29.04.2020 17:55

Deutsche Bank-Aktie testet 200-Tage-Linie: Deutsche Bank schreibt zum Jahresauftakt unter dem Strich Verluste

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Die Deutsche Bank erwartet nach fünf Verlustjahren in Folge ein erneut schwieriges Jahr.
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Die Deutsche Bank stellt sich nach fünf Verlustjahren in Folge angesichts der Corona-Pandemie auch 2020 auf Rückschläge ein. "Zumindest sind wir jetzt mit einem guten Rückenwind in das Jahr gestartet, aber die Unsicherheit ist natürlich da", sagte Konzernchef Christian Sewing in einem Interview der RTL/ntv-Redaktion auf die Frage, ob der Vorstand nach wie vor für das Gesamtjahr einen Vorsteuergewinn anpeile. "Natürlich werden wir im zweiten oder dritten Quartal sicherlich Corona-Effekte sehen", sagte Sewing anlässlich der Veröffentlichung des detaillierten Zwischenberichts für das erste Vierteljahr am Mittwoch.

Die Aktie baute die Kursgewinne seit Bekanntgabe der Eckdaten des ersten Quartals am Sonntag um weitere sieben Prozentpunkte auf 25 Prozent aus. Seit dem Krisentief Mitte März legte das Papier damit etwa als die Hälfte zu - trotz der jüngsten Gewinne liegt die Aktie aber noch deutlich unter dem Niveau von Mitte Februar.

Finanzvorstand James von Moltke bekräftigte in einer Telefonschalte, es sei zu früh für Aussagen zur Profitabilität. Trotz des überraschend guten Jahresstarts steht in der Zwischenbilanz des größten deutschen Geldhauses für das erste Quartal unter dem Strich ein Verlust. Zwar kommt die Bank - wie am Sonntag vorab mitgeteilt - zunächst auf 66 (Vorjahreszeitraum: 201) Millionen Euro Gewinn. Davon müssen aber noch Zinszahlungen für bestimmte Anleihen abgezogen werden, so dass für die Deutsche-Bank-Aktionäre letztlich ein Minus von 43 (plus 97) Millionen Euro in den Büchern steht.

"Die globale Bankenbranche dürfte in 2020 durch die weltweite Rezession infolge der Covid-19-Pandemie hart getroffen werden", prognostiziert die Bank in ihrem Zwischenbericht. Es sei zu erwarten, dass die Provisionserträge in den meisten Geschäftsbereichen "drastisch zurückgehen".

In den ersten drei Monaten legte das Geldhaus mit 506 Millionen Euro deutlich mehr Geld für mögliche Kreditausfälle zurück als ein Jahr zuvor (140 Mio Euro). Die Hälfte davon sei auf die Corona-Krise zurückzuführen, erklärte die Bank. In einem Schreiben an die Mitarbeiter verwies Sewing auf die gute Qualität des Kreditbuchs. In dem Fernsehinterview sagte er: "Natürlich werden tendenziell gegenüber 2019 die Kreditausfälle steigen. Darauf sind wir vorbereitet, aber da sind wir auch stark genug, das wegzustecken."

Angesichts stabiler Erträge - also Gesamteinnahmen - von 6,35 Milliarden Euro äußerte sich Sewing insgesamt zufrieden: "In der aktuellen Krise konnten wir robuste Zahlen präsentieren und haben eine starke Leistung dabei gezeigt, unsere Kunden in all unseren Kerngeschäften zu unterstützen."

Sewing hatte im Juli 2019 eine grundlegende Neuaufstellung der Bank auf den Weg gebracht: Tausende Jobs werden gestrichen, das Investmentbanking wird gestutzt. Kern des Instituts, das in diesem Jahr auf eine 150-jährige Geschichte zurückblickt, ist die neue Unternehmensbank, die sich um Mittelständler, Familienunternehmen und multinationale Konzerne kümmert.

Die bis zum Jahr 2022 erwarteten Belastungen des Konzernumbaus sind nach Angaben vom Mittwoch inzwischen zu 73 Prozent abgearbeitet. Die Zahl der Vollzeitstellen im Konzern sank auf 86 667 Ende März. Bis Ende 2022 sollen es weltweit noch 74 000 Vollzeitstellen sein.

