07.12.2022 12:39

GSK-Aktien und Sanofi-Aktien steigen kräftig: Richter weist Klagen wegen angeblicher Zantac-Risiken ab

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Keine Krebsrisiken-Klagen
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Gute Nachrichten für GSK, Sanofi und Pfizer: Eine Richterin in West Palm Beach in US-Bundesstaat Florida entschied am Dienstag, dass sich die Pharmakonzerne nicht mit mehr als 5000 Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken des Medikaments Zantac gegen Sodbrennen stellen müssen.
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Bezirksrichterin Robin Rosenberg kam zu dem Schluss, dass die Klagen wissenschaftlich nicht fundiert seien. Bei Rosenberg lag an einem speziellen Gericht diese sogenannte gerichtsbezirksübergreifende Sammelklage (MDL - Multi-District-Litigation) von mehr als 1700 ehemaligen Zantac-Nutzern zur Prüfung vor. Allerdings gibt es noch in anderen US-Bundesstaaten vor anderen Gerichten mögliche anstehende Verfahren.

Experten zufolge hätten den an Zantac direkt oder indirekt beteiligten Unternehmen hohe Entschädigungszahlungen gedroht. Für Sanofi schätzte Pharmaanalyst Peter Welford von der US-Bank Jefferies diese im ungünstigsten Fall auf bis zu 8 Milliarden US-Dollar. Bei GlaxoSmithKline lägen diese im düstersten Szenario mit bis zu 17 Milliarden Dollar sogar mehr als doppelt so hoch. Entsprechend groß war am Mittwoch das Aufatmen an den Börsen. Pfizer zeigten sich im europäischen Handel zunächst wenig bewegt.

Allerdings haben die Kurse von Sanofi und GSK die im August von den Klagen ausgelösten herben Verluste noch nicht wieder vollständig aufgeholt. Seinerzeit waren die Aktien von Sanofi in nur zwei Börsentagen um bis zu 20 Prozent abgesackt, die Anteile von GSK hatten bis zu 17 Prozent eingebüßt.

Für Analyst James Gordon von der US-Bank JPMorgan ist der aktuelle Richterspruch das bestmögliche Ergebnis für die Unternehmen. Ein Massenverfahren sei damit erst einmal vom Tisch und das Risiko über andere Rechtswege erscheine deutliche geringer. Da allein in die GSK-Aktien potenzielle Belastungen von rund zehn Milliarden US-Dollar eingepreist seien, dürfte der Kurs sich nun erholen.

UBS-Experte Michael Leuchten nannte die Entscheidung des Gerichts in Florida "eindeutig eine positive Entwicklung für die Beschuldigten". Anwälte der Kläger hätten allerdings eine große Zahl von Klagen vor staatlichen Gerichten geltend gemacht, vor allem in den Bundesstaaten Kalifornien und Delaware. Anhörungen in Kalifornien sollen demnach Ende Januar beginnen. Ob die Entscheidung in Florida quasi als Blaupause auch für Kalifornien angesehen werden kann, sei unklar, weil die rechtlichen Standards unterschiedlich seien.

GSK begrüßte das Urteil in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme und kündigte an, sich weiter auch gegen die Klagen vor staatlichen Gerichten "energisch" zu verteidigen.

Das ursprünglich von GSK entwickelte und erstmals in den 80er-Jahren auf den Markt gebrachte Medikament, von dem es später verschreibungspflichtige und rezeptfreie Varianten gab, wechselte mehrfach den Besitzer, bevor es 2017 von Sanofi übernommen wurde. Auch Pfizer gehört zu den involvierten Pharmakonzernen.

Im Frühjahr 2020 verbot die US-Behörde FDA sämtliche rezeptfreien und verschreibungspflichtigen Ranitidin-Produkte wegen inakzeptabler NDMA-Werte, wenig später folgten auch die europäischen Behörden.

So reagieren die Aktien von Sanofi und GSK

Der Urteilsspruch in den USA zum umstrittenen Medikament Zantac hat am Mittwoch an den Börsen in Paris und London bei den betroffenen Konzernen Kurssprünge ausgelöst. Die Aktie des britischen Pharmakonzerns GSK startete am Mittwoch mit einem Aufschlag von 14 Prozent in den Handel und notiert später zeitweise noch 8,08 Prozent höher bei 15,00 GBP, das Papier des französischen Wettbewerbers Sanofi klettert an der EURONEXT in Paris zeitweise um 6,01 Prozent auf 90,52 Euro. Die Haleon-Aktie gewinnt in London zeitweise 5,05 Prozent auf 3,10 GBP.

Eine Richterin in West Palm Beach im US-Bundesstaat Florida hatte entschieden, dass die Pharmakonzerne sich nicht den fast 2000 Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken des Medikaments Zantac gegen Sodbrennen stellen müssen. Bezirksrichterin Robin Rosenberg kam zu dem Schluss, dass die Klagen wissenschaftlich nicht fundiert seien. Bei Rosenberg waren für vorprozessuale Erwägungen Klagen von mehr als 1700 ehemaligen Zantac-Nutzern gegen Marken- und Generikahersteller gebündelt.

Betroffen ist von der Gerichtsentscheidung auch das britische Pharmaunternehmen Haleon, in dem GSK und der US-Pharmariese Pfizer ihre Geschäfte mit rezeptfreien Medikamenten gebündelt haben. Haleon-Aktien verteuerten sich am Mittwoch um knapp sechs Prozent.

Experten zufolge hätten den an Zantac direkt oder indirekt beteiligten Unternehmen hohe Entschädigungszahlungen gedroht. Für Sanofi schätzte Pharmaanalyst Peter Welford von der US-Bank Jefferies diese im ungünstigsten Fall auf bis zu 8 Milliarden US-Dollar. Bei GSK lägen diese im düstersten Szenario mit bis zu 17 Milliarden Dollar sogar mehr als doppelt so hoch. Entsprechend groß war am Mittwoch das Aufatmen an den Börsen.

Allerdings haben die Kurse von Sanofi und GSK die im August von den Klagen ausgelösten herben Verluste noch nicht wieder vollständig aufgeholt. Seinerzeit waren die Aktien von Sanofi in nur zwei Börsentagen um bis zu 20 Prozent abgesackt, die Anteile von GSK hatten bis zu 17 Prozent eingebüßt.

Analyst Michael Leuchten von der Investmentbank UBS nannte die Entscheidung des Gerichts in Florida "eindeutig eine positive Entwicklung für die Beschuldigten". Anwälte der Kläger hätten allerdings eine große Zahl von Klagen vor staatlichen Gerichten geltend gemacht, vor allem in den Bundesstaaten Kalifornien und Delaware. Anhörungen in Kalifornien sollen demnach Ende Januar beginnen. Ob die Entscheidung in Florida quasi als Blaupause auch für Kalifornien angesehen werden kann, sei unklar, weil die rechtlichen Standards unterschiedlich seien.

WEST PALM BEACH (dpa-AFX)

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