28.06.2021 22:46

Analysten und Big Oil-CEOs einig: Öl wird bald wieder 100 Dollar pro Barrel kosten

Warnung vor Volatilität: Analysten und Big Oil-CEOs einig: Öl wird bald wieder 100 Dollar pro Barrel kosten | Nachricht | finanzen.net
Warnung vor Volatilität
Folgen
Die Ölpreise befinden sich momentan im Höhenflug und haben bereits den höchsten Stand seit Oktober 2018 erreicht. Doch Analysten und die Chefs großer Ölkonzerne glauben, dass es in den nächsten Wochen und Monaten beim schwarzen Gold noch weiter aufwärts gehen wird.
Werbung
• CEOs von Shell, ExxonMobil und TotalEnergies glauben an steigende Ölpreise, aber auch mehr Volatilität
• Geringere Investitionen sorgen für künftige Angebotsverknappung
• Auch Analysten glauben, dass die Öl-Nachfrage das Angebot übersteigen wird
Werbung
Öl, Gold, alle Rohstoffe mit Hebel (bis 30) handeln
Handeln Sie Rohstoffe mit hohem Hebel und kleinen Spreads. Sie können mit nur 100,00 € mit dem Handeln beginnen, um von der Wirkung von 3.000 Euro Kapital zu profitieren!
72% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Öl ist momentan so teuer wie schon lange nicht mehr: Aufgrund fallender US-Lagerbestände sind die Preise für Rohöl der Sorten Brent und WTI in der vergangenen Woche wieder auf den höchsten Stand seit Oktober 2018 geklettert. Der zwischenzeitlich heftige Einbruch zu Beginn der Corona-Krise ist damit vergessen. Doch das Ende der Ölpreisrally ist noch lange nicht erreicht, sind sich sowohl Analysten als auch die CEOs der Ölkonzerne Royal Dutch Shell, ExxonMobil und TotalEnergies einig. Sie prognostizieren auch für die Zukunft ein zu knappes Angebot und damit steigende Ölpreise, die sogar die Marke von 100 US-Dollar übertreffen werden.

Konzernchefs: Ölpreisanstieg auf 100 US-Dollar möglich - trotz zunehmender Volatilität

In vielen Ländern flaut die Corona-Pandemie dank steigender Impfquoten zurzeit ab und die Wirtschaft erholt sich. Laut "Bloomberg" nimmt momentan auch der Auto- und Flugverkehr wieder zu. In diesem Umfeld steigt die Nachfrage nach Öl, da die Energiewende noch nicht so weit fortgeschritten ist, dass man auf den fossilen Energieträger verzichten könnte. Da in die Ölproduktion allerdings aufgrund der Energiewende momentan nicht so viel Geld investiert wird wie früher, warnen die Chefs großer Ölfirmen davor, dass die Nachfrage nach dem schwarzen Gold bald das Angebot übersteigen und die Preise weiter in die Höhe schnellen lassen wird. "Ich denke, dass das Herauskommen aus der Pandemie und der Mangel an Investitionen in unsere Industrie die Angebotssituation verschärfen und eine Knappheit erzwingen werden", sagte Darren Wood, CEO von Exxon Mobil, laut "Reuters" im Rahmen des Qatar Economic Forum mit Blick auf die zunehmende wirtschaftliche Erholung. Auch wenn sich das Angebot auf längere Sicht erholen und ausbalancieren werde, glaubt der Big Oil-CEO, dass man "auf kürzere Sicht wahrscheinlich höhere Preise" sehen wird.

Auch Patrick Pouyanné, der CEO von TotalEnergies, glaubt an einen steigenden Ölpreis. "Es gibt durchaus eine Chance, die 100 US-Dollar [pro Barrel] zu erreichen", sagte er laut "Reuters". Zuletzt hatten die Preise für Brent und WTI im Jahr 2014 auf diesem Niveau gelegen. Gleichzeitig warnte Pouyanné allerdings auch davor, dass man in den kommenden Jahren auch wieder "einige Tiefs" sehen könnte. An diese Volatilität sei man inzwischen allerdings gewöhnt, so der TotalEnergies-Chef. Auch Shell-CEO Ben van Beurden stimmte dieser Einschätzung zu: "Wir werden wahrscheinlich beides sehen, den Ölpreis bei 50 US-Dollar und bei 100 US-Dollar, aber fragen Sie mich nicht in welcher Reihenfolge", sagte er laut "Reuters" auf dem Qatar Economic Forum.

Auch Analysten bullish für Öl

Die Chefs der Ölmultis, deren Geschäft - trotz der laufenden Neuausrichtung mit Blick auf den Klimaschutz und erneuerbare Energien - natürlich von steigenden Ölpreisen profitieren würde, sind mit ihrer optimistischen Prognose für den fossilen Energieträger nicht alleine. Auch Analysten trauen dem Ölpreis noch einiges zu.

So hob die Bank of America laut "Reuters" kürzlich ihre Vorhersage für den Brent-Preis an und glaubt nun, dass dieser im kommenden Jahr aufgrund eines "knapperen Ölvorrats" auf 100 US-Dollar steigen kann - wenn auch nur kurz. "Wir glauben, dass die robuste Erholung der globalen Öl-Nachfrage das Angebotswachstum innerhalb der nächsten 18 Monate übersteigen wird, dabei werden die Lagerbestände weiter aufgezehrt und so die Bühne für höhere Ölpreise bereitet", schrieb die Bank in einer Studie vom 20. Juni, die der Nachrichtenagentur vorliegt. Ihre Schätzung für den durchschnittlichen Preis für Rohöl der Sorte Brent hob die Bank of America daher für das kommenden Jahr kräftig von 60 US-Dollar auf 75 US-Dollar an. Der Ölmarkt werde in den nächsten sechs Quartalen ein Defizit von 900.000 Barrel pro Tag ausweisen, so die US-Bank weiter. Der daher erwartete Preissprung dürfte aber letztlich nicht von langer Dauer sein. Die Schieferölproduzenten würden auf die höheren Preise voraussichtlich mit einer Steigerung der Produktion reagieren und so den Preis für Brent bis 2023 wieder auf durchschnittlich 65 US-Dollar pro Barrel drücken, so die Experten.

Auch Analyst Jeffrey Currie von Goldman Sachs glaubt laut "Financial Times" an einen neuen Superzyklus bei Rohstoffen und hält einen Preis von 100 US-Dollar zumindest für möglich, auch wenn sein durchschnittliches Preisziel für Brent im dritten Quartal 2021 lediglich bei 80 US-Dollar je Barrel liegt. Es bestehe aber das Potenzial für Ausbrüche deutlich über dieses Level, so Currie laut "Yahoo Finance". Der globale Ölmarkt sehe gerade seinem größten Defizit seit dem letzten Sommer entgegen, da die wirtschaftliche Erholung schneller verlaufe als erwartet und das robuste Nachfragewachstum auf eine nahezu unflexible Angebotskurve treffe.

Auch Jeremy Weir vom Rohstoffhandelsunternehmen Trafigura sagte mit Blick auf die 100-Dollar-Marke laut "Financial Times", es "besteht eine Chance für den Ölpreis, diese Zahlen zu erreichen". Ähnlich wie die CEOs der Ölkonzerne bereitet auch ihm der Mangel an Ausgaben für neue Ölvorräte Sorgen. "Wir sind von Reserven für 15 Jahre auf 10 Jahre gefallen. Wir haben gesehen, wie sich der Investitionsaufwand von 400 Milliarden US-Dollar pro Jahr vor fünf Jahren auf nun nur noch 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr reduziert hat. Darum gibt es Bedenken auf der Versorgungsseite", so Weir. Und das werde seiner Meinung nach "die Preise wahrscheinlich höher treiben."

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: cherezoff / Shutterstock.com, sacura / Shutterstock.com

Nachrichten zu Ölpreis

  • Relevant
  • Alle
  • ?
Erdöl fürs Portfolio
Am Ölpreis partizipieren - Wie investiert man eigentlich in Öl?
Erdöl ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt der wohl wichtigste Rohstoff der modernen Industriegesellschaft. Der hohe Bedarf nach dem schwarzen Gold bietet auch für Investoren diverse Partizipationsmöglichkeiten.

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Werbung

Die beliebtesten Rohstoffe

Goldpreis1.798,69-3,65
-0,20%
Kupferpreis9.433,3550,85
0,54%
Ölpreis (WTI)72,190,49
0,68%
Silberpreis25,16-0,02
-0,06%
Super Benzin1,550,00
0,26%
Weizenpreis211,501,00
0,48%

Edelmetalle: Münzen und Barren

  • Gold
  • Silber

Heute im Fokus

US-Börsen schließen im Plus -- DAX geht fester ins Wochenende -- Deutsche Wohnen-Zusammenschluss gescheitert -- Moderna mit Impfzulassung für Jugendliche -- Shop Apotheke, Snap im Fokus

American Express macht großen Gewinnsprung. Schweden lässt Einsatz von AstraZeneca-Impfstoff auslaufen. Pharma-Zulieferer Lonza stellt mehr Mitarbeiter ein. Deutsche Wirtschaft wächst im Juli sehr dynamisch. Vodafone steigert Umsatz dank Roaming-Erlösen. BMW stoppt wegen Chipmangel die Produktion in Leipzig. Nordex kooperiert mit Rotorblatthersteller TPI in Mexiko.
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Umfrage

Sind Sie an einem Investment in die Cannabis-Branche interessiert?

finanzen.net Brokerage
finanzen.net Zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln