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25.02.2018 20:15
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Bitcoin & Co: Was für ein harter Aufschlag

Euro am Sonntag-Einschätzung: Bitcoin & Co: Was für ein harter Aufschlag | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Einschätzung
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Dem Hype auf die Kryptowährungen folgte Ernüchterung. Für einen Abgesang auf das digitale Geld ist es aber zu früh.
€uro am Sonntag
von Birgit Haas, €uro am Sonntag

Die Luft ist raus. Seit dem Höchststand bei knapp 20.000 US-Dollar im Dezember hat sich der Bitcoin mehr als halbiert. Ende Januar lag die digitale Währung bei unter 6.000 Dollar. Um 70 Prozent ist der Kurs in der Spitze in die Knie gegangen. So sieht ein Crash aus.
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Einen eindeutigen Auslöser gibt es ­dafür nicht. Sicher haben die Überlegungen von Regierungen in China und Südkorea über Verbote und erfolgte Verbote in Katar und Thailand auf den Kurs gedrückt.


Auch der Hackerangriff Ende Januar auf die japanische Kryptobörse Coincheck trug zur Talfahrt bei. Diebe erbeuteten hierbei umgerechnet mehr als eine halbe Milliarde Dollar in Nem, einer weiteren Kryptowährung. Zudem erteilte die US-Börsenaufsicht SEC der baldigen Markteinführung eines Bitcoin-Indexfonds erneut eine Absage.

Der eigentliche Grund für den Absturz ist aber ein anderer: Vor Einführung des ersten Bitcoin-Futures in den USA am 11. Dezember 2017 durch die Zertifikatebörse CME sprangen viele Investoren auf den nach oben rasenden Bitcoin-Zug auf. Alte Hasen hingegen nahmen Gewinne mit. Der deutsche Krypto-Unternehmer Julian Hosp etwa, der mit seinen Vorträgen Hallen füllt, hat auf seiner Facebook-Seite sogar zum Ausstieg geraten. Er selbst habe 20 Prozent seiner digitalen Münzen verkauft. Hosp sprach in Anbetracht der Kurssteigerung von über 2.000 Prozent im vergangenen Jahr von einer Blasenbildung.


Gegenläufig zu den fallenden Kursen stieg die Panik der Anleger. In Foren für Krypto-Fans zählte Ende Januar die US-Notfallnummer für Suizidgefährdete zum gefragtesten Eintrag. Viele Privat­investoren glaubten ihr Geld verloren. Ihre Furcht nährten Finanzexperten, die prognostizierten, dass der Bitcoin auf null fallen werde.

Der Chefvolkswirt der US-Vermögensverwaltung Vanguard, Joe Davis, etwa hält einen Totalausfall für möglich, weil: "Der Kurs von Bitcoin basiert nicht auf wirtschaftlichen Daten." Bill Miller, Fondsmanager des Mitwettbewerbers Legg Mason, schließt sich dieser Meinung an: "Bitcoin ist ein tech­nologisches Experiment, bei dem sich noch zeigen muss, ob es einen langfristigen Wert hat."

Beide liegen nicht ganz falsch. Bitcoin ist die erste von mittlerweile rund 1.500 Kryptowährungen. Sie basiert auf der Blockchain-Technologie, einem dezentralen, öffentlichen Netzwerk, über das sich Werte sicher transferieren lassen. Die Blockchain selbst ist bislang nie gehackt worden, die Schwachstelle liegt bei den Wechselbörsen. Wegen der Übertragung gilt die Technik als revolutionär. Dank ihrer lassen sich Vermittler wie Banken oder Handelsplätze theoretisch umgehen. Wer investiert, setzt auf dieses Potenzial. Korrelationen zum Kapitalmarkt, etwa Aktien, sind aber meist zufällig - Blockchain-Netzwerke sind noch geschlossene Systeme.

Bitcoin-Fans können hoffen

Das Problem von Bitcoin: Als Pionier kämpft er mit Kinderkrankheiten, die Nachfolger wie Ethereum, Ripple oder Litecoin behoben haben. Deren Netzwerke funktionieren effizienter. Ein Abgesang wäre jedoch verfrüht. "Bitcoin oder Ethereum lassen sich unattraktiv machen, aber nicht abschalten. Selbst wenn der Preis nahe null gehen sollte", sagt Philipp Sandner, Leiter des Blockchain Centers an der Frankfurt School of Finance. Ihre Bedeutung sei nicht zu unterschätzen: "Fast alle innovativen Impulse kommen momentan von den Kryptowährungen." Die Verbotsbestrebungen mancher Regierungen hält er für nicht umsetzbar, Regulierung hingegen für überfällig.

