17.02.2017 15:25
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Allianz-Aktie zieht an: Dividende erhöht und milliardenschwerer Aktienrückkauf beschlossen

Ergebnis gesteigert: Allianz-Aktie zieht an: Dividende erhöht und milliardenschwerer Aktienrückkauf beschlossen | Nachricht | finanzen.net
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Die Aktionäre der Allianz können sich über einen warmen Geldregen freuen.
So wird die Dividende stärker als erwartet auf 7,60 von 7,30 Euro je Aktie erhöht, zudem wird ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 3 Milliarden Euro aufgelegt. Den operativen Gewinn steigerte der DAX-Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht, vor allem dank eines guten vierten Quartals.

   Der Aktienrückkauf ist die Folge der vor über zwei Jahren selbst auferlegten Regelung, dass das aufgelaufene und nicht genutzte Akquisitionsbudget alle drei Jahre geprüft und an die Aktionäre verteilt wird. Die erste Frist lief Ende 2016 ab und betrifft das Budget der Jahre 2014 bis 2016.

   Diese noch unter dem früheren Vorstandschef Michael Diekmann eingeführte Regelung hat CEO Oliver Bäte nun kassiert. Die Allianz SE kündigte am Donnerstagabend ein vereinfachtes und damit flexibleres Kapitalmanagement an. Zwar soll auch in Zukunft die Hälfte des auf die Anteilseigner entfallenden Jahresüberschusses als Dividende ausgeschüttet und die Dividende zumindest auf dem jeweiligen Vorjahresniveau gehalten werden. Beim Akquisitionsbudget will der Vorstand künftig aber mehr Spielraum haben.

Bätes großer Übernahmecoup fehlt bislang

Viel ist in letzter Zeit über Zukäufe spekuliert worden. So wurde die Allianz mit der möglichen Übernahme von Teilen des italienischen Versicherungskonzerns Generali in Zusammenhang gebracht. Dann wurde berichtet, dass die Allianz den australischen Versicherer QBE für einen zweistelligen Milliardenbetrag übernehmen will. Bäte gab sich zuletzt sehr offen für Zukäufe, der große Coup blieb bislang aber aus.

   Neben dem neuen Ansatz im Kapitalmanagement legte die Allianz am Donnerstagabend überraschend die im Vergleich zu den Erwartungen recht ordentlich ausgefallen Geschäftszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Der Konzern erhöhte seinen operativen Gewinn 2016 um 1 Prozent auf 10,83 Milliarden Euro. Die Allianz selbst hatte 10,5 Milliarden Euro mit einer möglichen Abweichung von 500 Millionen nach oben oder unten in Aussicht gestellt. Analysten hatten 10,72 Milliarden Euro erwartet. Der Nettogewinn stieg um 4 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro.

   Große Sprünge sind im laufenden Jahr nicht zu erwarten. So soll der operative Gewinn 10,8 Milliarden Euro erreichen, wobei wiederum eine Abweichung von 500 Millionen Euro möglich ist.

   "Das Jahr 2016 bot reichlich an - teilweise unerfreulichen - Überraschungen, die unsere politische und wirtschaftliche Umwelt maßgeblich beeinträchtigen werden", wird Bäte in der Mitteilung zitiert. "Dies erschwert Vorhersagen für 2017. Gleichwohl sind wir zuversichtlich genug, unseren Ausblick für das operative Ergebnis anzuheben."

Schaden und Unfallversicherung im vierten Quartal stark

Im vierten Quartal legte der operative Gewinn deutlich stärker als im Gesamtjahr um 9,3 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zu. Hier profitierte die Allianz insbesondere von einem starken Schaden- und Unfallgeschäft, weil die Schadensbelastung vergleichsweise niedrig blieb. Der Nettogewinn kletterte im Schlussquartal um 23 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Die von Dow Jones Newswires befragten Analysten hatten mit 1,62 Milliarden Euro gerechnet.

   Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich im Quartal um 2,3 Punkte auf 94 Prozent, im Gesamtjahr um 0,3 Punkte 94,3 Prozent. Die Quote setzt Aufwendungen für Schäden und Verwaltung zu den eingenommenen Prämien ins Verhältnis. Je niedriger sie ist, desto profitabler arbeitet eine Versicherung. "Wir bewegen uns stetig auf unser Ziel einer Schaden-Kosten-Quote von 94 Prozent im Jahr 2018 zu", sagte Finanzvorstand Dieter Wemmer laut Mitteilung.

Trendwende bei Pimco bestätigt

Das operative Ergebnis im Segment Schaden- und Unfallversicherung kletterte überproportional um 16,4 Prozent. Im Segment Lebens- und Krankenversicherung gab es um 1,7 Prozent nach. Auf Jahressicht war die Entwicklung entgegengesetzt. Das Leben- und Krankengeschäft steigerte das operative Ergebnis 2016 aufgrund einer höheren Marge aus den Kapitalanlagen deutlich, während der Gewinn bei Schaden- und Unfall nachgab.

   In der Vermögensverwaltung bestätigte das vierte Quartal die Trendwende bei der Fondstochter Pimco. Nachdem Pimco im Vorquartal erstmals seit 2013 wieder Nettomittelzuflüsse erzielt hatte, kamen auch im Schlussvierteljahr 5,9 Milliarden Euro hinzu. Allerdings floss im Gegenzug Geld bei Allianz Global Investors ab, so dass sich die Nettomittelzuflüsse im Segment Asset Management auf 1,7 Milliarden Euro beliefen. Die Kosten hatte die Allianz besser im Griff. Das Verhältnis von Aufwand zu Ertrag verbesserte sich um 1,7 Punkte auf 61,4 Prozent. Das trug zum leichten Anstieg des operativen Ergebnisses bei.

Die Allianz-Aktie ist im XETRA-Handel gefragt, zeitweise geht es um 3,25 Prozent nordwärts. Mit einem Plus von mehr als 4 Prozent im bisherigen Jahresverlauf schlossen die Allianz-Aktien nun zum vorderen Drittel des deutschen Leitindex DAX auf.

   MÜNCHEN (Dow Jones)

Bildquellen: Allianz, Allianz Deutschland, 360b / Shutterstock.com, JPstock / Shutterstock.com
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