25.02.2021 13:25

Deutsche Telekom-Aktie im Fokus: Ganz im Zeichen von Partnerschaften - oder nicht?

Wettbewerb: Deutsche Telekom-Aktie im Fokus: Ganz im Zeichen von Partnerschaften - oder nicht? | Nachricht | finanzen.net
Wettbewerb
Folgen
Bei der Deutsche Telekom dreht sich das Geschäft derzeit vor allem um eins: Wie selten zuvor bemüht sich der Konzern darum, seine Wettbewerber von neuen Partnerschaften zu überzeugen oder bestehende zu verlängern.
Werbung
Das Ziel: Gemeinsam an einem Strang ziehen, ob nun im Festnetz oder neuerdings auch bei der Glasfaser. Allerdings nur unter gewissen Konditionen, wie Deutsche Telekom-Vorstandschef Tim Höttges Anfang Dezember klar machte. Was bei der Telekom vor den Jahreszahlen an diesem Freitag (26.2.) los ist, was Analysten sagen und wie sich die Aktie entwickelt.

DAS IST LOS BEI DER DEUTSCHEN TELEKOM:

"Alleine schaffen wir diesen Infrastrukturwandel nicht - das wollen wir aber auch nicht", sagte Telekom-Vorstandschef Tim Höttges Anfang Dezember, als er auf einer firmeneigenen Veranstaltung um die Gunst von lokalen Unternehmen warb. Die ortsansässigen Firmen verstünden die Komplexität vor Ort besser als der Konzern aus Bonn, ergänzte Deutschland-Chef Srini Gopalan.

Deswegen sei es nur gemeinsam möglich, bis 2030 alle deutschen Haushalte mit Glasfaser zu versorgen. Das Telekom-Netz stehe allen Wettbewerbern offen, sagte Höttges. Allerdings sei dies nur dann der Fall, wenn auch die Telekom zu gleichen Konditionen Zugang zu anderen Netzen erhalte. Sollten die Wettbewerber das nicht akzeptieren, wolle die Telekom als "ultima ratio" selbst bauen.

Die Strategie zeigt erste Erfolge: Mitte Dezember verkündeten Telekom und Vodafone, beim Glasfaserausbau gemeinsame Sache machen zu wollen. Durch den Zugang zum Telekom-Glasfasernetzwerk könne Vodafone künftig auch dort direkte Glasfaseranschlüsse ins Haus ("Fiber to the Home") vermarkten, wo das Unternehmen bislang noch kein eigenes Netz hat, hieß es.

Bereits seit 2013 nutzt Vodafone nach eigenen Angaben in einem sogenannten Kontingentvertrag Kupferanschlüsse auf Basis des Glasfasernetzes von der Telekom, die sie wiederum an ihre Endkunden weitervermarktet. Nun verlängerten beide Unternehmen den Vertrag um zehn Jahre und erweiterten ihn um Glasfaser. Im Mobilfunk arbeiten Telekom und Vodafone in einigen Bereichen bereits zusammen. Im November hatte Vodafone seine Strategie bei Glasfaser-Direktanschlüssen geändert und die eigenen Ambitionen eingedampft.

Unterdessen verlängert der Bonner Konzern auch seine bestehenden Partnerschaften, etwa wie mit 1&1 Versatel. Die United-Internet-Tochter kann somit weiterhin einer größeren Anzahl von Geschäftskunden Glasfaser-Anschlüsse anbieten.

Komplett gegenteilig verhält sich dagegen die Tochter T-Mobile US, die nach der Übernahme des kleineren Rivalen Sprint den amerikanischen Markt weiter erobern will. Erst diese Woche ersteigerte das Unternehmen für 9,3 Milliarden US-Dollar (7,65 Mrd Euro) 142 Lizenzen und will damit sein 5G-Netz ausbauen. Ohnehin gilt die Frequenzaustattung bereits als gut. Vor allem auch deswegen hatte T-Mobile US den kleineren Rivalen Sprint mit seinem reichhaltigen Frequenzspektrum übernommen.

