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24.04.2019 13:57
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Fat Finger Trades - Die verheerenden Tippfehler an der Börse

"Dicke Finger": Fat Finger Trades - Die verheerenden Tippfehler an der Börse | Nachricht | finanzen.net
"Dicke Finger"
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Die sogenannten "dicken Finger" sind ein wahres Problem im täglichen Börsengeschäft. Denn sie können innerhalb von Sekunden den gesamten Finanzmarkt aus dem Gleichgewicht bringen.
Als Fat Finger Trade oder Fat Finger-Fehler bezeichnet man einen Tippfehler auf der Computertastatur beim Börsenhandel. Ein solcher Fehler, der durch eine im übertragenen Sinne zu "dicken Finger" ausgelöst wird, kann unter Umständen zu erheblichen Verwerfungen am Kapitalmarkt führen. Denn, wie viele Finanzinstitute und Börsenhändler im Lauf der Jahre festgestellt haben, kann eine zusätzliche Null hier oder dort sowie der Unterschied zwischen Millionen und Milliarden einen sehr großen Unterschied machen.

Wie entstehen "dicke Finger"?

In den häufigsten Fällen handelte es sich bei Fat Finger Trades um klassische Zahlendreher oder unbeabsichtigte Verwechslungen zwischen Ordervolumen, Stückzahl und Wertpapierkennnummer. In diesem Zusammenhang spielt auch die Arbeitsintensität und das Konzentrationslevel der Broker und Börsenhändler sowie die mangelnde Selbstkontrolle zur Freigabe der einzelnen Order eine wichtige Rolle. Denn in der Regel handelt es sich bei einem Fat Finger-Fehler um menschliches Versagen.

Wie oft kommt es zu diesem Phänomen?

In Anbetracht der Tatsache, dass es auf der gesamten Welt Hunderte von Märkten gibt, auf denen jeden Tag Billionen von Transaktionen mit rasender Geschwindigkeit verarbeitet werden, sind die Häufigkeiten von Fat Finger Trades relativ gering. Aus diesem Grund ist es um so peinlicher für den Broker, wenn ihm ein solcher Tippfehler unterläuft.

Sind Fat Finger Trades immer rechtskräftig?

Im April 2018 berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg, dass die Deutsche Bank versehentlich 28 Milliarden Euro im Rahmen ihres täglichen Derivatgeschäfts auf ein externes Konto der Eurex-Clearinghouse der Deutschen Börse überwiesen hat. Nach dem Bekanntwerden des Versehens wurde das Geld jedoch unverzüglich wieder zurück überwiesen. Dieses Beispiel zeigt somit deutlich, dass gewisse Tippfehler im Finanzsektor nicht immer sofort rechtskräftig sind. Um jedoch Rechtssicherheit zu garantieren, gibt es bei vielen Börsenplätzen extra sogenannte Mistrade-Regeln. Diese Richtlinien schreiben Fristen und Bedingungen vor, welche den Schadensersatz bei einem missglückten Börsengeschäft regeln.

Die "dicksten Finger" aller Zeiten

Die Liste an weltweiten Fat Finger Trades ist endlos. Dennoch lohnt es sich, die größten und spektakulärsten Missgeschicke etwas genauer anzusehen, da so gut wie kein Finanzinstitut der Welt von ihnen bewahrt bleibt.

Milliarden statt Millionen

Im Februar 2007 leistete sich ein Händler von Morgan Stanley einen der wohl größten Fauxpas der Unternehmensgeschichte. Als der Broker eine Order über 100.000 Wertpapiere abgab, übersah er den voreingestellten Order-Multiplikator von 1000. Statt des gewünschten Ordervolumens in Höhe von 10,8 Millionen US-Dollar bestellte der Händler Aktien im Wert von 10,8 Milliarden US-Dollar. Der Tippfehler wurde jedoch erst bemerkt, nachdem schon Aktien im Wert von über 870 Millionen US-Dollar verbucht wurden. Des Weiteren musste die Bank für den Patzer ihres Brokers eine Strafe in Höhe von 300.000 US-Dollar an die New Yorker Börse zahlen.

Pfund statt Euro

Dass nicht nur Broker an der Börse "dicke Finger" haben können, wird durch einen Mistrade bei Ryanair klar. Als im Oktober 2002 ein Market Maker Pfund Sterling mit Euro verwechselte, schoss die in London gehandelte Airline-Aktie um 61 Prozent in die Höhe.

16 Yen statt 16 Aktien

Die UBS begleitete im Dezember 2001 den Verkauf von neuen Aktien der japanischen Dentsu Werbeagentur. Der Broker der Schweizer Großbank beging jedoch einen fatalen Fehler. Statt dem Verkauf von 16 Aktien für einen Stückpreis von 610.000 Yen, veräußerte der Händler 610.000 Dentsu Aktien für 16 Yen pro Aktie.

"Nullsummenspiel" bei Lehman und UBS

Ein Broker der mittlerweile insolventen US-Investmentbank Lehman Brothers vernichtet mit seinem "dicken Finger" innerhalb von Sekunden mehr als 44 Milliarden Euro an Börsenwert. Bei einer Verkaufsorder vertippte sich der Händler um zwei Nullen und verkaufte somit hundertmal mehr Aktien als eigentlich geplant. Für diesen Fauxpas musste die Investmentbank über 20.000 Euro Strafe zahlen.

Auch bei der Schweizer Großbank UBS gab es schon einmal ein Problem mit zu vielen Nullen. Denn ein Broker der Bank gab bei seiner Order zu viele Nullen an und kaufte und verkaufte innerhalb weniger Sekunden rund zehn Millionen Roche-Aktien. Dabei existierten zu diesem Zeitpunkt, Januar 1999, nur rund sieben Millionen Anteile des Pharmakonzerns.

Pierre Bonnet / finanzen.net

Bildquellen: SFIO CRACHO / Shutterstock.com, Bro Crock / Shutterstock
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