Gemeinschaftswährung

Euro gerät zum US-Dollar erneut unter Druck - Das bewegt den Markt

02.02.26 16:51 Uhr

Euro Dollar Kurs: Weshalb der Euro zum US-Dollar nachgibt | finanzen.net

Der Euro hat zum Wochenstart an seine Kursverluste vom Freitag angeknüpft.

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Am Montagnachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung Euro 1,1801 US-Dollar. Am Morgen hatte sie noch über einen halben Cent höher notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1840 (Freitag: 1,1919) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8445 (0,8389) Euro.

Am Freitag hatte die Nominierung des früheren Fed-Gouverneurs Kevin Warsh als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Jerome Powell dem Dollar Auftrieb gegeben und den Euro im Gegenzug belastet. Die Personalentscheidung von US-Präsident Donald Trump schürte an den Märkten Zweifel, dass es tatsächlich zu einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik in den Vereinigten Staaten kommen wird. Warsh galt lange als geldpolitischer Falke, hat sich also tendenziell für höhere Zinsen eingesetzt. Zuletzt sprach er sich aber für Leitzinssenkungen aus.

Nach Einschätzung von Experten der Dekabank gilt Warsh als wachsam gegenüber Inflationsrisiken, sei zuletzt aber auch für weitere Leitzinssenkungen eingetreten. "Dabei scheint er jedoch weniger Trump-hörig als andere mögliche Kandidaten zu sein", schreiben die Analysten. Der US-Präsident hatte zuletzt immer wieder Zinssenkungen gefordert und den bis Mai amtierenden Notenbankpräsidenten Powell heftig beschimpft.

Gestützt wurde der Dollar auch durch erfreuliche Industriedaten aus den Vereinigten Staaten. Die Stimmung der US-Industrie hat sich zum Jahresstart merklich verbessert. Der Einkaufsmanagerindex ISM stieg im Januar stärker als erwartet und signalisiert jetzt wieder ein wirtschaftliches Wachstum. Die Einkaufsmanager verwiesen insbesondere auf eine verbesserte Auftragslage. Die Erwartung baldiger Leitzinssenkungen dürfte so weiter gedämpft werden.

Der zuletzt stärkere Dollar hat an den Finanzmärkten auch die kräftige Kurskorrektur bei Metallen verstärkt. Vor allem die Notierungen für die Edelmetalle Gold und Silber sind zu Beginn der Handelswoche erneut spürbar unter Druck geraten.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86580 (0,86620) britische Pfund, 183,59 (183,59) japanische Yen und 0,9199 (0,9157) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete zuletzt 4.714 Dollar. Das waren etwa 150 Dollar weniger als am Freitag.

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FRANKFURT (dpa-AFX)

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