Zwar lasteten zum Jahresende hin Kosten im Zusammenhang mit der Fusion auf den Gewinnen. Das Management um den T-Mobile-Chef Mike Sievert setzt im Zuge der Sprint-Übernahme aber nun auf Kostensenkungen. So sollen etwa unnötige Neubauten vermieden und sich überlappende Standorte stillgelegt werden. Mittelfristig soll das Sprint-Netzwerk abgeschaltet und die Kunden bei T-Mobile integriert werden.

Aus diesem Grund soll es im laufenden Geschäftsjahr weiter bergauf gehen. 2021 soll das um Sondereinflüsse bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) auf 26,5 bis 27,0 Milliarden Dollar steigen (2020: 24,6 Mrd Dollar). Ob es auch unterm Strich mehr sein soll, bleibt abzuwarten. 2020 stand bei T-Mobile US ein Überschuss von 3,1 Milliarden Dollar.

DAS SAGEN DIE ANALYSTEN:

Der zuletzt seitwärts verlaufende Kurs scheint die Analysten nicht zu irritieren: Die deutliche Mehrheit von 24 von 29 von der Nachrichtenagentur Bloomberg erfassten Experten rät zum Kauf der Magenta-Aktien, die restlichen 5 plädieren zum Halten. Bis zum durchschnittlichen Kursziel von 20,13 Euro hat die Aktie aber noch ein ordentliches Stück vor sich: Verglichen mit dem derzeitigen Kurs von knapp 15 Euro ist noch mehr als ein Drittel Luft bis dahin.

Zu den Optimisten zählt der UBS-Analyst Polo Tang. Der deutsche Telekom-Markt bleibe attraktiv, weswegen Tang weiterhin zum Kauf rät. Goldman-Sachs-Analyst Andrew Lee hob hervor, dass sich die Telekom auf ihrem Heimatmarkt Deutschland habe behaupten können. Auch sein Kollege Ulrich Rathe vom Analysehaus Jefferies rät Anlegern dazu, Telekom-Papiere zu kaufen. Er liege mit seinen Prognosen für die Deutsche Telekom deutlich über den Markterwartungen und begründete dies damit, dass die Tochter T-Mobile US stärker abgeschnitten habe als befürchtet.

Sein Kollege Usman Ghazi von der Privatbank Berenberg geht einen Schritt weiter: Nach dem Zusammenschluss mit Sprint sei die Tochter T-Mobile US bei der Netzwerkintegration und Synergien mindestens ein Jahr dem Plan voraus. Das sei ein unerwartet gutes Szenario.

Rathe von Jefferies geht davon aus, dass der Konzern im Schlussquartal 2020 auch ungeachtet seiner US-Tochter weiterhin gute Geschäfte gemacht habe. Zudem interessiert er sich für die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens (DIV) zur "Förderung digitaler Infrastrukturinvestitionen in ganz Europa in Glasfaser, Funktürme und Rechenzentren", an dem die Bonner mit 25 Prozent beteiligt sein sollen. Mitte Januar hatte die Telekom die Gründung des DIV gemeinsam mit der Zusammenlegung von Telekom- und Cellnex-Funktürmen in den Niederlanden bekannt gegeben.

Ebenfalls von der Telekom-Aktie angetan zeigt sich JPMorgan-Analyst Akhil Dattani: In den vergangenen Monaten hätten zahlreiche europäische Telekomaktien um rasante 20 bis 50 Prozent zugelegt. Für werthaltige Papiere mit attraktiven Kurstreibern wie BT, Vodafone und Bouygues bleibe er positiv gestimmt.

DAS MACHT DIE AKTIE (Stand 25.02., 12.00 Uhr):

Die Papiere der Deutschen Telekom taten sich zuletzt schwer mit einer eindeutigen Tendenz und bewegen sich seit Mitte November seitwärts. Davor hatte der Kurs Ende Oktober noch eine Talfahrt hinter sich gelassen. Mit rund 15 Euro waren die Papiere zuletzt so viel wert wie etwa im vergangenen Sommer. Von dem Jahreshoch von 16,75 Euro vor knapp zwölf Monaten sind sie aber noch rund 2 Euro entfernt.

