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27.08.2013 17:40

Sorgen um Syrien lassen Börsen einbrechen

Folgen
Das drohende militärische Eingreifen in Syrien hat an den Finanzmärkten die Suche nach Sicherheit ausgelöst.
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Unerwartet positive Konjunkturdaten aus Deutschland konnten den Rücksetzer nicht ausbremsen. Der DAX fiel bis zum Handelsschluss um 2,28 Prozent auf 8.242,56 Punkte. Für den MDAX ging es um 1,97 Prozent auf 14.517,48 Punkte nach unten, und der TecDax büßte 2,37 Prozent auf 1.021,03 Punkte ein. Auch an den europäischen Börsen trübte sich die Stimmung deutlich ein: Der Leitindex Eurostoxx 50 schloss 2,56 Prozent tiefer bei 2.749,27 Punkten.

Unter Druck gerieten vor allem auch die Finanzmärkte von Schwellenländern. Gesucht wurden hingegen "sichere Häfen" wie Japan und die Schweiz. Auch als zuverlässig geltende Anlageformen wie deutsche Staatsanleihen und Gold profitierten von der Unsicherheit.

Die Entwicklung in Syrien dämpfe die Risikobereitschaft an den Märkten, sagten Händler. Ein Militärschlag gegen Ziele in dem Bürgerkriegsland wird immer wahrscheinlicher. Die USA erwägen als Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Syrien nach Angaben der "Washington Post" einen bis zu zweitägigen Angriff. Nach Einschätzung des Bankhauses Metzler ergeben sich aus dem Vorgehen geopolitische Risiken, die das Investorenvertrauen noch weiter eintrüben würden.

TÜRKEI BESONDERS BETROFFEN

Besonders betroffen war die Türkei als Nachbarland Syriens. Die Börse in Istanbul gab um fast zweieinhalb Prozent nach, die Landeswährung Lira sank zum amerikanischen Dollar und zum Euro auf ein neues Rekordtief. Auch türkische Staatsanleihen mussten deutliche Verluste hinnehmen. Entsprechend erhöhte sich der Risikoaufschlag, den Investoren verlangten.

Nach kurzer Stabilisierungsphase setzt sich auch der Wertverlust vieler asiatischer Währungen fort. Am härtesten traf es die indonesische Rupiah. Sie fiel zum amerikanischen Dollar auf ein neues Vierjahrestief. Die zweitstärksten Verluste musste die indische Rupie hinnehmen, die mit 66,25 Rupien je Dollar auf ein neues Rekordtief sank. Abwärts ging es auch wieder an den meisten asiatischen Börsen. Besonders starke Verluste verzeichnete der philippinische Aktienmarkt, der Börsenindex PSEi brach um knapp vier Prozent ein. Die asiatischen Märkte sind allerdings angesichts der sich abzeichnenden Rückführung der Anleihekäufe durch die US-Notenbank bereits seit geraumer Zeit unter Druck.

YEN WIRD ALS 'SICHERER HAFEN' GESUCHT

Von der angespannten Lage in Syrien und in den asiatischen Schwellenmärkten profitierte der japanische Yen. Der Euro fiel bis auf 129,87 Yen, nachdem er am Montag bis zu 132,31 Yen gekostet hatte. Der japanische Yen gilt ähnlich wie der Schweizer Franken als "sicherer Hafen". Allein die Risikoscheu der Anleger und nicht fundamentale Argumente seien für die Stärke des Yen verantwortlich, schreibt Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Der Schweizer Franken legte zum Euro und anderen Währung ebenfalls deutlich zu.

Der Goldpreis stieg angesichts der Suche nach Sicherheit auf den höchsten Stand seit Anfang Juni. In der Spitze kletterte der Preis auf gut 1.420 US-Dollar je Feinunze. Bereits am Montag war der Goldpreis erstmals seit drei Monaten über die Marke von 1,400 Dollar gestiegen. Kursgewinne verbuchten angesichts der drohenden Eskalation im Nahen Osten auch die Ölpreise.

In der Eurozone profitierten vor allem die als sicher geltenden deutschen Staatsanleihen. Aber auch Anleihen anderer Kernländer legten zu. Unter Druck gerieten hingegen die Papiere einiger Euro-Krisenländer. Die Aktienmärkte standen in Europa durch die Bank unter Druck./jsl/bgf/jha/

FRANKFURT (dpa-AFX)
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