In ihren Kerngeschäftsfeldern zeigte sich die Bank im ersten Quartal profitabel. In der Investmentbank stiegen die Erträge dank eines regen Handels mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen, im Privatkundengeschäft erwies sich das Geschäft mit Vermögenskunden als Treiber. Dazu kam die kräftige Nachfrage nach Krediten oder anderen Finanzierungen für Unternehmen in der Corona-Krise.

Trotz der wirtschaftlichen Verwerfungen infolge der Corona-Pandemie rechnet die Deutsche Bank im Gesamtjahr weiterhin mit stabilen Erträgen im Kerngeschäft. Im Konzern insgesamt erwartet der Vorstand unverändert einen leichten Ertragsrückgang - vor allem deswegen, weil Risiken vermindert und daher einige Geschäfte zurückgefahren werden.

Bereits am Sonntag hatte die Bank angekündigt, sie sei bereit, bei ihren Zielen für Kapitalpuffer und Verschuldungsquote vorübergehend Abstriche zu machen. Um ausreichend Spielraum für die Kreditvergabe zu haben, könnte bei der harten Kernkapitalquote vorübergehend das Ziel von mindestens 12,5 Prozent leicht unterschritten werden.

Ende März wies die Deutsche Bank eine harte Kernkapitalquote von 12,8 Prozent aus. Der Vorstand betonte, die Kapitalausstattung liege "weiterhin deutlich über den Mindestanforderungen der Aufsichtsbehörden": um rund 2,4 Prozentpunkte. Auch bei der Liquidität liege das Institut mit 205 Milliarden Euro deutlich über den Anforderungen. Europas Bankenaufseher erlauben Geldhäusern wegen der Corona-Krise zeitweise dünnere Kapitalpuffer, damit die Institute Unternehmen ausreichend mit Krediten versorgen können.

Deutsche Bank setzt Erholungsrally fort - 200-Tage-Linie im Test

Im sehr freundlichen Gesamtmarkt haben die Aktien der Deutschen Bank am Mittwoch ihre Erholungsrally nach detaillierten Quartalszahlen fortgesetzt. Nachmittags testen die Papiere mit plus 8 Prozent auf 6,90 Euro die 200-Tage-Linie, die charttechnisch interessierten Anlegern den längerfristigen Trend anzeigt. Sollte diese Linie nachhaltig durchstoßen werden, könnte es weiter aufwärts gehen. Bis zum Handelsende stieg der Aktienkurs sogar nich 11,95 Prozent hoch auf 7,16 Euro.

Am Montag hatte das Finanzinstitut mit überraschend starken vorläufigen Zahlen zum ersten Quartal überzeugt. Vor allem unerwartet hohe Erträge im ersten Quartal gaben der Erholungsrally Schub. Der Quartalsbericht wirkte wie ein Befreiungsschlag. Seither ist die Erholung seit dem Corona-Crash wieder in Gang gekommen und die Aktie allein in den vergangenen drei Tagen um etwas mehr als 26 Prozent gestiegen.

Die an diesem Morgen veröffentlichten detaillierten Ergebnisse der Bank nannte Barclays-Analyst Amid Goel "zwar nicht ganz so gut wie die Vorab-Zahlen, aber besser als was wir und der Konsens zuvor erwartet haben". Besser als gedacht habe die Deutsche Bank vor allem im Investmentbanking und dem Privatkundengeschäft abgeschnitten, präzisierte er.

Im Zuge des Corona-Crashs hatte die Deutsche Bank fast 50 Prozent an Wert verloren und damit so viel wie kein anderer Dax-Konzern. Seitdem lief die Erholung eher schleppend. Nach einem ersten Spurt vom Rekordtief Mitte März bis gegen Monatsende ging es erst einmal wieder etwas abwärts, dann seitwärts. Nun gelang es den Papieren, zumindest wieder auf ein Achtwochenhoch zu klettern.

dpa-AFX

Bildquellen: Philip Lange / Shutterstock.com

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