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09.12.2018 14:00
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Heiße Fintech-Kandidaten: Wo die großen Gewinne sprudeln

Euro am Sonntag-Aktien-Tipps: Heiße Fintech-Kandidaten: Wo die großen Gewinne sprudeln | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Aktien-Tipps
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Die Industrie der digitalisierten Finanzdienstleister ist noch jung, der Markt wächst. Anleger finden attraktive Gelegenheiten.
€uro am Sonntag
von Birgit Haas, Euro am Sonntag

Es sollte der größte Deal seines Lebens werden. "Das ist unser Meisterstück", hatte Frank Niehage, Chef der Fintech Group, noch im September den geplanten Zusammenschluss mit der Österreichischen Post genannt. Doch der Deal ist geplatzt. Das vermeldete das Frankfurter Unternehmen diese Woche in einer knappen Mitteilung - ohne Gründe zu nennen. Zufällig fand jedoch gleich­zeitig das Eigenkapitalforum statt, der wichtigste jährliche Treff von Nebenwerte-Investoren in Frankfurt.


Viele von ihnen sind Aktionäre der Fintech Group. Um dem Gerede auf den Fluren im Hotel Sheraton am Flughafen ein Ende zu setzen, kam Niehage gleich persönlich zur Unternehmenspräsen­tation, die eigentlich sein Finanzchef ­Muhamad Said im Alleingang hätte stemmen sollen.


Der Konferenzraum war zum Bersten gefüllt, die Spannung spürbar hoch, als Niehage ans Mikrofon trat. "Wir haben in Gesprächen mit den Regulierern erfahren, dass wir frühestens 2020 eine Banklizenz erhalten sollen", erklärte der Firmenlenker. "Wir wollen nicht in ein Unternehmen investieren, das wir nicht zum Arbeiten bringen können." Nun wolle sich die Fintech Group wieder auf ihr Brot-und-Butter-Geschäft konzentrieren: Die europäische Expansion des Onlinebrokers Flatex soll unter anderem weiter vorangetrieben werden. Nach der Kapitalerhöhung im September stehen der Firma laut Niehage dafür insgesamt rund 50 Millionen Euro Kapital zur Verfügung.

Fintech-Group-Aktie dreht

Anleger reagierten erleichtert. Denn bei Weitem nicht alle sahen den Zusammenschluss, welcher der Fintech Group jährlich zehn Millionen Euro Umsatz bringen sollte, so positiv wie Niehage. Von der Kapitalerhöhung Ende September, im Zuge derer die Österreichische Post für 35 Millionen Euro Aktien der Fintech Group gezeichnet hatte, hatte sich der Kurs nicht erholt. Den Abwärtstrend stoppte erst Niehages Auftritt auf dem Eigenkapitalforum, der Kurs legte um knapp elf Prozent zu.



Das ist ein eher seltenes Ereignis. Finanzdienstleister - auch die Fintech Group - leben davon, dass sie über Kooperationen und Zukäufe Masse in ihr technologisches Angebot bekommen. Ohne Skalierung ist ihr Geschäftsmodell nicht profitabel.

Die JDC Group hat zum Eigenkapitalforum zum Beispiel eine größere Übernahme angekündigt. Die Wiesbadener betreiben eine Vermittlungsplattform für Finanzprodukte, insbesondere Versicherungen. Sie profitieren davon, dass mittelgroße Makler mit Regulierungsvorschriften überfordert sind und die massiven IT-Kosten alleine nicht mehr stemmen können. "Uns steht ein Meilenstein im Wachstum bevor", sagte Vorstandschef Sebastian Grabmaier. Die Akquisition soll zwar bis zum Ende des ersten Quartals 2019 abgeschlossen sein, doch wer es ist, verriet Grabmaier nicht. Nur: "Diese erste große Investition soll nicht die letzte sein."

Trotz Gewinnwarnung nach dem dritten Quartal - der Umsatz soll 2018 nicht bei 100 Millionen, sondern nur bei 95 Millionen Euro liegen - griffen Anleger bei der Aktie zu und schickten den Kurs fünf Prozent nach oben. Grund hierfür ist, dass die JDC Group seit Anfang November nach Kooperationen mit BMW und Albatros eine erste Zusammenarbeit mit einer Bank verkündet hat: Comdirect-Kunden sollen künftig ihre Versicherungen zusammen mit dem Onlinebanking managen können.

In den Kinderschuhen

Das erst seit vier Jahren bestehende Kreditvermittlungsportal Creditshelf blieb sogar noch etwas vager: "Wir sind sicher, dass wir bald signifikante Kooperationen verkünden können", sagte Mitgründer und Vorstandschef Tim Thabe. Er und sein Frankfurter Team vermitteln Darlehen an kleine und mittelständische Unternehmen. Sie analysieren die Bonität digital und können sehr viel schneller über eine Vergabe entscheiden. Ihre Kunden bekommen oft aus regulatorischen Gründen von den Banken nichts. "Die Banken würden die Firmenkunden gerne an uns weiterleiten, um sie nicht zu verlieren", erklärte Thabe.

Noch hat er keine Bank als Kooperationspartner. Ende des dritten Quartals lag das Kreditvolumen bei rund 30 Millionen Euro. Bis zum mittelfristigen Ziel von 500 Millionen Euro vergebener Kredite - die institutionelle Investoren tragen - ist es noch ein weiter Weg. Genauso bis zur Profitabilität: Creditshelf schreibt rote Zahlen und macht keine Angaben zum Break-even. Obwohl das Geschäftsmodell noch in den Kinderschuhen steckt, witterten Investoren beim Eigenkapitalforum eine Chance: Die Aktie legte während der Veranstaltung um zwei Prozent zu.

Gegen Creditshelf, aber auch JDC wirkt Hypoport wie ein alter Hase. Mit bereits acht Zukäufen in den vergangenen Jahren baute der Immobilienkredit- und -vertriebsspezialist unter Leitung von Vorstandschef und Großaktionär Ronald Slabke in der Vergangenheit seine Plattform aus und wächst stark. Unter den Investitionen in Zukäufe sowie dem Vorstoß in Richtung Versicherungsbranche litt zuletzt die Marge - und wird das wegen des Fokus auf Wachstum auch weiterhin tun. Wohl deshalb und wegen der hohen Bewertung bewegte sich die Aktie auch trotz Eigenkapitalforum kaum.

Investor-Info

Fintech Group
Attraktives Niveau

Nach der Absage des Zusammenschlusses mit der Österreichischen Post ­fokussiert sich die Fintech Group wieder aufs Kerngeschäft.Der Onlinebroker Flatex wächst dank hoher Volatilität an den Kapitalmärkten profitabel. Das Unternehmen hat ausreichend Geld für die Expansion. Nach der recht starken Korrektur steigen Anleger auf einem ­attraktiven Bewertungsniveau ein.

Hypoport
Langfristig aufgestellt

Hypoport investiert stark in den Aufbau einer Versicherungsvermittlungsplattform, die den Anteil wiederkehrender Erlöse stärken soll. Anleger setzen darauf, dass Hypoport dort genauso erfolgreich sein wird wie im Immobiliensegment. Hier legte im dritten Quartal der Umsatz um 53 Prozent zu, unterm Strich kam ­Hypoport auf 192 Millionen Euro. Die Wachstumsstory passt, die Aktie ist günstig.






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Bildquellen: zvg, Ponderful Pictures / Shutterstock.com, TijanaM / Shutterstock.com

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