Comeback-Sieg

BVB-Aktie mit Verlusten: Dortmund verwandelt Rückstand in Heimsieg - Kehl nicht mehr Sportdirektor

23.03.26 12:42 Uhr

BVB-Aktie tiefer: Dortmund gelingt spektakuläre Aufholjagd gegen HSV - Kehl nicht mehr Sportdirektor | finanzen.net

Borussia Dortmund hat in der Fußball-Bundesliga einen 0:2-Pausenrückstand noch in einen Heimsieg verwandelt. Zudem wurde BVB-Clubikone am Sonntag seinen Job als Sportdirektor los.

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Beim 3:2 gegen den Hamburger SV trafen Ramy Bensebaini mit zwei verwandelten Elfmetern (73. und 84. Minute) und Fabio Silva (79.) für den Tabellenzweiten, Nationalspieler Felix Nmecha (45.) hatte den ersten BVB-Foulelfmeter vergeben. Für den HSV erzielten Philip Otele (19.) und Albert Sambi Lokonga (38.) die Tore vor 81.365 Zuschauern im ausverkauften Dortmunder Stadion.

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Der BVB liegt damit weiter neun Punkte hinter Spitzenreiter FC Bayern, während der HSV wichtige Punkte im Abstiegskampf verpasste. Vor dem Spiel des FC St. Pauli am Sonntag gegen den SC Freiburg beträgt der HSV-Vorsprung auf den Stadtrivalen sechs Zähler.

Plötzliches Aus für BVB-Ikone: Kehl nicht mehr Sportdirektor

Über seine Kaderplanungen für Borussia Dortmund durfte Sebastian Kehl nach der irren Aufholjagd gegen den Hamburger SV noch sprechen. Wenige Stunden später war die BVB-Clubikone am Sonntag seinen Job als Sportdirektor aber los. Nach 24 Jahren als Spieler und Funktionär muss der 46-Jährige Dortmund verlassen, und das sofort.

"In einem sehr offenen Gespräch sind Sebastian Kehl, Carsten Cramer und ich zu der gemeinsamen Überzeugung gelangt, dass im Sommer der richtige Zeitpunkt für Veränderungen gekommen ist. Damit sich beide Seiten darauf vorbereiten können, haben wir uns einvernehmlich auf eine sofortige Beendigung von Sebastians Tätigkeit verständigt", sagte Sportchef Lars Ricken, der ebenfalls zuletzt in der Kritik stand.

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Die gab es seit Monaten auch an Kehl, der immer wieder seine Zusammenstellung des Kaders verteidigen musste. Zuletzt macht er dies noch am Samstagabend nach dem furiosen 3:2 gegen den HSV nach 0:2-Pausenrückstand. "Das zeigt, dass wir in der Liga einen richtig guten Job machen und dass die Mannschaft funktioniert", sagte der frühere Nationalspieler und BVB-Kapitän.

BVB-Position sieben Spieltage vor Schluss zementiert

Durch den Sieg zementierte der BVB praktisch die Vize-Meisterschaft. Sieben Spieltage vor dem Saisonende dürfte sowohl nach oben bei neun Punkten Rückstand auf Liga-Primus Bayern München als auch nach unten bei elf Zählern Vorsprung auf Rang fünf kaum mehr etwas passieren. Die dadurch gewonnene Zeit scheinen die Bosse nutzen zu wollen.

"Die Trennung von Sebastian Kehl bedeutet natürlich einen Einschnitt in unserer sportlichen Führungsebene", urteilte Clubchef Cramer. Und sie kommt zumindest zum jetzigen Zeitpunkt überraschend. Denn in der vergangenen Woche führte er noch weitere Gespräche über die für den BVB elementare Frage, ob Nationalverteidiger Nico Schlotterbeck seinen noch bis 2027 laufenden Vertrag in Dortmund vorzeitig verlängert.

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Kaderplanungen trieb Kehl bis zuletzt voran

"Ich bleibe sehr optimistisch, dass Nico Schlotterbeck bei Borussia Dortmund bleibt. Wir haben wieder sehr gute Gespräche gehabt", sagte Kehl. Dies wirkte im Nachhinein angesichts der Entwicklungen geradezu grotesk. Dies gilt ebenso für eine Scoutingtour in der Champions League in der vergangenen Woche. Dort hatte sich der BVB selbst bereits in der Achtelfinal-Qualifikation kläglich gegen Atalanta Bergamo verabschiedet. Die erstaunlicherweise einkalkulierten Millionen fehlen dem börsennotierten BVB nun und das drückt trotz der guten Bundesligasaison auf die Stimmung.

Die ganz große Saisonanalyse sollte eigentlich erst im Sommer erfolgen, doch der neue Clubchef Cramer drückt anscheinend aufs Tempo. Der Nachfolger des ins Präsidentenamt des Vereins gewechselten Hans-Joachim Watzke will den BVB wieder auf Titelreife trimmen. Ob die Umgestaltung weitere personelle Konsequenzen - etwa für Sportchef Ricken - nach sich zieht, ist unklar. Zuletzt gab es Gerüchte um Frankfurts Markus Krösche, der bei der Eintracht Sportvorstand ist und somit bei einem neuen Verein kaum eine Ebene darunter als Sportdirektor arbeiten würde.

