Titelkampf

BVB-Aktie fällt: Niederlage im Gipfel gegen Bayern - Titelhoffnung schwindet

02.03.26 16:25 Uhr

BVB-Aktie tiefer: FC Bayern München siegt in Dortmund - Meisterschaft wohl futsch | finanzen.net

Der einmal mehr überragende Harry Kane tanzte mit ausgebreiteten Armen vor den mitgereisten Fans, für die der Titelkampf nach dem Prestigesieg bei Borussia Dortmund bereits entschieden ist.

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"Deutscher Meister FCB", sangen die Bayern-Fans. Angesichts des 3:2 (0:1)-Siegs beim Tabellenzweiten und nun elf Punkten Vorsprung zweifelt am 35. Meistertitel der Münchner kaum noch jemand.

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"Wir wollen weiter unsere Spiele gewinnen. Wir wussten aber, dass das ein bedeutendes Spiel für uns war", sagte Bayerns Nationalspieler Jonathan Tah bei Sky. Der an vielen wichtigen Szenen beteiligte BVB-Verteidiger Nico Schlotterbeck meinte: "Das war ein All-in-Spiel für uns. Ich glaube, man kann uns nicht vorwerfen, dass wir zu wenig gemacht haben." Am Ende habe es aber leider nicht gereicht. "Es ist sau ärgerlich, hier zu verlieren."

Schlotterbeck bringt BVB in Führung

Schlotterbeck (26.) hatte den BVB in Führung gebracht, allerdings gleich zweimal Glück, nicht vom Platz gestellt zu werden. Super-Torjäger Kane mit einem Doppelpack (54. Minute/70., Foulelfmeter) und Joshua Kimmich (87.) entschieden das Prestigeduell nach der Pause. Daniel Svensson (83.) hatte zum zwischenzeitlichen 2:2 getroffen.

Neben der schmerzhaften Niederlage beklagte Dortmund auch den Ausfall von Kapitän Emre Can, der vor der Pause anscheinend ernsthaft verletzt ausgewechselt werden musste.

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Trotz einer klaren Leistungssteigerung zum 1:4-Desaster bei Atalanta Bergamo in der Champions League verloren die Dortmunder damit auch das zweite Saisonspiel gegen die Bayern. Der bislang letzte Heimsieg gegen den Rekordmeister liegt bereist mehr als sieben Jahre zurück. Für das Team von Trainer Niko Kovac war es zudem die erste Heimniederlage überhaupt in dieser Saison.

Dortmund verbessert nach Königsklassen-Klatsche

Von Beginn an war Feuer im Prestigeduell, das zum 114. Mal ausgetragen wurde. In der Bundesliga gab es nur die Duelle der Bayern mit Werder Bremen (118) und Borussia Mönchengladbach (115) öfter. Die Dortmunder waren sichtlich bemüht, die Schmach von Bergamo und das blamable Ausscheiden in der Champions League unter der Woche wettzumachen. Die Intensität gegen mental und physisch frischere Bayern war deutlich höher.

Den Ball ließ aber erstmal der Tabellenführer laufen. Der BVB verteidigte leidenschaftlich, kam aber kaum aus der eigenen Hälfte raus. Die Führung fiel wie aus dem Nichts und nicht aus dem Spiel heraus. Eine Freistoßflanke von Daniel Svensson köpfte Schlotterbeck vorbei an Jonas Urbig ins Netz. Manuel Neuer hatte den Wettlauf mit der Zeit nach seinem Faserriss verloren und es nicht in den Kader geschafft. Schlotterbeck hatte bei seinem vierten Saisontreffer Glück, überhaupt noch auf dem Platz zu stehen.

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Nach gut einer Viertelstunde hatte der Nationalverteidiger Josip Stanisic übel und stumpf umgetreten und die Gelbe Karte gesehen. Damit war der 26-Jährige gut bedient. Nach dem 1:0 des BVB änderte sich das Spiel. Die Dortmunder bekamen nun etwas mehr Zugriff, es entwickelte sich bis zur Pause ein intensiver Schlagabtausch, den die Bayern-Fans weitestgehend still verfolgten.

