thyssenkrupp nucera-Aktie sackt ab: Großauftrag treibt Erwartungen - Umsatz- und EBIT-Prognose gekappt

thyssenkrupp nucera zeigt sich für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 zuversichtlicher für das Neugeschäft.
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Wie thyssenkrupp nucera am Morgen mitteilte, soll im noch bis Ende September laufenden Geschäftsjahr 2025/26 der Auftragseingang von im Vorjahr 348 Millionen Euro auf 550 bis 850 Millionen steigen. Bislang war das Management um Vorstandschef Werner Ponikwar von 350 bis 900 Millionen ausgegangen.
Der für die Erhöhung der Prognose vor allem ausschlaggebende Auftrag aus Spanien habe dabei ein Volumen im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, hieß es, wobei der Auftragseingang im Verlauf des zweiten Geschäftshalbjahres 2025/26 gebucht werden soll. thyssenkrupp nucera soll für das Energieunternehmen Moeve Elektrolyseure mit einer Kapazität von 300 Megawatt (MW) für eine Wasserstoffanlage in Andalusien liefern. Diese soll künftig auf eine Produktionskapazität von rund 45.000 Tonnen grünem Wasserstoff jährlich kommen.
Nachdem Moeve die finale Investitionsentscheidung den Angaben zufolge Anfang März getroffen hatte, war nun ein entsprechender Auftrag zur Planung, Beschaffung, Fertigung und Lieferung an thyssenkrupp nucera vergeben worden. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet thyssenkrupp nucera eigenen Angaben zufolge aus diesem Projekt nur geringe Effekte auf die Umsatzentwicklung; die Umsatzrealisierung werde mehrheitlich ins Geschäftsjahr 2026/27 fallen.
Die neue Konzernprognose zum Neugeschäft spiegele darüber hinaus einen bereits im Dezember 2025 unterzeichneten Großauftrag für eine Chlor-Alkali-Anlage im Nahen Osten wider, hieß es weiter. Dieser umfasse ein Auftragsvolumen im hohen zweistelligen Millionenbereich, welches bereits im zweiten Quartal 2025/26 gebucht worden sei.
Umsatz- und EBIT-Prognose gekappt
Nucera hatte erst am Vorabend wegen eines geplatzten Projekts und teurer Nachbesserungen seine Jahresziele gekappt. So rechnet das Unternehmen im Segment Grüner Wasserstoff nunmehr mit einem EBIT zwischen -125 und -90 Millionen Euro. Zuvor war das Unternehmen von einem EBIT zwischen -80 und -55 Millionen Euro ausgegangen. Der Umsatz dürfte im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September statt 500 bis 600 Millionen nur 450 bis 550 Millionen Euro erreichen, teilte das Unternehmen überraschend am Dienstagabend in Dortmund mit.
Als Ursachen nannte thyssenkrupp nucera unerwartet hohe Aufwendungen in der Sparte für grünen Wasserstoff. Dort müssten vor der Fertigstellung und Inbetriebnahme der ersten Elektrolyseuranlagen Optimierungen an bereits ausgelieferten Modulen vorgenommen werden. Zudem baue ein Kunde aus den USA eine Anlage nicht fertig, weil die Renditeerwartungen nicht mehr ausreichten. Insgesamt rechnet thyssenkrupp nucera deshalb mit Kosten in niedriger zweistelliger Millionen-Euro-Höhe. Diese würden im zweiten Geschäftsquartal verbucht.
So reagiert die Aktie
An der Börse nahm die Nachricht zumindest etwas Druck aus dem Kessel, nachdem das Papier wegen der gekappten Gewinnprognose zunächst deutlich nachgegeben hatte. Gute Nachrichten zum Auftragseingang seien von der Gewinnwarnung überschattet worden, schrieb Michael Kuhn von der Deutschen Bank. Die thyssenkrupp nucera-Aktien verloren zur Wochenmitte zunächst fast elf Prozent, womit sie auf das niedrigste Niveau seit Anfang Dezember abgerutscht waren. Letztlich reduzierte sich das Minus auf 4,32 Prozent bei 8,19 Euro.
Dow Jones Newswires / dpa-AFX
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