Platin-Report

Trotz schwächerer Nachfrage: 2024 wohl erneutes Platindefizit

30.05.24 22:03 Uhr

Alarmierende Prognose: Platinkrise im Jahr 2024 prognostiziert - trotz schwacher Nachfrage! | finanzen.net

Experten des World Platinum Investment Council (WPIC) prognostizieren für 2024 sowohl eine Verknappung des Angebots als auch der Nachfrage nach dem Edelmetall. Dennoch dürfte der Platinmarkt das Jahr erneut mit einem Defizit beenden.

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• Gesamtangebot an Platin rückläufig
• Nachfrage im Jahr 2024 schwächer
• Herausforderungen und Chancen im Blick

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Platin-Quartalsbericht

Im Rahmen seines jüngsten Berichts für das erste Quartal 2024 untersuchte das World Platinum Investment Council (WPIC) unter der Leitung von CEO Trevor Raymond Angebot und Nachfrage auf dem Platinmarkt. "Die Nachfrage nach Platin ist vielfältig und global", so Raymond im Hinblick auf den Report. "Wir glauben, dass die Bereitstellung regelmäßiger Daten und Einblicke dazu führt, dass Platin von mehr Investoren in Betracht gezogen wird."

Platinangebot auf zweitniedrigstem Stand

Wie aus dem Quartalsbericht hervorgeht, betrug das Gesamtangebot an Platinum im ersten Jahresviertel 2024 1,625 Millionen Unzen, was dem WPIC zufolge dem zweitniedrigsten Wert seit Erfassung des Berichts entspricht. Im vierten Quartal betrug das Angebot noch 1,847 Millionen Unzen. Und auch für das Gesamtjahr 2024 wird ein rekordverdächtiger Tiefstand erwartet: So soll das Angebot bis Ende Dezember bei 7,111 Millionen Unzen liegen - ein Rückgang von knapp einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der Rückgang ist vor allem auf sinkende Abbaumengen zurückzuführen, während die Wiederverwertung von Platin, vor allem im industriellen Bereich, auf Jahressicht zwar zunehmen konnte, die fehlenden Mengen aber nicht ausgleichen konnte.

Auch Nachfrage nach Platin sinkt

Gleichzeitig nimmt aber auch die Nachfrage nach dem Edelmetall ab, wie der Bericht offenbart. So betrug die Gesamtnachfrage im ersten Quartal 2024 noch 1,994 Millionen Unzen, im Gesamtjahr werden noch 7,587 Millionen Unzen erwartet. Das entspricht einem Rückgang von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Demnach sinkt das Interesse an Platin als Investition in diesem Jahr um 69 Prozent, bleibt aber im positiven Bereich. In Nordamerika liege die Nachfrage nach Platinbarren und -münzen außerdem trotzdem noch über dem Vor-Corona-Niveau. In China erwartet die Organisation ein zweistelliges Wachstum, was durch den Eindruck einer Unterbewertung im Vergleich zu Gold ausgelöst werde.

Auch in der Industrie ist der Rohstoff längst nicht mehr so gefragt, hier erwarten die Experten für 2024 einen Rückgang um 15 Prozent.

Automobilbranche als Abnehmer

Ein wachsendes Interesse ist jedoch im Schmuck- und Automobilbereich zu erkennen. Hier beträgt das Nachfrageplus 6 Prozent bzw. 2 Prozent. Das vergleichsweise schwache Wachstum im Automobilsektor ist darauf zurückzuführen, dass Platingruppenmetalle, zu denen Platin gehört, besonders in Katalysatoren für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren Verwendung finden, nicht jedoch bei ausschließlich elektrisch betriebenen Autos. Dennoch war die Automobilnachfrage nach Platin im ersten Quartal mit 832.000 Unzen auf dem höchsten Stand seit 2017, was die Organisation mit der anhaltenden Substitution von Palladium durch Platin in Automobilteilen und höhere Produktionsmengen für leichte und schwere Fahrzeuge erklärt.

Angebotsdefizit für 2024 erwartet

Auch wenn sowohl auf der Angebots- als auch der Nachfrageseite ein Rückgang erkennbar ist, erwartet das WPIC für 2024 ein Angebotsdefizit in Höhe von 476.000 Unzen. Damit schmälert sich der Fehlbetrag jedoch aller Voraussicht nach, betrug der Wert 2023 doch noch 851.000 Unzen. Damit bleibt das weltweite Platinangebot aber das zweite Jahr in Folge hinter der Nachfrage zurück.

Zahlreiche Risikofelder

Darüber hinaus warnte das WPIC vor weiteren Herausforderungen, die auf den Platinmarkt zukommen und das Angebotsdefizit vergrößern könnten. "Die Bergbauunternehmen wollen ihre Produktionspläne neu bewerten und den Betrieb umstrukturieren, um die negativen Auswirkungen des deutlichen Rückgangs des Korbpreises [für Platinmetalle] auf die Rentabilität des Bergbaus zu bewältigen", erklärte Raymond laut "MarketWatch". In diesem Umfeld sei mit "kurzfristigen negativen Auswirkungen" zu rechnen.

Sollte die Inflation außerdem auf einem hohen Niveau bleiben und die Notenbanken als Reaktion darauf von Zinssenkungen absehen, würde dies - gepaart mit großen politischen Unsicherheiten - Druck auf den Rohstoffmarkt und vor allem auch den Platinmarkt ausüben, ist sich der Leiter der Organisation sicher. So werde das "niedrigere Preisumfeld zusammen mit anderen Faktoren das Platinangebot in diesem Jahr weiterhin belasten."

Grüner Wasserstoff bringt Chancen

Trotz der eher durchwachsenen Daten für das erste Quartal 2024 sowie die Prognose für das Restjahr erwarten die Experten für das laufende Jahr auch Lichtblicke. Besonders im Bereich der Wasserstoffproduktion könne es für Platin Chancen geben. So erklärte etwa bereits im vergangenen Jahr Rohstoffstratege Michael Widmer von der Bank of America, dass eine zunehmende Nachfrage nach Wasserstoff auch den Bedarf an dem Edelmetall antreibe, da dieses in Protonenaustauschmembran-Elektrolyseuren (PEM) verwendet werde. Wie "The Northern Miner" unter Berufung auf die Studie berichtete, machte diese Art der Elektrolyseure 2023 32 Prozent aller weltweiten Elektrolyseanlagen aus. Dem WPIC zufolge sei außerdem damit zu rechnen, dass mehr und mehr Länder die Wasserstoffproduktion mit Steuererleichterungen und Subventionen in Milliardenhöhe fördern werden, "was die Nachfrage nach Platin für Wasserstoff potenziell weiter beschleunigen wird".

Redaktion finanzen.net

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