27.08.2020 22:20

Massive Kapitalflucht: Chinesen schaffen mithilfe von Kryptowährungen Dutzende Milliarden aus der Volksrepublik

Tether besonders beliebt: Massive Kapitalflucht: Chinesen schaffen mithilfe von Kryptowährungen Dutzende Milliarden aus der Volksrepublik | Nachricht | finanzen.net
Tether besonders beliebt
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Eigentlich ist es chinesischen Staatsbürgern lediglich erlaubt im Jahr ausländische Währungen im Wert von rund 50.000 Dollar zu erwerben. Wie ein Bericht nun offenbart, brachten viele Chinesen in den letzten zwölf Monaten mehr Geld außer Landes - und zwar mithilfe von Kryptowährungen.
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• 50 Milliarden Dollar mithilfe von Kryptowährungen außer Landes gebracht
• Tether-Transaktionen stark gesteigert
• Handelsstreit und schwacher Yuan als Ursachen

Wie ein Bericht der Kryptodaten-Analysefirma Chainalysis suggeriert, begehen die Bürger Chinas Kapitalflucht in großem Stil. Dabei haben sich die Analysten die Kryptoüberweisungen von chinesischen an ausländische Adressen im Zeitraum vom Juli 2019 bis Juni 2020 angeschaut. Hierbei wurde deutlich, dass "Kryptowährungen im Wert von über 50 Milliarden Dollar" ins Ausland transferiert wurden, wie es in dem kürzlich veröffentlichten Bericht heißt. Dabei wurden auch die chinesischen Regeln zur Begrenzung von Kapitalflucht gebrochen. Lediglich circa 50.000 Dollar an ausländischen Währungen dürfen jedes Jahr von einem chinesischen Staatsbürger erworben werden. Allerdings sei es auch schon in der Vergangenheit insbesondere wohlhabenden Bürgern gelungen, mithilfe von Immobilien oder auch Briefkastenfirmen mehr als die Obergrenze außer Landes zu bringen, wie Chainalysis schreibt. Mithilfe von Cyberdevisen hätte sich nun jedoch ein neuer Weg aufgetan.

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Handelsstreit und Yuan-Schwäche

Die Ursachen für die Kapitalflucht sieht das Analysehaus vor allem in den weiterhin angespannten Handelsbeziehungen zwischen den USA und der Volksrepublik, die die chinesische Wirtschaft unter Druck setzen. Auch der Yuan litt in diesem Zusammenhang mehrmals unter einer Entwertung. Daneben lassen sich Spitzen in den Transaktionen in Verbindung mit spezifischen Nachrichten bringen. So kam es vermehrt zu Bewegung als der chinesische Präsident Xi Jinping im Oktober der Blockchain-Technologie seine Unterstützung zusagte, wie der Bericht darlegt. Dabei hatte Xi auch angekündigt, die Volksrepublik könnte ihre eigene Kryptowährung, den Cyber-Yuan, entwickeln.

Tether besonders beliebt

Für die Transaktionen setzen die Chinesischen Krypto-Anhänger insbesondere auf den Stablecoin Tether (USDT). "Insgesamt sind in den letzten zwölf Monaten Tether im Wert von über 18 Milliarden Dollar von ostasiatischen Adressen an andere Regionen geflossen", heißt es in dem Bericht. Stablecoins eignen sich besonders gut für die Überweisung von größeren Summen, da sie durch ihre feste Bindung an eine Fiat-Währung geringeren Schwankungen ausgesetzt sind, als andere Cyberdevisen wie beispielsweise der Bitcoin, der eine weitaus größere Volatilität aufweist. Tether ist dabei an den US-Dollar gebunden, theoretisch ist somit für jedes Tether-Token ein US-Dollar hinterlegt. Allerdings kamen in der Vergangenheit schon häufiger Zweifel auf, ob dem auch tatsächlich so ist, wie es bei CNBC heißt. Dennoch eignet sich USDT daher insbesondere um US-Dollar in andere Währungen zu wechseln, ohne dass dabei hohe Wechselkursgebühren anfallen, und umgekehrt.

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Allerdings räumt Chainalysis ein, dass es sich nicht bei allen Transaktionen von chinesischen Wallets in ausländische Krypto-Geldbörsen um Kapitalflucht gehandelt haben muss. Die gesteigerten Tether-Transaktionen könnten zum Teil auch durch chinesische Tether-Miner erklärt werden, die ihre im Gegenzug für ihre Rechenleistung frisch erworbenen Tether-Token in andere Währungen umwandeln, und sie zu diesem Zweck an Kryptobörsen außer Landes überweisen. "Natürlich ist nicht all das Kapitalflucht, aber wir nehmen an, dass 50 Milliarden Dollar die absolute Obergrenze für Kapitalflucht durch Kryptowährungen von Ostasien in andere Regionen darstellt", so der Report.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Mikhail Mishchenko / Shutterstock.com, DIAMOND VISUALS / Shutterstock.com
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