profitierten vor allem davon, dass Christopher Waller, Mitglied des Direktoriums der US-Notenbank Fed, die Investoren in ihrem geldpolitischen Optimismus bestärkt hatte. "Zwar wird man am Freitag noch auf die Worte von Fed-Präsident Jerome Powell hören. Aber nach Wallers Rede sehen sich die Anleger in ihrer Erwartung bestätigt, dass als nächster Schritt die Wende in der Geldpolitik eingeleitet wird", sagte Chef-Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. 2024 rechne der Markt jetzt mit vier kleinen Zinssenkungen in den USA.

Erste Preisdaten aus Deutschland stützten die gute Stimmung. In mehrern Bundesländern schwächte sich die Inflation spürbar ab. Dies deutet auch auf einen nachlassenden Inflationsdruck in ganz Deutschland hin. Am Donnerstag stehen Daten zur Teuerung aus der Eurozone und den USA an. Dabei gilt die Aufmerksamkeit vor allem dem von der Fed bevorzugten Inflationsindikator PCE.

Während die Deutsche Bank mit gleichbleibendem Preisdruck rechnet, erwarten die Experten der Commerzbank ein Nachlassen. Allerdings liegt die Teuerung auch dann wohl immer noch klar über dem Fed-Ziel von zwei Prozent.

Zu Aroundtown merkte Baader-Bank-Analyst Andre Remke unterdessen an, der Konzern habe mit seinem operativen Ergebnis (FFO) etwas schwächer abgeschnitten als von ihm erwartet. Analyst Charles Boissier von der UBS wies zudem darauf hin, dass das Management für die weitere Entwicklung des Gewerbeimmobilienmarktes einen vorsichtigen Ton angeschlagen habe.

Aroundtown macht große Verluste

Der Gewerbeimmobilien-Spezialist Aroundtown steckt auch nach neun Monaten wegen des schwachen Umfelds unter dem Strich tief in den roten Zahlen. Die Anleger reagierten am Mittwoch erwartbar negativ, der Vorstand bestätigte jedoch die Jahresprognose. Durch die Abwertung des Immobilienportfolios belief sich der Nettoverlust auf knapp 1,4 Milliarden Euro nach rund 578 Millionen Euro Gewinn vor einem Jahr, wie das Unternehmen zur Wochenmitte in Luxemburg mitteilte. Den überwiegenden Teil des Fehlbetrags hatte der Konzern bereits in der ersten Jahreshälfte 2023 verbucht.

"Mit Blick auf die Zukunft schlägt das Management weiterhin einen vorsichtigen Ton bei Büroimmobilien an, da Ungewissheit weiterhin die Nachfrage der Mieter belastet", schrieb Analyst Charles Boissier von der Schweizer Bank UBS in einem ersten Kommentar. Allerdings bemerke das Unternehmen auch ein rasch abnehmendes Angebot - dies sei ein in allen Märkten zu beobachtender Trend.

An der Börse sackte die im Kleinwerteindex SDAX notierte Aktie nach der Zahlenvorlage deutlich ab und hinkt anderen Branchenwerten weit hinter. Diese profitierten von der Hoffnung vieler Anleger, dass die Europäische Zentralbank den Leitzins angesichts nachlassenden Inflationsdrucks womöglich schon in einigen Monaten senken werde. Im laufenden Jahr kommt Aroundtown bisher auf ein kleines Plus von zwei Prozent. Ausgehend jedoch vom Jahrestief Ende Mai, als das Papier nur noch knapp 90 Euro-Cent gekostet hatte, ist der Kurs auf rund das Zweieinhalbfache gestiegen.

Dem gesamten Immobiliensektor machten zuletzt die hohe Inflation und der Anstieg der Leitzinsen zu schaffen. Die Einflüsse hatten dem langen Immobilienpreisboom in Deutschland ein jähes Ende gesetzt. Seit Juni 2021 hat die Aroundtown-Aktie rund 70 Prozent an Wert eingebüßt.

Die Luxemburger begegnen den hohen Zinsen unter anderem mit Verkäufen. Insgesamt habe der Konzern in diesem Jahr bisher Verkäufe im Volumen von rund 710 Millionen Euro und leicht unter Buchwert unterzeichnet, hieß es in der Mitteilung weiter. Wegen der Veräußerungen fielen die Nettomieteinnahmen um 2 Prozent auf 885 Millionen Euro, um flächenbereinigt 3,5 Prozent gestiegene Mieteinnahmen konnten die Verkaufsverluste etwas dämpfen.

Die in der Immobilienbranche wichtige operative Ergebniskennzahl FFO I (Funds From Operations) sank auf gut 255 Millionen Euro, verglichen mit 275 Millionen ein Jahr zuvor. Zurückzuführen sei dieser Rückgang vor allem auf die Immobilienverkäufe, höhere Finanzaufwendungen und einer gestiegenen finanziellen Belastung im Zusammenhang mit unbefristeten Schuldscheinen.

Der Konzern unternahm unterdessen weitere Schritte zur Senkung der Verschuldung und kaufte unter anderem Anleihen zurück.

Auch Dank liquider Mittel von 2,8 Milliarden Euro Stand Ende September und künftigen Erlösen aus den unterzeichneten Veräußerungen seien zudem bis Mitte 2026 fällige Schulden abgedeckt, hieß es weiter.

Der Vorstand hatte zur Halbjahresbilanz seine Prognose für das operative Ergebnis (FFO I) auf 310 bis 340 Millionen Euro angehoben. Dieses Ziel wurde nun bestätigt. Die Gewerbeimmobilien-Gesellschaft investiert in zentralen Lagen europäischer Großstädte, vorrangig in Deutschland und den Niederlanden.

FRANKFURT (dpa-AFX Broker)

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