Derzeit schaffen es die Bonner auf eine Marktkapitalisierung von gut 70 Milliarden Euro. Damit wetteifern sie mit dem Auto- und Lkw-Bauer Daimler um den sechsten Platz im DAX. Im Vergleich zur britischen Vodafone mit 33,5 Milliarden Pfund (39 Milliarden Euro) und der spanischen Telefonica mit rund 20 Milliarden Euro lässt die Telekom aber noch einen riesigen Freiraum zu ihren wichtigsten Kontrahenten.

Mittelfristig haben die Papiere Anlegern allein vom Aktienkurs her keinen Gefallen getan. Im Fünf-Jahres-Vergleich verlor die Aktie zuletzt knapp 11 Prozent. Gerade Papiere aus der Telekommunikationsbranche gelten unter vielen Anlegern aber auch als attraktiv wegen ihrer vergleichsweise hohen Dividendenrendite.

/ngu/men/fba

BONN (dpa-AFX)

Bildquellen: Cineberg / Shutterstock.com

Nachrichten zu Deutsche Telekom AG

  • Relevant
  • Alle
    3
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Telekom AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
10.06.2021Deutsche Telekom buyJefferies & Company Inc.
27.05.2021Deutsche Telekom overweightBarclays Capital
25.05.2021Deutsche Telekom buyKepler Cheuvreux
25.05.2021Deutsche Telekom buyJefferies & Company Inc.
24.05.2021Deutsche Telekom buyUBS AG
10.06.2021Deutsche Telekom buyJefferies & Company Inc.
27.05.2021Deutsche Telekom overweightBarclays Capital
25.05.2021Deutsche Telekom buyKepler Cheuvreux
25.05.2021Deutsche Telekom buyJefferies & Company Inc.
24.05.2021Deutsche Telekom buyUBS AG
12.05.2021Deutsche Telekom Equal weightBarclays Capital
21.04.2021Deutsche Telekom Equal weightBarclays Capital
22.03.2021Deutsche Telekom Equal weightBarclays Capital
09.03.2021Deutsche Telekom Equal weightBarclays Capital
26.02.2021Deutsche Telekom Equal weightBarclays Capital
30.03.2020Deutsche Telekom UnderweightBarclays Capital
18.03.2020Deutsche Telekom UnderweightBarclays Capital
04.03.2020Deutsche Telekom UnderweightBarclays Capital
20.02.2020Deutsche Telekom verkaufenBarclays Capital
19.02.2020Deutsche Telekom UnderperformJefferies & Company Inc.

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Telekom AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

Morgen um 18 Uhr geht's los!

Das Weltall - unendliche Weiten. Bei Anlegern stößt der Milliardenmarkt Raumfahrt-Tourismus zunehmend auf Interesse. Erfahren Sie morgen live im Online-Seminar, wie auch Sie an den spannenden Anlagemöglichkeiten der Weltraum-Aktien partizipieren können.

Jetzt noch schnell anmelden!
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

DAX geht unter 15.500 Punkten ins Wochenende -- Wall Street von Zinsängsten belastet -- Brenntag hebt Gewinnprognose an -- Tesla, VW, Lufthansa, Symrise, CureVac im Fokus

Urteil: AstraZeneca muss weitere 50 Millionen Dosen an EU liefern. HSBC vor Verkauf des französischen Retail-Geschäfts mit Verlust. EU lässt gesperrte Großbanken nun doch bei Finanzgeschäft für Wiederaufbaufonds zu. Aktionäre kippen neue Vergütungspläne für freenet-Vorstände. Letzter Verbrenner von AUDI kommt Mitte der Dekade.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die Länder mit der höchsten Wirtschaftskriminalität
In diesen Ländern ist die Korruption besonders hoch
Das sind die schlimmsten Steuroasen
Hier zahlen Unternehmen so gut wie keine Steuern
15 unbekannte Apple-Patente
15 Patente, die Apple für die Zukunft bereithält
Materialien, die teurer sind als Gold
Diese Materialien könnten Sie sich nach Ihrem nächsten Lottogewinn gönnen
Erstes Quartal 2021: Was sich in Carl Icahns Portfolio getan hat
Depot-Details
mehr Top Rankings

Umfrage

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht sich für ein Ende der Maskenpflicht aus. Sind sie auch dafür?

finanzen.net Brokerage
finanzen.net Zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln