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27.01.2020 19:45
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Schwache Aussichten für die Abozahlen: Welche Optionen Netflix jetzt noch hat

Wachstum wird schwieriger: Schwache Aussichten für die Abozahlen: Welche Optionen Netflix jetzt noch hat | Nachricht | finanzen.net
Wachstum wird schwieriger
Netflix war lange Zeit der Liebling der Wall Street. Frühe Anleger können auch heute noch auf eine beeindruckende Performance zurückblicken. Doch die Zeiten ungebremsten Wachstums sind möglicherweise vorbei - auch für die Netflix-Aktie.
• Zunehmende Konkurrenz auf dem Heimatmarkt
• Internationale Expansion im Blick
• Noch einige Optionen für den US-Markt


Es war eine spannende Woche für Netflix-Anleger: Als erster großer Internetkonzern hat der Streaming-Gigant seine Zahlen für das abgelaufene Quartal vorgelegt. Die fielen besser aus als erwartet, und dennoch rutschte die Netflix-Aktie ab. Denn Anleger fanden ein Haar in der Suppe: Auf dem Heimatmarkt zeigten sich deutliche Bremsspuren, beim Ausblick stapelte das Unternehmen zudem deutlich tiefer. Netflix-Investoren sollten sich möglicherweise an neue Dimensionen gewöhnen.

Zahl der Neukunden dürfte sinken

Dass ein Unternehmen nicht mehr ungebremst wachsen kann, wenn eine gewisse Marktsättigung erreicht ist, bekam auch Netflix jetzt zu spüren. Insbesondere auf dem Heimatmarkt verlangsamte sich das Wachstum deutlich, auch wenn das Unternehmen bei Umsatz und Gewinn durchaus überzeugende Zahlen vorlegen konnte. In den USA hat der Streaming-Gigant im abgelaufenen Geschäftsquartal 550.000 Neukunden gewinnen können - vor Jahresfrist waren es noch 1,75 Millionen neue Abonnenten gewesen.

Doch die Tatsache, dass Netflix inzwischen in den USA weit verbreitet ist und allein deswegen geringere Wachstumsraten bei den Abozahlen zu erwarten sind, ist nicht der einzige Grund für die abgeschwächte Entwicklung auf dem Heimatmarkt. Denn Netflix bekommt gerade in dieser Region ernstzunehmende Konkurrenz: Der Entertainment-Riese Disney hat seinen Streaming-Dienst Disney+ gelauncht und kann mit diesem auf eine äußerst umfangreiche Content-Palette zurückgreifen. Auch der Techkonzern Apple ist zuletzt in den Streaming-Krieg eingetreten: Der iPhone-Hersteller kann zwar in Sachen Inhalte weder Netflix noch Disney bislang das Wasser reichen, trägt den Kampf aber über den Preis aus: 4,99 US-Dollar kostet das Streaming-Angebot von Apple. Wer ein neues Hardwareprodukt kauft, bekommt den Service sogar ein ganzes Jahr lang kostenlos - Zeit, in der Apple beim Content nachrüsten und die User vom eigenen Angebot überzeugen kann. Daneben sind mit Amazon, Warner - über AT&T - und Universal - über Comcast - weitere Player im Streaming-Spiel, die darauf hoffen, Netflix-Kunden für sich gewinnen zu können.

All dies wird wohl auf die Entwicklung des Marktführers Netflix durchschlagen, was das Management inzwischen ebenfalls erkannt hat. Denn die Prognosen für das laufende erste Quartal blieben unter den Markterwartungen - auch aufgrund der sich verschärfenden Konkurrenzsituation am Markt.

Sollten Anleger den US-Markt abhaken?

Doch wenn die Luft in den USA dünner wird, bleibt Anlegern noch die Hoffnung auf globale Erfolge. Tatsächlich treibt Netflix seine internationale Expansion weiter voran und erschließt immer neue Märkte. Im Ausland testet das US-Unternehmen zudem verschiedene Modelle, die speziell auf die internationale Kundschaft abzielen. So hat der Konzern im vergangenen Jahr Indien als Wachstumsmarkt auserkoren und einen der berühmtesten Regisseure des Landes für sich gewinnen können. Karan Johar soll für Inhalte sorgen, die exklusiv auf die indischen Kunden zugeschnitten sind. Auch neue Abomodelle erwägt das Unternehmen in Indien - ein jährliches Abonnement könnte Nutzern bald ebenso zur Verfügung stehen, wie ein Abo mit einem halben Jahr Laufzeit - hochgerechnet zum Monatspreis jeweils mit deutlicher Preisersparnis. Und auch ein mobiles Abo für umgerechnet 2,60 US-Dollar hat Netflix in Planung.

Neben Indien hat Netflix auch China im Visier - plant dort aber vorerst keinen Launch seiner Streaning-Plattform. Stattdessen hat der Konzern iQiyi als Partner vor Ort ins Boot geholt - durch einen Lizenzvertrag haben chinesische Serienfans Zugriff auf einige Original-Produktionen von Netflix.

Auch in Afrika versucht das US-Unternehmen Fuß zu fassen - allerdings bislang mit überschaubarem Erfolg.

Stellschrauben in den USA

Im Ausland hat Netflix also durchaus noch Wachstumsmöglichkeiten, auf dem Heimatmarkt müssen sich Anleger aber wohl darauf einstellen, dass das Streamingunternehmen kleinere Brötchen backen wird.

Doch abschreiben sollten User den US-Markt nicht - trotz starker Konkurrenz. Denn auch in den USA hat Netflix noch einige Möglichkeiten, um Wachstum zu generieren oder zumindest den drohenden Kundenschwund zu stoppen. Schließlich sind US-Kunden deutlich profitabler als viele Auslands-Kunden und damit im Netflix-Kosmos durchaus besonders wertvoll.

Immer wieder haben Experten eine werbefinanzierte Version der Netflix-Plattform gefordert. Gibt es einen deutlichen günstigeren Abo-Preis, dürfte es für viele Kunden weniger Anlass geben, ihr Abonnement zu kündigen - der Netflix-Service würde zudem zu Preisen der Konkurrenten wettbewerbsfähig. Doch Netflix-Chef Reed Hastings hatte einer Werbeversion für seinen Dienst in der Vergangenheit stets eine Absage erteilt.

Auch seine Binge Watching-Inhalte könnte das Unternehmen überdenken. Bei einigen Top-Serien hat das Unternehmen bereits ein anderes Modell eingeführt und veröffentlicht bei Erscheinen einer neuen Staffel neue Folgen im zeitlichen Abstand. Das führt dazu, dass Fans der Inhalte länger Netflix-Kunden bleiben und ihren Account nicht direkt nach dem Durchschauen wieder deaktivieren.

Zuletzt bliebe Netflix in den USA noch, an der Stellschraube Preise zu drehen. Während die Preise in vielen ausländischen Wachstumsmärkten deutlich unter den monatlichen Abokosten in den USA liegen, könnte Netflix auf dem Heimatmarkt die Abomodelle überarbeiten. Die Option auf ein (preisgünstigeres) Jahresabo etwa würde Kundenabwanderung verhindern.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: pixinoo / Shutterstock.com, XanderSt / Shutterstock.com

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