Wirtschaftswachstum

Warum der Euro kräftig zulegt - Deutsches Finanzpaket beflügelt

05.03.25 21:14 Uhr

Euro Dollar Kurs: Warum der Euro gegenüber dem US-Dollar an Wert gewinnt - Neues Finanzpaket beflügelt | finanzen.net

Der Kurs des Euro hat sich im US-Handel am Mittwoch auf erhöhtem Niveau behauptet.

Werte in diesem Artikel
Devisen

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184,1800 JPY -0,0600 JPY -0,03%

1,1524 USD -0,0016 USD -0,14%

1,1556 EUR -0,0003 EUR -0,02%

0,0054 EUR 0,0000 EUR 0,02%

0,8679 EUR 0,0013 EUR 0,15%

Die in Deutschland geschnürten Finanzpakete und die damit verbundene Hoffnung auf mehr Wirtschaftswachstum hatten die Gemeinschaftswährung im europäischen Geschäft angetrieben. Sie stieg zuletzt auf 1,0791 US-Dollar und erreichte so den höchsten Stand seit November.

Im frühen europäischen Handel hatte der Euro noch um 1,06 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0694 (Dienstag: 1,0557) Dollar fest.

In Deutschland haben Union und SPD am Vorabend einen ersten Durchbruch in ihren Sondierungsgesprächen erzielt und ein Finanzpaket von historischem Ausmaß für Verteidigung und Infrastruktur geschnürt. Am Devisenmarkt wurden die Entscheidung euphorisch aufgenommen. Angesichts des schlechten Zustands der Infrastruktur in Deutschland könnten die Mehrausgaben die Wirtschaftskraft besonders deutlich erhöhen, beschreibt Antje Praefcke, Devisenexpertin bei der Commerzbank, die Erwartungen an den Märkten. Die dann steigenden Steuereinnahmen könnten die Kosten durch die höhere Schuldenaufnahme überkompensieren.

Zudem belastet US-Präsident Donald Trump mit seiner Handels-, Wirtschaft- und Sicherheitspolitik den US-Dollar. "Diese augenscheinliche Willkür, mit der Trump Entscheidungen fällt, mit der er Dinge 'great' oder 'terrible' findet, verunsichert zutiefst", schreibt Praefcke. "Und diese generelle Unsicherheit und die Tendenz der USA in Richtung Selbst-Isolation schlägt sich offensichtlich langsam im Dollar nieder." Laut Praefcke könnte es sogar ein Ziel der US-Regierung sein, den Dollar zu schwächen.

Belastet wurde der Dollar auch durch schwache Daten vom US-Arbeitsmarkt. Die Privatwirtschaft hatte im Februar deutlich weniger Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Zahl der Beschäftigten laut dem Arbeitsmarktdienstleister ADP um 77.000. Volkswirte hatten mit 140.000 neuen Stellen gerechnet. ADP macht auch die politische Unsicherheit für die Entwicklung verantwortlich. Der besser als erwartet ausgefallener Einkaufsmanagerindex ISM für den Dienstleistungssektor stützte den Dollar nicht.

/la

NEW YORK (dpa-AFX)

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