Merck-Aktie verliert: Verhaltene Prognose für 2026 - UBS kritisiert Ausblick

Merck hat seine Prognose im vergangenen Geschäftsjahr erreicht, gibt für das laufende Jahr allerdings unter Verweis auf negative Wechselkurseffekte einen verhaltenen Ausblick.
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So soll der Umsatz bestenfalls leicht steigen, möglicherweise aber auch leicht sinken. Beim operativen Ergebnis sind die Chancen eines Rückgangs noch größer. Die Aktionäre sollen für das vergangene Jahr eine stabile Dividende von 2,20 Euro je Aktie erhalten. Hier hatten sich Analysten im Konsens mit 2,27 Euro etwas mehr erhofft.
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Merck einen Konzernumsatz zwischen 20,0 und 21,1 Milliarden Euro, nach einem stabilen Umsatz von 21,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Das entspricht einer organischen Umsatzentwicklung von minus 1 bis plus 2 Prozent, wie der DAX-Konzern mitteilte. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA pre) soll 5,5 bis 6,0 Milliarden Euro erreichen, was einer organischen Entwicklung von minus 4 bis 1 Prozent entspricht.
Dieser Prognose unterliegt die Annahme, dass in den USA ab März 2026 aufgrund des Generikawettbewerbs keine Umsätze mit Medikament Mavenclad mehr erzielt werden. Sie berücksichtige auch keine positiven Effekte aus einer möglichen US-Marktzulassung von Pergoveris.
Der bereinigte Gewinn je Aktie soll 7,10 bis 8,00 Euro erreichen, das wäre ein weiterer Rückgang. Im vergangenen Jahr verdiente Merck auf bereinigter Basis mit 8,34 Euro 3,4 Prozent weniger als 2024.
Merck-Aktie sackt ab: UBS kritisiert Prognose
Die Aktien der Merck KGaA haben am Donnerstag mit deutlichen Schwankungen auf Geschäftszahlen und Ausblick des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns reagiert. Die Papiere waren zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Ende Dezember abgesackt und notierten schlussendlich via XETRA noch 8 Prozent im Minus bei 113,20 Euro. Damit zählten sie zu den schwächsten Aktien im moderat steigenden, deutschen Leitindex DAX.
2025 bremsten negative Währungseffekte die Darmstädter: Zwar verdiente Merck operativ etwas mehr als im Jahr zuvor, musste aber leichte Umsatzeinbußen und unter dem Strich einen Gewinnrückgang hinnehmen. Die Dividende soll jedoch stabil bleiben.
Nun stellt sich Merck wegen harter Konkurrenz und des schwachen US-Dollars auf schwierige Zeiten ein. 2026 dürfte das operative Ergebnis zurückgehen und der Umsatz bestenfalls das Vorjahresniveau erreichen.
Der Ausblick sei wegen verschiedener Bereinigungen verwirrend, schrieb Analyst Matthew Weston von der Schweizer Großbank UBS. Denn Merck erwartet, dass ab März US-Umsätze mit dem Multiple-Sklerose-Mittel Mavenclad wegen Generikakonkurrenz wegfallen, und berücksichtigt diese daher gar nicht mehr beim Konzernziel. Darüber hinaus werden keine positiven Effekte aus einer möglichen US-Marktzulassung des Fruchtbarkeitsmedikaments Pergoveris eingerechnet, für die derzeit eine beschleunigte Prüfung beantragt wird.
Analyst Peter Spengler von der DZ Bank bezeichnete den Ausblick zwar als konservativ. Allerdings sei sehr positiv, dass bereits jetzt überhaupt eine vollständige quantitative Prognose für das laufende Jahr veröffentlicht worden sei.
Aus charttechnischer Sicht ergibt sich aktuell ein zwiegespaltenes Bild. So haben die Papiere von Merck zwar kurzzeitig die 21- und die 50-Tage-Durchschnittslinien nach oben durchbrochen, welche die kurz- bis mittelfristigen Trends beschreiben. Allerdings war der Kurs im Handelsverlauf auch kurz unter die 100-Tage-Linie gerutscht, die als Maß für die langfristige Entwicklung gilt. Die am Markt viel beachtete 200-Tage-Linie wiederum dient bereits seit Mitte Dezember als Unterstützung.
DOW JONES/FRANKFURT (dpa-AFX)
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Bildquellen: Merck 2016, Merck KGaA