Gerüchte um Krösche beim BVB und um Kehl beim HSV

Auch um Kehl gibt es sogleich Gerüchte. Bekannt ist, dass sein Name ausgerechnet beim Gegner vom Samstagabend, dem HSV, gehandelt wird. Der Aufsteiger sucht noch einen Nachfolger für Stefan Kuntz, der als Sport-Geschäftsführer zum Ende des vergangenen Jahres ausgeschieden war. Allerdings soll der HSV mit seinen Planungen noch nicht so weit sein.

"Borussia Dortmund hat mich mein halbes Leben begleitet und ich habe eine extreme Verbundenheit zu diesem großartigen Club. Trotzdem haben wir nun gemeinsam das Gefühl entwickelt, dass es an der Zeit ist, neue Wege zu gehen - sowohl für den BVB als auch für mich", sagte Kehl, der 13 Jahre lang für den BVB aktiv war. Er wurde in der Zeit dreimal deutscher Meister und gewann 2012 das Double. "Ich habe Borussia Dortmund viel zu verdanken und bin stolz, rund 24 Jahre Teil der BVB-Familie gewesen zu sein", sagte Kehl.

Der 46-Jährige war 2018 zunächst Leiter der BVB-Lizenzspielerabteilung und 2022 Sportdirektor als Nachfolger von Michael Zorc geworden. Bei der Wahl eines Sport-Geschäftsführers war Kehl indes bereits übergangen worden. Die Wahl fiel seinerzeit auf Ricken. "Sebastian Kehl hat bereits heute einen festen Platz in den Annalen von Borussia Dortmund. Für seine persönliche Zukunft wünsche ich ihm alles erdenklich Gute und für seine weitere Karriere größtmögliche Erfolge", sagte Watzke, der die Entscheidung 2024 pro Ricken noch getroffen hatte.

BVB sucht Kehl-Nachfolger: Book laut Berichten Favorit

Auf der Suche nach einem Nachfolger für Sportdirektor Sebastian Kehl soll sich Borussia Dortmund auf Elversbergs Sportvorstand Nils-Ole Book geeinigt haben. Das berichten Sky und der "Kicker". Demnach seien die Gespräche mit dem 40-Jährigen bereits weit fortgeschritten. Nun müssten sich die Vereine noch einigen.

Die "Bild" hatte zuvor auch Alexander Rosen, früher Sport-Geschäftsführer bei der TSG Hoffenheim, als möglichen Anwärter auf den Posten beim Tabellenzweiten der Fußball-Bundesliga genannt.

Book gilt als entscheidender Baumeister des bemerkenswerten Aufstiegs der SV Elversberg. Unter seiner Verantwortung schaffte es der saarländische Dorfclub von der Regionalliga Südwest bis in die 2. Bundesliga, wo das Team derzeit Rang zwei belegt - also einen direkten Aufstiegsplatz. Als Sportdirektor und später Sportvorstand bildete er lange ein Erfolgsduo mit Trainer Horst Steffen, der sich nach dem verpassten Sprung in die Bundesliga im Vorjahr zu Werder Bremen verabschiedete.

Book bewies ein tolles Händchen bei Verpflichtungen von Spielern wie Nick Woltemade, Paul Wanner, Fisnik Asllani und Younes Ebnoutalib. Auch den Weggang ihrer besten Spieler kompensierten die Elversberger unter Books Ägide meist erfolgreich. Immer wieder galt der Ex-Profi (unter anderem MSV Duisburg) als Kandidat bei anderen Clubs wie bei Borussia Mönchengladbach.

Gerüchte auch um Frankfurts Krösche

Inmitten dieser Spekulationen hatte Book im Oktober 2025 seinen Vertrag bei der SVE verlängert. Über die Laufzeit machte der Club damals keine Angaben. Trotz des Kaderumbruchs im Sommer mischt Elversberg nun wieder an der Tabellenspitze mit.

Die Dortmunder wollen die Sportdirektoren-Stelle nach der sofortigen Trennung von Kehl am Sonntag möglichst schnell nachbesetzen. Der 46-Jährige hatte den BVB nach 24 Jahren als Spieler und Funktionär verlassen müssen - die Entscheidung kam zum jetzigen Zeitpunkt überraschend.

Zuletzt hatte es auch Gerüchte um einen Wechsel von Eintracht Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche nach Dortmund gegeben. Der 45-Jährige hat bei den Hessen noch einen Vertrag bis 2028. "Ich bin kein Typ, der jetzt irgendwie die nächsten Schritte plant. Ich bin im Heute und Hier. Und ich bin total gerne bei Eintracht Frankfurt", hatte Krösche am Samstag im ZDF-"Sportstudio" über potenzielle Abwanderungsgedanken gesagt. Zudem ist es sehr unwahrscheinlich, dass Krösche beim BVB auf einer Ebene unter dem Sportvorstand arbeiten würde.

Die BVB-Aktie verliert auf XETRA zeitweise 0,51 Prozent auf 2,95 Euro.

DORTMUND (dpa-AFX)

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