Darum schwiegen die Bayern-Fans

Vor dem Bundesliga-Gipfel hatte es eine Auseinandersetzung der Polizei mit Teilen der organisierten Fanszene des Rekordmeisters gegeben. Laut Sky-Informationen hätten Gäste-Fans aus Protest und aus Solidarität mit den betroffenen Anhängern entschieden, sich mit Gesängen und Anfeuerungen zurückzuhalten.

Keine zehn Minuten nach Wiederanpfiff war es kurzzeitig vorbei mit der guten Abwehrarbeit der Dortmunder. Beim Ausgleich durch Goalgetter Kane rückte der für Can eingewechselte Ramy Bensebaini etwas zu ungestüm aus dem Abwehrzentrum raus, weshalb Serge Gnabry und Torschütze Kane bei einem Chipball von Joshua Kimmich komplett frei vor dem BVB-Tor auftauchten. Der Kapitän der englischen Nationalmannschaft ließ sich diese Einladung nicht nehmen und vollstreckte zum 29. Mal in dieser Saison.

Bensebaini und Guirassy wegen Ramadan zunächst auf der Bank

Bensebaini hatte schon in Bergamo schwerwiegend mehrfach gepatzt und war wie Serhou Guirassy zu Spielbeginn zunächst auf der Bank geblieben. Dortmunds Trainer Kovac hatte dies vor dem Spiel mit dem muslimischen Fastenmonat Ramadan begründet. "Wir sind seit zwei Wochen in der Fastenzeit und wir haben schon vier Spiele gespielt. Es kostet viel Energie, wenn du den ganzen Tag nicht essen und nicht trinken kannst und deswegen konnte ich die Jungs heute einfach auch nicht bringen", sagte Kovac bei Sky.

Guirassy-Ersatz Fábio Silva erwischte allerdings einen rabenschwarzen Tag und war im Angriff ein Totalausfall. Der Portugiese gewann kaum einen Zweikampf und verlor viele Bälle. Erst nach über eine Stunde hatte Kovac ein Einsehen und tauschte die beiden Angreifer gegeneinander aus.

Schlotterbeck im Glück

Eine Wirkung hatte dies zunächst nicht. Ein Schlotterbeck-Tritt gegen Stanisic im Strafraum brachte die Bayern in Führung. Der sichere Elfmeterschütze Kane verwandelte den fälligen Strafstoß. Auch bei der Szene hatte Schlotterbeck Glück. Die eigentlich fällige zweite Gelbe Karte gegen ihn ließ Schiedsrichter Sven Jablonski diesmal stecken.

Nach dem 2:2-Ausgleich durch Svensson witterte Dortmund wieder Morgenluft, doch das Traumtor von Kimmich kurz vor dem Spielende ließ die euphorisierten BVB-Fans verstummen.

Diagnose da: BVB-Kapitän Can fällt für WM aus

Borussia Dortmunds Kapitän Emre Can fällt mehrere Monate aus und wird damit auch die Fußball-WM verpassen. Der 32-Jährige habe sich im Bundesliga-Topspiel gegen den FC Bayern einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen, teilte der BVB am Tag nach der 2:3-Niederlage mit. "Emres Verletzung ist extrem bitter. Nicht nur für ihn, sondern für uns alle", ließ sich Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl zitieren.

Trainer Niko Kovac hatte schon kurz nach der Partie berichtet, der Teamarzt habe bei der Untersuchung des Mittelfeldspielers "kein gutes Gefühl" gehabt und fürchtete bereits einen langen Ausfall. Dies wäre "für uns wieder ein richtig harter Schlag", sagte Kovac.

Can wollte zunächst weiterspielen

Der Vertrag des Dortmunder Kapitäns läuft am Saisonende aus. Can hatte sich gegen Ende der ersten Halbzeit am linken Knie verletzt. Der Nationalspieler wollte sich zunächst aber nicht auswechseln lassen und kam aufs Feld zurück.

"Er ist unser Kapitän, stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft und ist ein wichtiger Bestandteil unseres Clubs. Emre wird von uns in den nächsten Monaten jede Unterstützung bekommen, damit er wieder vollständig gesund wird", versicherte Sportdirektor Kehl.

Die BVB-Aktie gibt im XETRA-Handel zeitweise 0,32 Prozent auf 3,14 Euro nach.

DORTMUND (dpa-AFX)

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