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Unternehmensberater: Darum sind Sorgen wegen Chinas Führung unbegründet

02.11.22 23:20 Uhr

Unternehmensberater: Darum sind Sorgen wegen Chinas Führung unbegründet | finanzen.net

Mit einem Beben haben die chinesischen Börsen auf die Machtzementierung Xi Jinpings im Rahmen der ersten Plenarsitzung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei vor gut einer Woche reagiert. Allerdings könnte die anfängliche Panik der Anleger möglicherweise "missgeleitet" sein, meint die Unternehmensberatung Teneo.

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• Xi Jinping festigt seine Machtposition
• Chinas Börsen reagieren mit Kurseinbrüchen
• Analysten zählen auf Wirtschaftsexpertise der neuen Gefolgsleute Xis

Der Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat erst kürzliche seine Machtposition in der Volksrepublik weiter gefestigt und sich durch die Beförderung von zahlreichen Loyalisten in seine Führungsmannschaft auch längerfristige Unterstützung gesichert. Zuvor hatte sich der 69-jährige Xi über die bisher respektierte Alters- und Amtszeitgrenze hinweggesetzt, um weiter seine Ämter bekleiden zu können. Er tritt damit die Nachfolge des Gründers der Volksrepublik China, Mao Tsetung, an.

Chinas Börsen brechen ein

Die Märkte reagierten jedoch alles andere als erfreut auf die Machtdemonstration des Staatschefs. So brach der Shanghai Composite in Reaktion auf die Ergebnisse des mehrtägigen Parteitags letztlich 2,02 Prozent auf 2.977,56 Punkte ein, noch deutlicher fiel hingegen der Hang Seng: Der Hongkonger Leitindex büßte letztlich 6,36 Prozent auf 15.180,69 Zähler ein.

Ideologie vor Wachstum?

Hintergrund des Kurssturzes war unter anderem die Sorge der Marktteilnehmer, "dass China vom wirtschaftlichen Pragmatismus zur politischen Ideologie übergeht", wie Ales Koutny, Investors-Portfoliomanager bei Janus Henderson, gegenüber Dow Jones Newswires kommentierte. "Die Botschaft ist klar: Die Null-COVID-Lockdowns, die Agenda für gemeinsamen Wohlstand und die sektoralen Maßnahmen werden nicht verschwinden."

Schon in seiner bisherigen Amtszeit hatte Xi insbesondere chinesische Tech-Größen stärker an die Kandare genommen und sie restriktiveren Regeln unterworfen, was bei Größen wie Alibaba, Tencent oder DiDi Global zu großen Kursverlusten führte. Zahlreiche China-Unternehmen haben zudem bereits ihre Kotierung an US-Börsen zugunsten von chinesischen Märkten aufgegeben, viele weitere dürften noch folgen. Daneben hatten die strengen Corona-Lockdowns, die zeitweise ganz Shanghai lahmlegten, für weltweite Lieferengpässe gesorgt, weshalb der mögliche Fortgang solcher Maßnahmen den Anlegern die Sorgenfalten auf die Stirn treibt.

Erste Analystenreaktion zunächst negativ

So äußerten sich als Reaktion auf die Machtzementierung Xi Jinpings zahlreiche Analysten negativ. So beispielsweise Bernstein-Experte Mark Schilsky: "Aktien der zweitgrößten Volkswirtschaft erweisen sich erneut als ‚uninvestierbar‘", zitiert CNBC aus einer Nachricht. Auch Mark Mobius prophezeite in CNBCs "Closing Bell" ein "China eher im Stil von Mao Tsetung, denn im Stil von Xi Jinping", welches sich weniger an Märkten und Kapital orientiere. Aus diesem Grund sei seiner Meinung nach in Sachen China-Investments noch immer Vorsicht geboten, auch wenn zahlreiche chinesische Aktien derzeit zum Schnäppchenpreis erhältlich seien.

Teneo-Experte zuversichtlich

Wie Teneo-Managing Director Gabriel Wildau jedoch in einer Nachricht, die CNBC vorliegt, erklärt, gäbe es keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. So seien die drei neuen Mitglieder des Ständigen Ausschusses des Politbüros Li Qiang, Li Xi sowie Cai Qi zuvor allesamt für reiche Provinzen Chinas zuständig gewesen, in denen "Wirtschaftswachstum noch immer die oberste Priorität hat".

Auch Normura weniger pessismistisch

So führte Li Xi die wichtige Export-Provinz Guangdong, Cai Qi kümmerte sich hingegen um Chinas Hauptstadt Peking. Li Qiang, der als nächster Premierminister der Volksrepublik gehandelt wird, war allerdings als Parteisekretär Shanghais für die dortigen restriktiven Lockdowns hauptverantwortlich. Nomura-Analyst Ting Lu sprach sich gegenüber CNBC jedoch für dessen "ausgesprochen große Erfahrung im Management einiger der reichsten und größten Provinzwirtschaften" aus und führte an, dass Li in Marktkreisen im Allgemeinen als "pro-Markt und pro-Wachstums-Politiker" angesehen werde.

"Herr Li musste einige Rückschläge während der Omikron-Welle im Frühling dieses Jahres hinnehmen, als der kompletten Stadt Shanghai ein restriktiver Lockdown verordnet wurde. Und dennoch wurde Shanghai unter Herr Lis Führung zwischen dem Großteil 2020 und 2021 als Vorbild dafür behandelt, wie ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen COVID-Beschränkungen und Wirtschaftswachstum erreicht werden kann."

Hoffnung auf Ende der restriktiven Corona-Politik

Ob die Corona-Politik auch in Zukunft besonders streng ausfallen wird, bleibt zunächst abzuwarten. Denn auch im Rahmen des Parteikongresses wurde zunächst keine Änderung angekündigt. Wie die Bank of America China sowie die asiatische Wirtschaftsexpertin Helen Qiao in einem Bericht, welcher CNBC vorliegt, vermuten, dürften hier Veränderungen eher anstehen, als es der Markt aktuell erwarte: "Unserer Ansicht nach wird es der Abschluss des [Parteikongresses] der Top-Führungsmannschaft ermöglichen, dass demnächst der nächste Punkt auf der Agenda angegangen werden kann - das Lösen der COVID-Fesseln."

Redaktion finanzen.net

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