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RWE-Aktie trotz Gewinnrückgang höher: Milliardenoffensive und Dividende überzeugen Anleger

12.03.26 20:00 Uhr

RWE mit Gewinnrückgang - doch Milliardenplan soll den Turbo zünden - Aktie legt dennoch zu | finanzen.net

Der Ergebnisrückgang beim Energiekonzern RWE ist im vergangenen Jahr weniger stark ausgefallen als befürchtet. Die Dividende soll steigen.

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Überraschend gut lief der Handel mit Energie, auch die unerwartet guten Geschäfte mit der Stromerzeugung durch Wind auf See schoben den DAX-Konzern an. Für die kommenden Jahre stellt RWE seinen Aktionären mehr Dividende in Aussicht und steckt sich selbst höhere Ziele. Dabei setzen die Essener nun stärker auf das Geschäft in den USA.

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Die RWE-Aktie gewann auf XETRA letztlich 3,85 Prozent auf 55,60 Euro. Der Wertzuwachs seit Jahresbeginn beläuft sich auf über ein Fünftel und in den vergangenen 12 Monaten sogar auf 77 Prozent.

2031 soll das Ergebnis je Aktie auf 4,40 Euro wachsen, teilte RWE am Donnerstag in Essen mit. 2025 hatte der Konzern laut angepassten Werten 2,50 Euro erreicht. Für 2026 prognostiziert das Management nunmehr einen Anstieg auf 2,55 Euro und für das kommende Jahr dann auf 3,05 Euro. Dies wäre für 2026 mehr, als die vom Unternehmen befragten Analysten im Schnitt bislang auf dem Zettel hatten, für 2027 allerdings etwas weniger.

Die Prognose für 2031 erscheine glaubwürdig und biete Aufwärtspotenzial, schrieb JPMorgan-Analyst Javier Garrido. Ähnlich äußerte sich auch Barclays-Experte Peter Crampton: Die vom Unternehmen unterstellten Bedingungen für den in den kommenden Jahren erwarteten operativen Gewinn lägen schließlich unterhalb der Markterwartungen. Für Metzler-Experte Guido Hoymann ist angesichts der neuen Mittelfristprognosen "der Weg frei für eine positive Gewinnentwicklung".

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Eine der Grundlagen für das beschleunigte Gewinnwachstum sollen Investitionen von netto 35 Milliarden Euro in den kommenden fünf Jahren sein. Diese Summe stand bislang von 2025 bis 2030 im Plan.

Unter anderem will RWE sich in den USA breiter aufstellen und setzt dort zukünftig auch auf Gas statt ausschließlich auf den Ausbau der Erneuerbaren Energieträger. Die Vereinigten Staaten blieben wegen des stark wachsenden Strombedarfs der wichtigste Wachstumsmarkt, sagte Chef Markus Krebber laut Mitteilung. Mit angestrebten 17 Milliarden Euro entfällt fast die Hälfte der geplanten Investitionen auf diese Region.

Somit will sich RWE im Tagesgeschäft in den kommenden Jahren langsam wieder an das hohe Ergebnisniveau von 2023 heranrobben, als 7,75 Milliarden Euro operativ verdient wurden. Damals waren die Energiepreise in Folge des Ukraine-Kriegs stark gestiegen, und dank der Preiskapriolen konnte RWE auch viel Profit aus dem Handel mit Energie ziehen.

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Für 2026 stehen nun 5,2 bis 5,8 Milliarden Euro als um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) im Plan. Helfen soll dabei auch, dass das Windaufkommen insbesondere in Europa wieder etwas stärker ausfallen dürfte als im relativ schwachen Vorjahr. Für 2027 strebt RWE 6,2 bis 6,8 Milliarden Euro als operativen Gewinn an.

Für die Prognose 2026 hat RWE die Vergleichswerte aus 2025 angepasst. Auf Basis der bisher gültigen Definition sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowie bereinigt um Sondereffekte (ber Ebitda) 2025 im Vergleich zu 2024 um 10,4 Prozent auf rund 5,1 Milliarden Euro. Mit der Anpassung fiel der Ergebnisrückgang im vergangenen Jahr weniger stark aus und ohnehin besser als Analysten geschätzt hatten.

Der bereinigte Gewinn je Aktie verringerte sich von zuvor 3,12 auf 2,48 Euro. Die Ergebnisse lagen damit aber am oberen Ende der vom Konzern ausgegebenen Prognose und auch über den durchschnittlichen Erwartungen der vom Unternehmen befragten Analysten.

Dividende soll steigen

Aktionäre sollen für 2025 wie erwartet eine Dividende von 1,20 Euro je Aktie erhalten und damit 10 Cent mehr als im Vorjahr.

Zukünftig sollen sie dann stärker am Gewinn beteiligt werden: RWE kündigte an, die Dividende zukünftig jährlich um 10 Prozent zu erhöhen, statt bislang um 5 bis 10 Prozent. So wollen die Essener für 2026 je Aktie 1,32 Euro ausschütten. Analysten hatten das nicht erwartet.

Zudem stellte RWE in Aussicht, dass Geld in weitere Aktienrückkäufe fließen könnte, falls Investitionen das selbstgesteckte Renditeziel von durchschnittlich über 8,5 Prozent nicht erfüllen. Noch bis Juni läuft bei RWE momentan ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Von Journalisten auf eine mögliche Fortführung angesprochen, gab sich Finanzchef Michael Müller verhalten: Er sehe momentan keine Fortsetzung. Metzler-Experte Hoymann sieht aber bis 2027 Potenzial für weitere 3 Milliarden Euro.

/lew/men/stk

ESSEN (dpa-AFX)

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