Aber nicht nur deshalb werde auch der Bitcoin-Kurs wieder anziehen: "Viele professionelle Investoren werden in diesem Jahr noch einsteigen", pro­gnostiziert der Professor der Manager-Kaderschmiede. Goldman Sachs plane einen Handelsbereich für Kryptowährungen, viele Fondshäuser stiegen ein, weitere Akteure würden folgen. Sie müssen keine großen Summen investieren, damit der Kurs steigt. Die Marktkapitalisierung von Bitcoin liegt bei 164 Milliarden Dollar. Die US-Finanzkonzerne verwalten ein geschätztes Vermögen von 50 Billionen Dollar - gegen diesen Goliath ist Bitcoin David.

Allerdings werden laut Sandner in diesem Jahr andere Kryptowährungen in den Vordergrund rücken. Der Marktanteil von Bitcoin sinkt kontinuierlich. Im Januar 2017 dominierte er noch mit 90 Prozent, heute sind es rund 35 Prozent. Anleger, die trotz des Risikos investieren wollen, sollten also künftig nicht nur auf eine Kryptowährung setzen, sondern diversifizieren.

Investor-Info

Kryptowährungen kaufen
Wallet statt Depot

Um eine digitale Währung kaufen zu können, müssen Anleger einen digitalen Geldbeutel auf ihrem Computer, Smartphone oder Tablet installieren, Wallet genannt. Wallet-Anbieter sind etwa Börsen wie die deutsche Plattform Bitcoin.de oder der US-Konkurrent Coinbase. Anleger haben die Wahl zwischen Online- und Offline-Wallets. Bei Online-Apps werden die digitalen Münzen bei der Börse gespeichert. Es besteht das Risiko eines Hackerangriffs. Offline-Wallets werden stationär auf dem Computer oder dem Handy gespeichert. Nachteil: Geht das Handy verloren, ist das Geld unwiderruflich weg. Nutzer zahlen beim Kauf sowohl eine Transaktionsgebühr an das Netzwerk als auch an die Börse. Bitcoin.de ­erhebt ein Prozent. Die Gebühr an das Netzwerk ist von der Zahl der Transaktionsanfragen abhängig und liegt bei Normalbetrieb im einstelligen Cent-Bereich.

Fonds
Ein Pionier in Frankreich

Trotz vieler Anläufe hat es bislang noch kein Indexfonds zur Marktreife gebracht. Unter ­anderem das Fondshaus Vaneck sowie die US-Unternehmerbrüder Winklevoss hatten Vorschläge bei der Börsenaufsicht eingereicht. Auf einem Exchange Traded Fund (ETF) ruhen viele Hoffnungen: Er würde Privatanlegern, die kein Wallet installieren wollen, den Zugang zu Kryptowährungen ebnen und den Kurs wohl antreiben. Einen Investmentfonds gibt es aber doch: Ein franzö­sisches Fondshaus hat einen unregulierten Kryptofonds auf Basis eines eigenen IT-Systems aufgelegt. Damit sollen Investments vor Diebstahl und Komplettverlust geschützt sein. Allerdings dürfen Privatanleger nicht ­investieren.

Zertifikate und Futures
Über Umwege ins Depot

Die US-Zertifikatebörsen CME und CBOE haben vergangenen Dezember je einen Bitcoin-Future aufgelegt. Damit konnten Profi-Anleger auf steigende oder fallende Kurse wetten. Mit ein Treiber des Bitcoin-Crashs: Am 26. Januar liefen die ersten Terminkontrakte aus. In Deutschland sind die Produkte nicht erhältlich. Allerdings denkt die Deutsche Börse inzwischen über einen Future nach.
Die Schweizer Bank Vontobel hat ein beschränktes Volumen an Partizipationszertifikaten auch für deutsche Anleger ausgegeben. Wegen des extremen Risikos ist das Produkt (ISIN: DE 000 VN5 MJG 9) Privatanlegern allerdings nicht wirklich zu empfehlen.





Bildquellen: Andrey Burmakin / Shutterstock.com, Wit Olszewski / Shutterstock.com , Wit Olszewski / Shutterstock.com

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Schweizer Franken1,12780,0000
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Russischer Rubel75,57750,0000
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