Kryptowährung Spanien

Spanische Gemeinde führt Kryptowährung Elio ein

15.01.21 19:57 Uhr

Spanische Gemeinde führt Kryptowährung Elio ein | finanzen.net

In einer Gemeinde der spanischen Provinz Sevilla haben die Stadträte eine eigene Kryptowährung eingeführt, um die Wirtschaftstätigkeit während der Corona-Pandemie aufrechtzuerhalten. Der "Elio" ist eng mit dem Euro verknüpft und soll lokale Unternehmen in Lebrija unterstützen.

Werte in diesem Artikel
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10,9797 CHF 0,0362 CHF 0,33%

11,8956 EUR 0,0404 EUR 0,34%

10,1354 GBP 0,0366 GBP 0,36%

• Spanische Gemeinde Lebrija führt den "Elio" als virtuelles Zahlungsmittel ein
• Kryptowährung soll lokale Wirtschaft in Zeiten der Pandemie ankurbeln
• Fast 600 Familien erhalten Wirtschaftshilfe von Regierung

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind weitaus deutlicher zu spüren als von vielen zunächst angenommen. Um dem entgegenzuwirken, haben sich die Stadträte der spanische Gemeinde Lebrija ein ganz besonderes Konzept für ihre Einwohner ausgedacht: Eine eigene Kryptowährung, die dazu beitragen soll, dass öffentliche Mittel, die in den Umlauf gebracht werden, an lokale Unternehmen zurückfließen zu lassen. Der "Elio", der eng mit dem Euro verknüpft ist, wird ausschließlich an die lokale Bevölkerung ausgegeben und ist Teil des kommunalen Reaktivplans, die Wirtschaftstätigkeit in Zeiten der Corona-Pandemie mit direkten Hilfen aufrechtzuerhalten.

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600 Familien erhalten Kryptowährung

An insgesamt 593 Begünstigte überwies die Regierung die Wirtschaftshilfe, die - je nach Einkommen und Anzahl der Kinder unter 18 Jahre - zwischen 50 und 200 Euro lag. Die Zahlung der Kryptowährung erfolgt über eine eigens von den Stadträten entwickelte mobile Anwendung, die kostenlos über die jeweiligen App Stores heruntergeladen werden kann.

Virtuelles Zahlungsmittel soll lokale Wirtschaft unterstützen

Der "Elio" entspricht dem Wert eines Euros und kann nur in lokalen Unternehmen als gleichwertiges Zahlungsmittel eingesetzt werden. Das hat laut dem Bürgermeister von Lebrija Pepe Barroso einen ganz bestimmten Grund: "Die Schaffung dieser virtuellen Währung wird sicherstellen, dass die erhaltene Hilfe direkt an lokale Unternehmen zurückgegeben wird", erklärt der Stadtrat im Rahmen der Einführungszeremonie. Bisher sind dem lokalen Nachrichtenportal zufolge bereits 165 kleine und mittlere Unternehmen registriert.

Inhaber des Elios können in diesen Geschäften Produkte oder Dienstleistungen erwerben, indem sie die Hälfte des Kaufbetrags gegen eine Gebühr in die virtuelle Währung umtauschen und die andere Hälfte auf herkömmliche Weise bezahlen. Auf diese Weise soll laut den Erschaffern der Kryptowährung "ein Multiplikatoreffekt auf den vom Stadtrat bereitgestellten Anreiz erzielt werden" und der lokale Handel gestärkt werden.

Auch 393 Unternehmen in Lebrija hatten das Glück, im Rahmen des kommunalen Reaktivplans Wirtschaftshilfen von der Regierung zu erhalten. Jeweils 400 Euro zahlten die Stadträte der Gemeinde an die begünstigten Unternehmen: ein weiterer Teil des Plans, die Wirtschaft in Lebrija wieder anzukurbeln.

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Entwicklungen des Elios sind relevant für EZB

Und auch bei der EU dürfte das virtuelle Zahlungsmittel der spanischen Gemeinde auf hohes Interesse stoßen. Denn seit Mitte Oktober befindet sich die Europäische Zentralbank in einer Testphase bezüglich des digitalen Euros. Eine Entscheidung wird den Angaben der EZB zufolge jedoch wahrscheinlich erst Mitte 2021 getroffen. Ein im Oktober gestartetes öffentliches Konsultationsverfahrens soll ein Meinungsbild der europäischen Bevölkerung einholen und auch Christine Lagarde, die Chefin der Europäischen Zentralbank, ist gerade dabei, den digitalen Euro als zukünftige Alternative abzuwägen. Wie sie in einem Interview mit der Zeitung L’Ena hors les murs erklärt, schätzt sie das virtuelle Zahlungsmittel eher als Ergänzungsmittel zum Bargeld ein: "Es könnte in einer Reihe von Zukunftsszenarien wichtig sein - von einem Rückgang des Bargeldeinsatzes bis hin zur Verhinderung der Einführung ausländischer digitaler Währungen im Euroraum."

Pauline Breitner / Redaktion finanzen.net

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