Euro am Sonntag

Großbritannien: Heikle Mission

11.11.15 12:30 Uhr

Großbritannien: Heikle Mission | finanzen.net

Das Pfund hat wegen guter Wirtschaftsdaten und der Aussicht auf eine Zinserhöhung an Wert gewonnen. Im kommenden Jahr dürfte allerdings die Angst vor einem Brexit die Währung belasten.

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Devisen

0,8716 GBP -0,0003 GBP -0,04%

4,9325 AED -0,0066 AED -0,13%

509,2533 AMD 1,8483 AMD 0,36%

1.916,9794 ARS -11,3544 ARS -0,59%

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2,2831 AZN -0,0029 AZN -0,13%

164,2249 BDT -0,2343 BDT -0,14%

0,5063 BHD -0,0006 BHD -0,12%

3.976,9437 BIF 10,0223 BIF 0,25%

1,3430 BMD -0,0018 BMD -0,13%

1,7231 BND -0,0019 BND -0,11%

9,2814 BOB -0,0161 BOB -0,17%

7,1477 BRL -0,0825 BRL -1,14%

0,0000 BTC -0,0000 BTC -0,61%

113,4020 BTN -0,3176 BTN -0,28%

4,3452 BYN -0,0159 BYN -0,37%

1,8556 CAD -0,0052 CAD -0,28%

1,0651 CHF 0,0031 CHF 0,29%

1.180,4204 CLP -9,8036 CLP -0,82%

9,3519 CNY -0,0090 CNY -0,10%

4.924,1726 COP -18,1997 COP -0,37%

8,5720 DKK 0,0038 DKK 0,04%

1,1473 EUR 0,0007 EUR 0,06%

10,4712 HKD -0,0161 HKD -0,15%

von Andreas Höß, Euro am Sonntag

Mark Carney hat es nicht getan: Seine Bank of England ließ den britischen Leitzins bei 0,5 Prozent. Die britische Notenbank ist damit bei der ersten Zinserhöhung seit der Finanzkrise ihrem weit mehr beachteten amerikanischen Pendant - der US-Notenbank Fed - erst einmal nicht zuvorgekommen.



Zuletzt hatten einige Wirtschafts­daten von der Insel für Spekulationen gesorgt, dass die Briten wie schon 2003 den Leitzins vor den Amerikanern anheben könnten. So war der Einkaufs­managerindex für die britische Indus­trie um 3,7 auf 55,5 Punkte gestiegen - einer der steilsten Anstiege in der 24-jährigen ­Geschichte der Erhebung. Zuvor hatte es gute Zahlen aus dem Einzelhandel und vom Arbeitsmarkt gegeben. Entsprechend stark zog das Pfund an. Zum Euro hat es seit Mitte Oktober um fünf, seit Jahresanfang sogar um zehn Prozent zugelegt.
Glaubt man Analysten, könnte die Erwartung steigender Zinsen das Pfund in den kommenden Wochen weiter an Wert gewinnen lassen. Davon würde ein fünffach gehebeltes Zertifikat Long GBP Short Euro (ISIN: JE 00B MM1 X16 3) profitieren. Weil die Inflation zuletzt niedriger als erwartet war, rechnen die meisten Beobachter seit Carneys Pressekonferenz am Donnerstag aber erst Mitte 2016 mit einer Zinserhöhung.

Im Verlauf des kommenden Jahres sehen viele Analysten das Pfund dennoch schwächer - sowohl zum Euro als auch zum US-Dollar. "Kurzfristig sprechen zyklische Faktoren weiterhin für ein stabiles Britisches Pfund", heißt es etwa in einer Analyse der britischen Großbank HSBC. Langfristig gebe es aber einige "klare Belastungsfaktoren".

Brexit-Votum schürt Unsicherheit

Auf wirtschaftlicher Ebene ist das zum Beispiel die schwache Leistungs­bilanz. Diese verzeichnete 2014 mit 5,1 Prozent das größte Minus seit 1948. Das nachlassende globale Wachstum und damit einhergehend geringere Exporte ließen mittelfristig auch keine Besserung erwarten, so die HSBC.

Weitaus größeren Druck auf die Währung dürfte zudem die politische Unsicherheit entfalten. Denn die Briten wollen 2016 darüber abstimmen, ob sie die Europäische Union verlassen. Die Regierung in London versucht zwar, Reformen auszuhandeln, um den Einfluss der EU auf Großbritannien zu begrenzen und der Bevölkerung so den EU-­Verbleib schmackhaft zu machen. Dazu war Schatzkanzler George Osborne vergangene Woche in Berlin. Doch wie sich die Briten entscheiden, ist schwer zu prognostizieren. Bei Umfragen liegen derzeit beide Lager etwa gleichauf.

"Für das Pfund dürfte sich die Lage zuspitzen, je näher der Wahltermin rückt", so die HSBC. Anleger, die 2016 auf ein zum US-Dollar abwertendes Pfund setzen wollen, können zum Beispiel zu einem dreifach gehebelten Zertifikat Short GBP Long USD (ISIN: JE 00B 3XJ 8K0 3) greifen.

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