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04.11.2019 17:00
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Zinsen: Für eine Entwarnung ist es noch zu früh

Die Zinswende der FED hat die Lage am Anleihenmarkt etwas entspannt. Noch gibt es aber keine handfesten Anzeichen für eine Wachstumsbeschleunigung.

Eine Kolumne von Holger Steffen. Der Anlageexperte ist Berater für den Value-Stars-Deutschland-Index, der seit Auflage im Dezember 2013 einen Kurszuwachs von 87,1% verzeichnet hat (Stand 31.07.2019).

Die FED hat mit ihrer Zinssenkung und der Andeutung, in naher Zukunft zunächst keine weiteren Kürzungen vorzunehmen, am Rentenmarkt keine größere Bewegung ausgelöst. Genau dieses Szenario war offensichtlich im Vorfeld eingepreist worden, so dass keine umfangreiche Neupositionierung der Anleger notwendig war. Schaut man sich die Entwicklung der letzten Monate an, so zeigt sich in der Zinsentwicklung am Markt zumindest ein kleiner Erfolg des FED-Kurswechsels. Doch die Kuh ist noch nicht vom Eis.

Marktzinsen etwas gestiegen

Im August dürften bei der FED die Alarmglocken geläutet haben, als die Markzinsen für 10-jährige Staatsanleihen unter das Niveau von 2-jährigen gefallen sind. Denn ein solcher inverser Verlauf der Zinsstrukturkurve gilt als relativ guter Frühindikator für eine nahende Rezession. Mittlerweile hat die Notenbank die Zinsen in drei Schritten um jeweils 25 Basispunkte gesenkt - und damit den Abwärtstrend bei den Marktzinsen gestoppt. Seit Mitte August sind die Zinsen von zweijährigen Staatsanleihen minimal (um 0,04 %) gestiegen, dem steht eine etwas deutlichere Erholung bei den 10-jährigen (+0,19 %) und den 30-jährigen (+0,24 %) gegenüber.

Hoffnung auf höhere Dynamik

Die US-Zinsstrukturkurve hat sich damit nach oben verschoben und ist wieder etwas steiler geworden - ein kleiner Erfolg für die FED. Das steht nur scheinbar im Widerspruch zu den Leitzinssenkungen. Denn diese haben die Hoffnung geweckt, dass die US-Wirtschaft die Wachstumsdynamik künftig wieder steigern kann. Ein ähnlicher Prozess hat sich auch in Deutschland vollzogen. Die geldpolitische Lockerung und Übersee und die Ankündigung stimulierender Maßnahmen von der EZB hat ebenfalls dazu geführt, dass sich die Zinsstrukturkurve etwas nach oben verschoben hat - zumindest die Rendite von 25- und 30-jährigen deutschen Staatsanleihen ist jetzt wieder leicht positiv - und minimal steiler geworden ist.

Fazit zu Zinsen

Value-Stars-Deutschland-Index

Es scheint, dass die Notenbanken derzeit das Richtige tun. Die Wachstumssorgen am Rentenmarkt haben zuletzt etwas abgenommen, die Marktzinsen steigen wieder. Die immer noch sehr flachen Zinsstrukturkurven sprechen aber dafür, dass die Wachstumsrisiken weiter beträchtlich sind.

Der Autor dieser Kolumne, Holger Steffen, ist Berater für den Value-Stars-Deutschland-Index, der etwa 20 aus­gewählte Aktien aus dem deutschen Nebenwerte-Segment enthält. Das Portfolio können Anleger im monatlichen Newsletter zum Value-Stars-Index einsehen.

 

Über Holger Steffen

Holger Steffen vom Value-Stars-Deutschland-Index Holger Steffen ist einer der erfahren­sten Nebenwerte-Experten. Mit dem von ihm mitverant­worteten Muster­depot des Anlegerbriefs erzielte er seit Start im Jahr 1999 eine Rendite von 1.701 Prozent, das entspricht einer durch­schnittlichen Rendite von 16,4 Prozent pro Jahr (Stand: 31.12.2018).
Der gelernte Diplom-Kaufmann hat als wissen­schaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Finanzwirtschaft der RWTH Aachen gearbeitet. Seit mehr als 15 Jahren ist Steffen in der Finanzbranche aktiv, sein Schwerpunkt liegt in der Unternehmens- und Kapitalmarktanalyse. Der Analyst hat bereits zahlreiche Studien zu deutschen Nebenwerten verfasst und sich als Buchautor betätigt. Der Anlage­experte ist zudem Berater für den Value-Stars-Deutschland-Index, der seit Auflage im Dezember 2013 einen Kurszuwachs von 91,5 % verzeichnet hat (Stand 31.10.2019).

Hinweis zu möglichen Interessenkonflikten (§34b WpHG):

Der Autor hält über eine Gesellschaft Geschäftsanteile an der Anlegerbrief Research GmbH, die ein entgeltliches Beratungsmandat für den Value-Stars-Deutschland-Index hat. Darüber hinaus können hinsichtlich der in dieser Finanzanalyse genannten Aktien grundsätzlich folgende Interessen­konflikte vorliegen (zutreffendes gefettet):

  • Der Autor oder ein Mitautor halten direkt oder indirekt folgende in diesem Artikel analysierte Aktien: - (keine)
  • Der von der Anlegerbrief Research GmbH herausgegebene Börsenbrief "Der Anlegerbrief" hält folgende in diesem Artikel analysierte Aktien in seinen Modellportfolios: - (keine)
  • In einem Zertifikat auf den Value-Stars-Deutschland-Index (ISIN DE000LS8VSD9) sind folgende in diesem Artikel analysierte Aktien enthalten: - (keine)

Weitere Hinweise:

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regress­ansprüche aus.
Die finanzen.net GmbH unterhält geschäftliche Verbindungen zur Anlegerbrief Research GmbH, dem Berater des Referenz­portfolios, und partizipiert an den Einnahmen aus der Verwaltungs­gebühr und der erfolgs­abhängigen Gebühr des Endlos-Zertifikats auf den Value-Stars-Deutschland-Index (WKN LS8VSD).

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